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Teamcheck Thomas Sabo Ice Tigers

„Wir müssen spritziger werden!“

Lesedauer: 4 Minuten

Leidende Fans, unzufriedene Verantwortliche – schlimmer könne es nicht werden, da waren und sind sich die Nürnberger einig. Die letzte Saison beendeten die Thomas Sabo Ice Tigers als Tabellenvorletzter, doch dieses Jahr soll alles anders werden. Die Mannschaft präsentiert sich mit neuem Gesicht: Angefangen beim neuen Trainerduo Jeff Tomlinson und Tray Tuomie über rund elf Neuzugänge (13 Abgänge) bis hin zu schwarzen Heimtrikots.

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Patrick Reimer, Evan Kaufmann, Connor James, Jason Jaspers, Brett Festerling, Casey Borer – Namen, die bei den Anhängern den einen oder anderen „Wow“-Effekt auslösten. Und so erhoffen sich die fränkischen Eishockeyfans viel von Manager Lenz Funks und Thomas Sabos „Wunschkandidaten“. Doch kann die Mannschaft die Erwartungen auch erfüllen? Doppelt hält besser Im Tor: Tyler Weiman aus Augsburg, der mit Langzeit-Keeper und Publikumsliebling Patrick Ehelechner den Standort tauschte und bereits beim AEV den Kasten meist sauber hielt. Unterstützt wird der Top-Torhüter von Andreas Jenike, der vom dritten Torwart zur Nummer zwei aufstieg. Der 24-Jährige ist aufgrund seiner Leistung mehr als ein guter Back-up-Goalie, so dass er das Nürnberger Tor wohl nicht nur dann hüten wird, wenn die Nummer eins aus gesundheitlichen Gründen ausfallen sollte. Aggressive Defensive Doch auch die besten Keeper bekommen Probleme, wenn die Abwehr nicht stimmt. Noch ist nicht sicher, wer genau zusammen in der Defensive spielt. „Die Jungs müssen sich erst noch kennenlernen“, erklärte Jeff Tomlinson, weshalb die Verteidiger noch rotieren. Zu den „alten Bekannten“ Rob Leask, Tim Schüle, Sven Butenschön und „Hammer“ Jame Pollock gesellten sich Marco Nowak aus Düsseldorf, Casey Borer vom tschechischen Meister HC Pardubice und der NHL-erfahrene Brett Festerling – Zwillingsbruder von Hamburgs Garrett Festerling. 83 Mal lief der Deutschkanadier für die Anaheim Ducks auf und stand vergangene Saison fünfmal mit den Winnipeg Jets auf dem Eis – eine Bereicherung für die Franken? Peter Lindlbauer aus Bad Tölz hatte bereits vergangene Saison schon einmal das Vergnügen, mit den Ice Tigers zu spielen. Dieses Jahr steht der 21-Jährige fest im Kader der Nürnberger. Und das ist auch gut so. Denn nicht nur für Coach Jeff Tomlinson, der auf eine aggressive Defensive Wert legt, ist der junge Verteidiger die große Überraschung der Vorbereitung. Bleibt zu hoffen, dass er seine in Villach eingefangene Gehirnerschütterung schnell überwindet und zu Beginn der Saison wieder richtig fit ist. Alle vier Sturmreihen top! Im Angriff wird Tomlinsons Handschrift richtig sichtbar. Das Markenzeichen des ehemaligen DEG-Trainers und die Stärke des Teams: die offensive Spielweise. Vier nahezu gleichstarke Reihen machen die Ice Tigers zu einer sturmgefährlichen Truppe, wobei der Headcoach darauf achtete, dass die alten und neuen Reihen nicht groß verändert wurden. So stehen die Ex-Düsseldorfer Connor James und Evan Kaufmann auch in der Frankenmetropole gemeinsam in einer Linie – zusammen mit dem Zweiwegespieler und Mannheimer „Play-off-Monster“ Jason Jaspers, der zuletzt drei Jahre bei den Kölner Haien unter Vertrag stand. Auch die aktuell dritte Reihe mit den Ur-Nürnbergern Vitalij Aab, Eric Chouinard und Dusan Frosch bleibt unverändert und bislang erfolgreich. In der vierten Reihe tummeln sich die „jungen Wilden“ Yasin Ehliz, Steven Rupprich (Iserlohn) und Patrick Buzas (Hannover). Die erste Reihe bilden Center Yan Stastny, der bereits vergangenes Jahr mit seinen Toren und Vorlagen für Furore sorgte, Ryan Bayda und der „letzte“ Düsseldorfer Neuzugang Patrick Reimer, der in dieser Saison das C auf der Brust trägt: „Das macht mich schon ein bisschen stolz“, gibt der 29-Jährige Nationalspieler zu, „es ist das erste Mal, dass ich Kapitän bin.“ Zu Recht, wie Jeff Tomlinson findet: „Patrick ist ein Vorbild und hat mit Abstand die meisten Stimmen bekommen. Er wird die Ice Tigers führen.“ Oft spielentscheidend sind die Special Teams. So setzt der Cheftrainer in Überzahl auf die Spieler mit dem größten Talent, in Unterzahl dürfen die Jungen ran, die in den Testspielen viel Euphorie zeigten. 70 Prozent sind erreicht Nun ist die Vorbereitung vorbei. Am Wochenende beginnt die Hauptrunde – für Nürnberg allerdings erst am Sonntag, da das erste Auswärtsspiel in Augsburg aufgrund der „Noch“-Baustelle Curt-Frenzel-Stadion auf den 20. November terminiert wurde. Sind die Ice Tigers bereit? Ja, „die Jungs sind heiß“, erklärt Coach Tomlinson, gesteht aber auch, dass noch 30 Prozent zum Optimum fehlen. „Wir müssen spritziger werden“, so der 42-Jährige. Spezielle Lücken gebe es aber nicht, das Team müsse allgemein weiter an sich arbeiten und sich verbessern. Wenn die 100 Prozent erreicht sind, sieht es für die Nürnberger in dieser Spielzeit nicht schlecht aus. Nach Berlin und Mannheim zählen sie bei Spielern und Verantwortlichen der DEL zu den Top-Herausforderern. Ein Platz am Ende der Hauptrunde unter den Top fünf könnte und sollte drin sein.

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