Wizards scheitern in Ravensburg an schwacher Chancenverwertung

Wizards stürzen Tabellenführer München vom Platz an der SonneWizards stürzen Tabellenführer München vom Platz an der Sonne
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Den ersten Matchball zum Einzug in die Meisterrunde der Eishockey-Oberliga Süd konnten die Stuttgart Wizards nicht verwerten. Die Cracks von Trainer Wilbert Duszenko unterlagen am Dienstagabend im Nachholspiel beim EV Ravensburg trotz einer guten Vorstellung und zahlreicher Torchancen mit 2:5 (1:2, 1:2, 0:1). „Ich bin natürlich enttäuscht, dass wir nicht gepunktet haben. Mit der frühen Führung lief das Spiel eigentlich optimal für uns, doch dann haben wir uns – wie schon so oft – unnötige Strafen abgeholt, die Ravensburg eiskalt ausgenutzt hat. Spielerisch haben wir einiges gezeigt und hatten vor allem im zweiten Drittel etliche gute Torchancen. Wenn man diese nicht nutzt, kann man so ein Spiel aber eben nicht gewinnen“, meinte Duszenko im Anschluss an die Partie. Einen Spieltag vor Ende der Vorrunde rangieren die Zauberer trotz der Niederlage mit 60 Punkten weiter auf Rang sechs, dem letzten Meisterrunden-Platz der Südgruppe. Die Entscheidung, ob dies auch nach 40 Vorrunden-Spieltagen so bleibt, fällt am kommenden Sonntag (20.02.2005, 18.00 Uhr) in Grafing. Beim bereits für die Meisterrunde qualifizierten EHC Klostersee benötigen die Wizards einen Sieg, um ihre Teilnahme perfekt zu machen.



Am Dienstagabend erwischten die Gäste aus der baden-württembergischen in der trotz starken Schneefalls mit 2.400 Besuchern gut gefüllten Ravensburger Eissporthalle einen Traumstart. Bereits in der zweiten Spielminute zogen die Blau-Gelben ein gefälliges und druckvolles Powerplay auf, das Jeff White mit einem satten Schuss von der blauen Linie erfolgreich abschloss. Auch die nächsten Minuten gehörten den Wizards, der EVR wirkte vor eigenem Anhang nervös und ließ den Stuttgartern ungewöhnlich viel Raum. Außer ein paar guten Chancen sprang dabei jedoch nichts Zählbares heraus, und je länger die Partie dauerte, desto besser kam Ravensburg ins Spiel. Bei einem Alleingang von Jarkko Varvio, Ex-NHL-Profi in Diensten der Oberschwaben, war Wizards-Keeper Tyrone Garner noch auf dem Posten, ehe er nach knapp zehn Minuten den Schuss von Phil Huber zum Ausgleich passieren lassen musste.

Ravensburg nahm nun verstärkt das Heft in die Hand und zeigte etliche schnelle Kombinationen, derer sich die Wizards mitunter nur durch Strafen zu erwehren wussten. So auch in der 14. Minute, als Andreas Klundt in der Kühlbox brummte. Im daraus resultierenden Powerplay erzielte EVR-Kapitän Mike Muller die Führung der Hausherren, zugleich der Stand nach dem ersten Durchgang.



Wie schon im ersten Drittel, hatten die Wizards auch zu Beginn des zweiten Abschnitts mehr vom Spiel und agierten druckvoller, vergaben allerdings etliche Großchancen zum Ausgleich. Weil es sich meistens rächt, wenn man seine Chancen nicht nutzt, kam es in der 27. Minute wie es kommen musste. Erneut Mike Muller schloss eine schnelle Kombination über drei Stationen erfolgreich ab und brachte Stuttgart mit zwei Toren ins Hintertreffen – 1:3.

Die Wizards ließen sich davon allerdings nicht sonderlich beeindruckten und agierten im Anschluss weiter engagiert und bissig. So kamen sie zu zahlreichen Chancen, doch immer wieder stand entweder Ravensburgs stark haltender Goalie Markus Hätinen, die Latte oder der Pfosten im Weg.

Hektisch wurde es in der 30. Minute, als EVR-Stürmer Phil Huber nach einem Check mit Verletzungsfolge eine – wie Ravensburgs Trainer Gerhard Brunner anschließend befand – berechtigte Spieldauerdisziplinarstrafe erhielt. Daraufhin waren die Wizards fünf Minuten lang mit einem Mann in Überzahl und hatten die große Chance, ins Spiel zurück zu kommen. Das Powerplay lief zunächst gut, und nach nur 25 Sekunden stocherte Stuttgarts Kapitän John Sicinski den Puck aus dem Gewühl zum 2:3 über die Linie (30.). In den verbleibenden vier Minuten taten sich die Wizards allerdings schwer mit dem Penalty-Killing der Oberschwaben, die die Räume sehr eng machten und die Zauberer nur noch selten ihre Positionen finden ließen. Statt auf den Ausgleich zu erzwingen, hatten die Wizards eine große Schrecksekunde zu überstehen. Keeper Tyrone Garner wollte neben seinem Gehäuse einen Ravensburger Befreiungsschlag abfangen direkt an die gegnerische blaue Linie weiterleiten, um das Powerplay neu aufzubauen. Sein Pass verunglückte jedoch und landete auf dem Schläger von Ravensburgs Stürmer Todd Wetzel, der aus dem Mitteldrittel aufs leere Tor zielte – und es glücklicherweise verfehlte.

