Zwei schwere Aufgaben - Bayreuth gegen Leipzig und in Neuwied

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Die Ansage von Bayreuths Trainer Joe West direkt nach der 0:7-Niederlage am vergangenen Sonntag gegen Dresden war deutlich: „Die Spieler müssen mehr bringen.“ Denn nur so können die nächsten beiden Gegner der Tigers wirklich geärgert werden. Am Freitag (19.30 Uhr) spielt der ESV vor eigenem Publikum gegen die Blue Lions Leipzig, am Sonntag (18 Uhr) treten die Tigers beim SC Mittelrhein Neuwied an.

Konsequenzen aus dem spielerisch wenig erfreulichen Null-Punkte-Wochenende hatte Trainer West schon am Sonntag angekündigt. Nun ist klar, wie diese aussehen werden: Der Coach hat seine beiden ersten Reihen umgestellt und vertraut im ersten Sturm nun auf Michael Pastika, Jeremy Cheyne und Dave MacIntyre. Christoph Splitter, Jim Shepherd und Jan Barta bilden künftig den zweiten Sturm. Möglicherweise muss der Trainer am Wochenende aber auf seinen Abwehrmann Manuel Bayer verzichten, der verletzungsbedingt in dieser Woche nicht mittrainieren konnte.

Zudem hofft West, dass eine erneute Videoanalyse am Dienstag den Spielern ihre individuellen Fehler aus der Partie gegen Dresden vor Augen geführt hat und solche Patzer künftig vermieden werden. Abhilfe soll außerdem ein neues Spielsystem bringen, künftig werden die Tigers defensiver agieren als zuletzt.

Freitags-Gegner Leipzig wird ihnen nicht so viel andere Möglichkeiten lassen. Die Sachsen praktizieren schließlich ein starkes Offensivsystem. Die Blue Lions gelten als eine der Topmannschaften der Liga, auch wenn das offizielle Saisonziel des Vereins mit „Klassenerhalt“ angegeben wird. Angesichts des hervorragend besetzten Kaders scheint dies eine übertrieben bescheidene Marke zu sein, und auch Teammanager Dietmar Habnitt, früher viele Jahre in Bayreuths Mannschaft und Verein aktiv, rechnet eigentlich schon mit der Meisterrunde: „Dann, in den Playoffs, ist alles möglich.“ Aufstieg nicht ausgeschlossen.

550.000 Euro gibt der Verein für den Spielbetrieb in einer Liga aus, in die er am Verhandlungstisch aufgestiegen war. Nachdem die ESBG grünes Licht für Leipzigs Oberliga-Abenteuer gab, stellte Habnitt eine völlig neue Mannschaft zusammen: 20 neue Spieler stehen im Kader der Sachsen, darunter die ehemaligen Bayreuther Troy Stephens, Richard Tischler und Daniel Sevo. Und bisher machten die Löwen ihre Sache gut. Leipzig steht auf Platz 2 der Tabelle, lediglich die Schwächen in der Chancenverwertung haben möglicherweise bisher den Sprung ganz nach oben verhindert.

Ganz oben stand der SC Mittelrhein-Neuwied in dieser Saison bereits – nach sechs Punkten an den ersten beiden Spieltagen. Mittlerweile haben es sich die Bären aus Rheinland-Pfalz auf dem dritten Rang gemütlich gemacht. Ihre Stärke liegt im überlegten Spielaufbau, bei dem die beiden starken Verteidiger Sami Leinonen und Ladislav Strompf eine wichtige Rolle spielen. Trainer Fred Caroll kann voraussichtlich auf seinen kompletten Kader zurückgreifen. Nicht zuletzt deshalb können sich die Bären, mit dem Ex-Bayreuther Harry Kulczynski im Kader, für das Wochenende den Gewinn von sechs Punkten vornehmen. Dass mit ihnen durchaus zu rechnen ist, zeigten die Bären gegen die spielstarken Dresdner: Innerhalb von drei Minuten glichen sie dort einen 1:4-Rückstand aus, verloren das Spiel in der letzten Minute aber dennoch. Allerdings ließen sie dieser Niederlage einen knappen Heimsieg gegen die Hannover Indians folgen, gegen die Mittelrhein in der vergangenen Saison kein Heimspiel gewinnen konnte. (Ingo Schorlemmer)

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