Zwei Heimspiele in fünf Tagen für die Roten Teufel

"Rote Teufel" warten noch auf die Lizenz"Rote Teufel" warten noch auf die Lizenz
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Volles Programm für den EC Bad Nauheim: gleich drei Spiele in fünf Tagen absolviert der Oberligist ab dem kommenden Freitag, an dem zunächst der EHC Freiburg zu Gast im Colonel-Knight-Stadion sein wird (Spielbeginn 19.30 Uhr). Sonntag geht es dann zum Mit-Aufsteiger nach Rostock, ehe am Dienstag (ebenfalls ab 19.30 Uhr) der Deggendorfer SC seine Visitenkarte im Kurpark abgeben wird.

Die Wölfe aus Freiburg sidn realtiv verhalten in die Saison gestartet. Einer 6:5-Niederlage in Halle folgte mit dem 3:5 zuhause gegen Leipzig eine zweite Pleite gegen einen Aufsteiger. Auch in Hannover zog man mit 2:1 den Kürzeren, erst bei den Eisbären Berlin konnte man mit einem überzeugenden 5:2 den ersten Saisonsieg einfahren, was für ein wenig Ruhe im Schwarzwald sorgte. Somit sind die Erwartungshaltungen vor dem Gastspiel in Bad Nauheim natürlich ebenso hoch wie der Druck, der auf dem Team von Trainer Sergej Svetlov lastet. "Jetzt müssen die Jungs nachlegen", beurteilt ein EHC-Fan im Forum der Wölfe die Situation, was durchaus der Realität entspricht. Für die Baden-Württemberger dürfte diese Partie richtungsweisend sein, ob man den Anschluss an die vorderen Plätze herstellen kann, oder ob man sich mittelfristig eher an untere Regionen wird gewöhnen müssen. Da wiegt es natürlich doppelt schwer, dass ausgrechnet Routinier Patrick Vozar (früher u.a. auch in Bad Nauheim aktiv) verletzungsbedingt ausfällt. Dennoch wird es ein Wiedersehen mit einem Ex-Teufel geben, denn mit Daniel Ketter steht ein echtes Nauheimer Eigengewächs im Kader des ehemaligen DEL-Clubs.

Am Sonntag treten die Roten Teufel dann die weite Fahrt in den hohen Norden zu den Piranhas aus Rostock an. Der Liga-Neuling sorgte bislang für einiges an Furore und und hat nach vier Spielen bereits sieben Punkte auf dem Konto. Objektiv betrachtet fuhr man diese Zähler aber gegen Teams aus dem Tabellenkeller ein, während man beim Topclub Kaufbeuren mit 6:1 den Kürzeren zog. Zudem unterlag man zuhause dem ESC Halle mit 1:2 n.P., was die sportliche Situation ein wenig relativiert. Dennoch liegt die Mannschaft von Ex-Weltmeister Sergej Jaschin in der Tabelle deutlich vor den Mit-Aufsteigern, und vor allem zuhause sind die Rostocker nicht zuletzt aufgrund der frenetisch anfeuernden Fans eine Macht. Als Nachteil könnte sich in einer langen Saison allerdings der kleine Kader entpuppen, der nach dem Motto "Klasse statt Masse" zusammengestellt wurde. Mit dem Ex-DEL-Profi André Grein sowie dem früheren tschechischen Erstligaspieler Pavel Blaha hat man sich zwei absolute Routiniers an Land gezogen, aber auch Spieler wie Martin Ekrt oder Daniel Sikorski sind ein Begriff. Allerdings hat ein Großteil des Teams bereits die 30-er Altersgrenze überschritten, so dass man abwarten muss, wie sich die Saison in Richtung Verletzungen an der Ostsee entwickelt.

Zum Abschluss des Fünf-Tages-Programms gastiert am Dienstagabend Deggendorf Fire im Bad Nauheimer Kurpark, das bislang noch keine Bäume ausgerissen hat. Null Zähler und 4:25 Tore stehen nach zwei Wochenenden zu Buche, wobei die Bayern derzeit allerdings das gleiche Problem wie die Hessen zu haben scheinen, denn sie können ihre Torchancen nur selten in Treffer verwandeln. Beim 1:4 in Weiden hatte alleine Ex-Nationalspieler Thomas Greilinger fünf Treffer auf dem Schläger, letztendlich konnte er nur eines erzielen. Auch im Match gegen Peiting war man nicht chancenlos und hatte über weite Strecken große Spielanteile, so dass es durchaus Parallelen zu den Roten Teufeln gibt. Von daher dürfte der Vergleich mit den Süddeutschen überaus interessant werden, zumal nun die Spiele mit Punkte-Potenzial für die Kurstädter anstehen. Ein Heimsieg gegen Deggendorf ist da natürlich Pflicht - angesichts des Folge-Programms fast schon unabdingbar, um den Anschluss an das Mittelfeld nicht vorzeitig zu verlieren.

EC-Coach Michael Eckert wird das Wochenende mit allen verfügbaren Akteuren antreten können, auch wenn Jason Deleurme zuletzt Leistenprobleme hatte. "Dadurch ist er derzeit nicht bei 100 Prozent, aber er wird spielen können", so der Trainer. Verzichten muss der Ex-Profi aller Voraussicht nach erneut auf Dennis Cardona, der noch immer keinen deutschen Pass vorzuweisen hat. Der Stürmer hat am Montag seinen US-Ausweis persönlich bei der amerikanischen Botschaft abgegeben, die schriftliche Bestätigung hierüber, die er zur Beantragung der deutschen Staatsbürgerschaft benötigt, kommt auf dem Postweg. Selbst wenn diese noch vor dem Freitag eintrifft, ist es sehr unwahrscheinlich, dass er rechtzeitig einen vorläufigen deutschen Ausweis erhält, mit dem man dann beim DEB den Spielerpass beantragen kann. Somit wird dasselbe Team wie in den beiden Partien gegen Berlin und Hannover auflaufen.