Anschließend wogte die Partie lange hin und her, wobei die technisch beschlageneren Ravensburger aufgrund ihrer Schnelligkeit die zwingenderen Chancen hatten, aber auch die Wizards etliche gute Möglichkeiten verzeichnen konnten. Die Vorentscheidung zugunsten der Oberschwaben fiel kurz vor Ende des zweiten Durchgangs – erneut im Powerplay – mit einem Treffer, den es so eigentlich nie geben darf. Zunächst konnte Stuttgart Torwart Tyrone Garner einen Schuss von Todd Wetzel nur abprallen lassen. – genau vor die Füße von Dan Heilman. Der traf die Scheibe zwar nicht richtig, weil die Abwehr der Wizards aber nicht schnell genug reagierte, kullerte der Puck in Zeitlupentempo am verdutzten Garner vorbei ins Tor.



Damit war es für die Wizards natürlich schwer, dem Match in den letzen 20 Minuten noch eine Wendung zu geben. Dennoch wollten sie es noch einmal wissen und erarbeiteten sich Chance um Chance. Alleine in den letzten zehn Minuten hätten sie genügend Gelegenheiten gehabt, die Partie noch zu drehen. Wie schon in den Dritteln zuvor zeigten sich die Blau-Gelben im Abschluss allerdings wenig kaltschnäuzig und hatten auch noch Pech, so dass die Niederlage bereits besiegelt war. Den Schlusspunkt unter ein gutes Oberligaspiel setzte Ravensburgs Todd Wetzel mit einem Empty Net Goal 39 Sekunden vor Schluss, als Stuttgart versuchte, mit sechs Feldspielern einen Treffer zu erzwingen. Durch das 2:5 des Kanadiers fiel die Niederlage der Wizards, die toll gekämpft und gearbeitet haben, bis zum Finale in Grafing ihre Chancenverwertung allerdings noch verbessern sollten, um ein Tor zu hoch aus.



Dessen ungeachtet erkannte Stuttgarts Coach Wilbert Duszenko die Leistung des EV Ravensburg neidlos an: „Gratulation nach Ravensburg. Die Mannschaft hat sehr clever gespielt, so dass es für uns nach dem 2:4 schwer war, noch einmal zurück zu kommen. Ich denke, der EVR wird jetzt seine Chancen nutzen und in die Meisterrunde einziehen. Auch uns bleibt am Sonntag in Grafing noch eine Chance auf Platz sechs, die wir natürlich nutzen wollen. Das wird zwar sehr schwer, aber diese Situation haben wir uns selbst zuzuschreiben. So wie heute haben in dieser Saison schon zu oft gut begonnen und uns dann durch billige Strafzeiten selbst um den Erfolg gebracht. Spielerisch haben wir zwar einiges gezeigt, aber ohne konsequente Chancenverwertung kann man nun mal kein Spiel gewinnen“, so das Fazit des Schwetzingers.



Ravensburgs Trainer Gerhard Brunner war nach dem Spiel voll des Lobes für sein Team: „Ich bin wahnsinnig stolz auf die Jungs, alle haben sich in den Dienst der Mannschaft gestellt. Das war ein Spiel zweier starker Mannschaften, für die es um viel ging. Wir haben taktisch sehr gut gespielt und die Räume sehr eng gemacht. Ich bin froh, dass wir gewonnen haben, aber wir werden das Match jetzt schnell abhaken und uns auf Peiting vorbereiten“, gab Brunner zu Protokoll.



Am kommenden Freitag sind die Wizards spielfrei, ehe am Sonntag, 20.02.2005, 18.00 Uhr, beim EHC Klostersee die endgültige Entscheidung fallen wird, ob die Zauberer im zweiten Oberliga-Jahr erstmals in die Meisterrunde einziehen können oder erneut den Gang in die Abstiegsrunde antreten müssen. „Der EHC Klostersee ist sehr heimstark, für uns wird es sehr, sehr schwer. Aber wir werden natürlich alles daran setzen, die letzte Chance beim Schopf zu packen“, blickt Wilbert Duszenko voraus.



EV Ravensburg – Stuttgart Wizards 5:2 (2:1, 2:1, 1:0)

Tore: 0:1 (1:03) Jeff White (John Sicinski, Jay Woodcroft) 5-4, 1:1 (9:23) Phil Huber (Jarkko Varvio, André Berger), 2:1 (14:03) Mike Muller (Todd Wetzel, Dan Heilman) 5-4, 3:1 (26:00) Mike Muller (Dan Heilman, Alan Reader), 3:2 (29:50) John Sicinski 5-4, 4:2 (38:44) Dan Heilman (Todd Wetzel, Mike Muller) 5-4, 5:2 (59:21) Todd Wetzel 5-6 ENG

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