Poschmann: „Mir geht es sehr gut. Auch körperlich“
Die Diagnose, die er am Mitte Mai bekam, könnte nicht niederschmetternder gewesen sein: Vorderes Kreuzband: gerissen, Innenband: gerissen, innerer Meniskus: gerissen, äußerer Meniskus: gerissen, Knorpel: stark geschädigt.
In der letzten Zeit war es ruhig um ihn geworden. Meist fand man ihn bei den Heimspielen der Düsseldorf Panther auf der Tribüne des Benrather Stadions. Mitfiebernd fühlte er praktisch jeden Spielzug mit. Aufmerksame Fans werden bemerkt haben, dass es ihm zunehmend, nach seiner schlimmen Verletzung am 2.Spieltag gegen die Assindia Cardinals, besser ging. Zuletzt fehlten sogar die Gehhilfen und man sah ihn überwiegend mit sehr guter Laune. „Mir geht es gut. Auch körperlich“ Christian Poschmann sagt dies mit einem
breiten Lachen im Gesicht. Die Fans der Düsseldorf Panther werden sich freuen. Noch nie war die Anteilnahme an einer Verletzung an einem Spieler der Panther so groß. Nun ist also fast alles überstanden: „Das Knie ist noch nicht schmerzfrei. Im Alltagsgebrauch macht sich nur manchmal der Muskelrückgang bemerkbar, aber
wenn ich tief in die Hocke gehe, fährt ein starker Schmerz durch das gesamte Bein. Das liegt hauptsächlich daran, dass noch immer Flüssigkeit im Innern des Knies ist, die nur langsam abgebaut und abgeführt wird.“
Die Diagnose, die er am Mitte Mai bekam, könnte nicht niederschmetternder gewesen sein: Vorderes Kreuzband: gerissen, Innenband: gerissen, innerer Meniskus: gerissen, äußerer Meniskus: gerissen, Knorpel: stark geschädigt. Es folgten einige Operationen, Ruhephasen und bis jetzt eine Reha, die schmerzhaft war und noch ist. Poschmann muss durch ein Aufbautraining, dass man seinen härtesten Widersachern nicht gönnt: „Das Kraftaufbautraining hat sehr langsam begonnen und ist für einen Sportler, der es gewohnt ist mit Gewichten zu arbeiten, wirklich niederschmetternd. Wenn das Anwinkeln des Beins mit schweißtreibender Arbeit verbunden ist, macht das Ganze fast keinen Spaß mehr und man muss diszipliniert an diesen kleinen Übungen arbeiten. In der Anfangsphase habe ich wirklich nur Kraftübungen mit dem eigenen Körper und dessen Gewicht gearbeitet. Inzwischen fahre ich viel mit dem Fahrrad und fange diese Woche mit Gewichten im
Fitness-Studio an“ In diesen Momenten der Reha denkt er oft über seine Zukunft nach. Ob er noch mal seinen geliebten Sport ausüben kann, weiß er nicht. Wenn er die Stimmen seiner Ärzte befolgen würde, wäre sofort Schluss, doch noch hält sich Poschmann eine Hintertür auf. „Alle Mediziner haben mir zu einem Karriereende geraten, da das Bein jetzt sehr anfällig ist und bei einer derartigen erneuten Verletzung nie mehr fit wird. Außerdem habe ich "footballerisch" alles erreicht, was man in Deutschland erreichen kann. Lediglich die Profikarriere in den USA ist mir verwehrt geblieben, aber ich freue mich über die schönen Dinge, wie EM- und MVP-Titel, World Games-Sieger, Bronze bei der WM in Japan und viele weitere schöne Momente im Jugend- und Herrenfootball. All das wäre Grund genug zu sagen: Hör auf, wenn es am Schönsten ist. Dennoch ist dies nicht das Ende. Die Entscheidung werde ich im Winter treffen, wenn ich in meinen Körper hinein gehorcht habe.“ Poschmann wird also das Wintertraining der Panther, zu dem Martin Hanselmann ab Mitte/Ende Oktober bittet, dabei sein. „Mein Football-Geist möchte weiter mitspielen und ich werde am Wintertraining zur Saison 2009 teilnehmen und meinen Körper gut beobachten“
Auf der Tribüne hat er trotz des am Ende kleinen Einbruchs sehr positives von den Panthern gesehen. „Es ist sehr schön zu sehen, dass bei den Panthern junge RB-Talente gibt. Marcel van Eck musste nach meiner Verletzung vermehrt in die Bresche springen und hat seinen Job solide gemeistert. Selbstverständlich fehlt ihm und weiteren jugendlichen Spielern, wie Malek Said noch einiges an Erfahrung auf diesem Football-
Level. Spieler wie Jan Fischer und Fabian Schlieck haben schon etwas mehr an Erfahrung konnten dieses Jahr aber aufgrund von Verletzung oder Auslandaufenthalt nicht intensiv an ihrer Entwicklung arbeiten. Kurzum die Jungs sind gut brauchen allerdings alle noch ein Jahr um sich weiter zu entwickeln. Dies gilt auch für alle andern Positionen. Wir schaffen es hoffentlich mehr und mehr die nachrückenden Jugendspieler zu integrieren und zu etablieren. Bald ist der Wandel vollzogen und der Großteil des Teams kennt sich aus dem Jugendteam. Diesen unglaublichen Vorteil gegenüber den anderen Footballteams müssen wir stärker nutzen und mit Martin Hanselmann haben wir den richtigen Mann an der Spitze, der diese jungen Talente zu fordern und zu fördern weiß“ und an die, die diesen positiven Befund ermöglicht haben, will er sich auch noch wenden: „Am Ende möchte ich mich noch bei allen Fans, bei meinem Ärzte-Team und meinen Physiotherapeuten bedanken. Vielleicht seht Ihr mich ja nächstes Jahr wieder auf dem Rasen!“
Quelle: Panther














