Wizards: 3:1 in Miesbach macht Sechs-Punkte-Wochenende perfekt

Wizards stürzen Tabellenführer München vom Platz an der SonneWizards stürzen Tabellenführer München vom Platz an der Sonne
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Kampf war Trumpf beim 3:1 (1:0, 1:1, 1:0) der Stuttgart Wizards am Sonntagabend im oberbayerischen Miesbach. Mit viel Engagement verdiente sich der Eishockey-Oberligist drei Zähler und fuhr damit nach dem 4:2-Erfolg gegen den EHC München am Wochenende die Maximalausbeute von sechs Punkten ein. „Ich bin froh über den Sieg. Es ist uns gelungen, auswärts einmal nachzulegen. Im ersten Drittel haben wir taktisch gut gespielt, während die Partie im zweiten Abschnitt etwas zerfahren war und beinahe gekippt wäre. Wir haben jedoch stets zum richtigen Zeitpunkt die Tore erzielt“, so das Fazit von Wizards-Coach Wilbert Duszenko, dessen Team derzeit auf dem vierten Tabellenplatz der Gruppe Süd rangiert und damit der beste baden-württembergische Oberligist ist. Am kommenden Freitag (17.12.2004, 20.00 Uhr, Eissport-Zentrum Waldau Stuttgart) haben die Zauberer gegen die Star Bulls Rosenheim die Chance, das Polster auf Rang sieben, der nicht mehr zur Teilnahme an der Meisterrunde berechtigt, weiter zu vergrößern. Danach (Sonntag, 19.12.2004, 18.00 Uhr) sind die Blau-Gelben zu Gast beim Altmeister EV Füssen.



Am Sonntagabend in Miesbach erwischten die Wizards einen Start nach Mass. Bereits in der fünften Spielminute schaltete Jay Woodcroft nach einem Schnitzer in der Hintermannschaft der Gastgeber am schnellsten und brachte die Stuttgarter 1:0 in Führung.

Auch in der Folgezeit hatten die Blau-Gelben die besseren Chancen, konnten daraus jedoch kein weiteres Kapital schlagen. Die Hausherren zeigten etliche gefällige Kombinationen und kamen so ebenfalls zu guten Möglichkeiten, agierten im Abschluss jedoch erschreckend harmlos, so dass der knappe Stuttgarter Vorsprung im ersten Durchgang nur selten ernsthaft in Gefahr geriet. War dies einmal der Fall, war Wizards-Keeper Tyrone Garner stets hellwach und hielt seinen Kasten sauber.



Auch im zweiten Drittel hatten die Wizards mehr vom Spiel und erzielten nach 25 gespielten Minuten folgerichtig das 2:0 durch Peter Westerkamp. Diesem Treffer wurde jedoch vom Unparteiischen die Anerkennung versagt, da er aus dem Abseits erzielt worden sein soll. Anschließend wurde die Partie immer zerfahrener, Torszenen waren Mangelware. Hektisch wurde es in der 27. Minute, als Jay Woodcroft, Schütze des 1:0, nach einem Stockschlag eine Spieldauerdisziplinarstrafe erhielt und die Wizards eine fünfminütige Unterzahl zu überstehen hatten. Das Match hätte nun zugunsten des TEV Miesbach kippen können, doch die Zauberer kämpften verbissen und hinderten die Hausherren so daran, ein effektives Powerplay aufzuziehen. Diese Taktik ging beinahe voll auf, ehe Scott Farrell eine Sekunde vor Ablauf der Strafe aus kurzer Distanz doch noch das 1:1 erzielte (32.).

Die Stuttgarter zeigten sich davon allerdings nicht sonderlich beeindruckt und antworteten prompt: Exakt 116 Sekunden nach dem Ausgleich brachte Sebastian Buchwieser mit seinem zweiten Tor im zweiten Spiel die Gäste aus der baden-württembergischen Landeshauptstadt erneut in Front (34.). Beim ansatzlosen Handgelenkschuss des Neuzugangs aus Leipzig hatte TEV-Keeper Marc Anthony Franco keine Abwehrchance. Dieses 2:1 war zugleich der Stand nach zwei Durchgängen, so dass der knappe Vorsprung der Wizards auch im Schlussabschnitt Bestand hatte.



