DEL-Finale: Schiedsrichter im Brennpunkt - Regelbeugung von Schütz

Berlin/Duisburg, 17.April 2007

Weder die spielerischen und technischen Finessen der Mannheimer Adler noch die kämpferischen Qualitäten der Sinupret Ice Tigers stehen derzeit im Mittelpunkt der Berichterstattung über das DEL-Finale 2007. Auch nicht die Doppelpacks von Jason Jaspers, Rene Corbet und Jeff Shantz, die mit ihren Treffern den Mannheimer Adlern die Tür zur fünften DEL-Meisterschaft weit aufgestoßen haben.

Leider ist einmal mehr derzeit eine leidige Schiedsrichter-Diskussion im Fokus des Medieninteresses. Noch leidiger als diese Diskussionen für den Eishockey-Sport ohnehin schon sind, ist die Tatsache, dass diese Kritik an den Referees völlig berechtigt ist.

Eine derartige Fehlentscheidung wie sie Richard Schütz im ersten Finalspiel in der Verlängerung getroffen hat, würde in der um Welten professionelleren Fußball-Bundesliga wohl das Ende aller Karriere-Träume bedeuten.

Man muss sich vor Augen führen, dass Schütz nicht nur als internationaler Austauschschiedsrichter des Weltverbandes (IIHF) fungiert, sondern auch regelmäßig bei Weltmeisterschaften zu Einsätzen in wichtigen Spielen kommt. Damit sollte nun allerdings ein Ende sein, nachdem Schütz am Freitagabend seine Regelunkenntnis via Premiere in alle eishockeyinteressierten Haushalte verbreitete.

Es kann nicht sein, dass ein im Finale eingesetzter Schiedsrichter nicht weiß, mit wievielen Spielern bei Strafen gegen beide Mannschaften in der Verlängerung weitergespielt wird. Sein zögerliches "4 gegen 4" in Richtung des Mannheimer Zeitnehmers war deutlich zu vernehmen und wäre auch die richtige Entscheidung gewesen. Auf die Antwort, dass es mit 3 gegen 3 weiterginge, reagierte Schütz mit einem unwissenden "sicher?" und folgte tatsächlich dem Ratschlag des Mannheimer (!) Zeitnehmers.

In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage, warum ein zusätzlicher vierter Offizieller überhaupt eingesetzt wird und nicht interveniert, wenn der Unparteiische derart regelunkundig ist. Dass die Strafe gegen den Nürnberger Mapletoft noch dazu an den Haaren herbeigezogen war, kommt immer wieder mal vor, sollte aber eben nicht unbedingt ein Finalspiel entscheiden.

Auch Rick Looker zog im zweiten Finale viel Zorn auf sich, dabei hat der US-Amerikaner - im Vergleich zu Schütz - gar nicht mal so viel falsch gemacht. Lediglich seine etwas einseitige Regelauslegung zugunsten der Mannheimer Adler stieß etwas auf. Bei vergleichbaren Vergehen traf er unterschiedliche Entscheidungen.

Es ist einfach schade, dass nicht die Leistungen der beiden Teams und ihrer Spieler im Mittelpunkt der Berichterstattung stehen, sondern wieder einmal die Leistungen der Schiedsrichter. Schon im Vorjahr war vor allem bei der Halbfinal-Serie zwischen Düsseldorf und Köln ähnliches zu beobachten. Damals im Brennpunkt: Rick Looker!







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