Kaltes Nordduell im heißen Bratislava

Wer hätte das gedacht? Das Finale am kommenden Sonntag bestreiten die ewigen Nordrivalen Schweden und Finnland. 24 Stunden nach ihrer Superleistung gegen Kanada schafften es die Russen auch zum zweiten Mal nicht, Finnland in die Knie zu zwingen. Vielleicht steckte ihnen das harte und kräftezehrende Match gegen Kanada vom Vortag noch in den Knochen.
Finnland – Russland 3:0 (0:0, 1:0, 2:0) Die große Frage, ob die Finnen tatsächlich zweimal hintereinander den großen Nachbarn aus dem Osten schlagen könnten (schließlich hatten nach einem 0:2-Rückstand die Weiß-Blauen nach Penaltyschießen Alexander Owetschkin, Ilja Kowaltschuk & Co. in der Qualifikationsrunde mit 3:2 besiegt), beantwortete Suomi mit einem deutlichen „Ja“. Sechs, sieben Minuten ließen sich die Männer mit den Zwiebeltürmen auf den Trikots Zeit, dann rollte die diesmal rot gekleidete Maschine. Zuvor startete Jarkko Immonen ein Solo à la Russe, dann ließ Petteri Nokelainen ein „Pfund“ los, doch dann war die Herrlichkeit Suomis auch vorbei. Drückend überlegen waren die Russen so ab der 8. Minute. Doch was sie auch anstellten, immer war irgendetwas aus Finnland dazwischen. 9. Minute: Nikolai Kuljomin schießt in aussichtsreicher Position Petri Vehanen im Finnen-Tor an. Eine Minute später lässt Konstantin Gorowikow aus vollem Lauf den nächsten Knaller los, wieder nichts. Auch Verteidiger Witali Atjuschow versucht es mit einem Schlagschuss, ist jedoch auch nicht erfolgreich. Sogar der große Alexander Owetschkin scheitert in der 13. Minute nach einem Solo; er trifft nur die Maske Vehanens. Zum Schluss sind die Finnen noch einmal dran, als Mikko Koivu nach schöner Vorarbeit von Tuomo Ruutu zu spät kommt und Juhamatti Aaltonen mit seinem verdeckten Schlagschuss kein Glück. Das Mitteldrittel begannen die Finnen mit einer Offensive. Erneut verpasst Nokelainen mit einem Schuss aus dem Hinterhalt die Führung. Dann hat Janne Pesonen Pech. Nach seinem Schuss liegt die Scheibe zwar hinter dem russischen Goalie Konstantin Barulin, aber vor der Linie. Dann erzielte Mikael Granlund einen Treffer, wie man ihn nicht alle Tage sieht. Hinter dem Tor stehend legte er sich die Scheibe im wahrsten Sinne des Wortes auf, fuhr um das Tor herum und legte in quasi in den Kasten. Nicht wenige der Zuschauer vermuteten, dass der Treffer mit hohem Stock erzielt wurde, doch nach Videobeschau wurde die Aktion anerkannt. Russland machte jetzt noch mehr Druck. In Überzahl hatte Sergej Sinowjew eine Riesenchance. Warum der Puck nicht hineinging, war nur schwer mit Pech zu erklären. Dann standen sich Niko Kapanen und Mikko Koivu fast selbst im Weg, als sie aus kürzester Entfernung versuchten, den Puck unterzubringen. Selbst nachdem Verteidiger Sami Lepistö hinfiel und die Russen für kurze Zeit einen Mann mehr auf dem Eis hatten, schaffte es erneut Sinowjew nicht, den Ausgleich zu erzielen. Zielwasser hatten beide Teams in diesem Abschnitt nicht getrunken. Es war schon fast skurril zu nennen, was die Russen an Chancen ausließen. Alexej Tereschenko ist in der 44. Minute in einer Schussposition, wie man sie nicht in jedem Spiel hat. Doch der Mann aus Kasan schiesst mitten auf Vehanen. Die Finnen machen es besser. Bei Jani Lajunens Versuch bleibt die Scheibe nicht vor der Linie liegen, sondern kullert aufreizend langsam über diese. In Überzahl besorgt Immonen das aus finnischer Sicht beruhigende 3:0. Und auch zum dritten Mal lässt direkt danach Sinowjew als „Chancentod“ auch Hochkaräter Nummer drei aus. Die beiden Superstars Kowaltschuk und Owetschkin glänzten mehr auf der Strafbank wegen Stockschlagens denn als Torschützen. Typisch für das ganze Spiel: Zwei Sekunden vor Schluss scheiterte Kowaltschuk in aussichtsreicher Position an Vehanen. Tore: 1:0 (25:13) Granlund (Immonen), 2:0 (47:40) Lajunen, 3:0 (49:15) Immonen (Granlund – 5:4).Strafen: Finnland 10, Russland 12. Zuschauer: 9.272. Schiedsrichter: Lärking (SWE), Orszag (SVK).