Dort entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Miesbach hatte etliche Male den Ausgleich auf dem Schläger, Tyrone Garner trieb die Stürmer der Hausherren mit spektakulären Paraden jedoch schier zur Verzweiflung. Mehr Fortune im Abschluss hatten hingegen die Wizards. Nach knapp 47 Minuten fasste sich Peter Westerkamp bei doppelter Überzahl ein Herz und markierte den 3:1-Endstand. Beim Schuss des Deutschkanadiers machte Miesbachs ansonsten solider Goalie Marc Anthony Franco keine gute Figur.

In den letzten zehn Minuten wollten die Württemberger den Vorsprung verwalten, ließen sich dadurch zu sehr in die Defensive drängen. Der TEVM warf hingegen alles nach vorne, um noch einmal ins Spiel zurück zu kommen, spielte aber trotz des Zwei-Tore-Rückstands zu kompliziert und wenig geradlinig. Dennoch ergaben sich einige gute Möglichkeiten für die Hausherren. Tyrone Garner war jedoch stets auf dem Posten und mit schnellen Reflexen gerade in der spannenden Schlussphase Garant für den Stuttgarter Sieg.



Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel freute sich Wizards-Trainer Wilbert Duszenko zuallererst über die drei gewonnen Zähler: „Ich bin froh über den Sieg und mit dem Sechs-Punkte-Wochenende natürlich zufrieden. Im ersten Drittel haben taktisch gut gespielt, allerdings war das Match im zweiten Durchgang zerfahren und hätte nach der Strafe gegen Jay Woodcroft auch kippen können. Die Hinausstellung war eine harte Entscheidung, denn seine Aktion war keine Absicht. Glücklicherweise haben wir die Unterzahl nahezu unbeschadet überstanden und immer zum richtigen Zeitpunkt getroffen. Im letzten Durchgang wollten wir den Vorsprung verwalten, anstatt nachzulegen. Das hätte auch schief gehen können, aber Hauptsache ist, dass wir die Punkte geholt haben“, meinte der Schwetzinger.

Miesbachs Coach John Samanski haderte einmal mehr mit der Chancenverwertung seiner Cracks: „Wir haben schon seit Wochen ein großes Problem: Wir schießen keine Tore, und dann kann man keine Spiele gewinnen. Der Einsatz meiner Mannschaft hat gestimmt und wir haben uns auch etliche gute Möglichkeiten erarbeitet, machen aber viel zu wenig daraus. Insgesamt haben wir über 30 Schüsse aufs Stuttgarter Tor abgefeuert, aber nur einen Treffer erzielt, selbst in fünfminütiger Überzahl sprang nicht mehr heraus. So ist es fast logisch, dass wir als Verlierer vom Eis gegangen sind, wenngleich es uns die Wizards mit einer kompakten Defensive auch sehr schwer gemacht haben“, trauerte Samanski den vergebenen Möglichkeiten nach.



Nach dem erfolgreichen Wochenende bietet sich den Wizards in den kommenden Matches die Chance, einen großen Schritt Richtung Meisterrunde zu machen. Zunächst empfangen sie am Freitag (17.12.2004, 20.00 Uhr, Eissport-Zentrum Waldau Stuttgart) den Traditionsclub Star Bulls Rosenheim. Mit einem Sieg gegen den Tabellensiebten, der – bei einem Spiel weniger – vier Zähler hinter den Wizards rangiert, würde das Polster auf die ungeliebten Abstiegsrunden-Plätze weiter anwachsen. „Das ist natürlich unser Ziel. Wir werden alles für einen Erfolg tun, auch wenn es sehr schwer wird“, blickt Stuttgarts Trainer Wilbert Duszenko voraus. Die Oberbayern schicken eine homogene Truppe ins Rennen, deren Gerüst zahlreiche junge Talente wie Maximilian Huff, Christoph Koziol oder die Kraxner-Zwillinge Dominik und Kevin bilden. Geführt werden die Youngsters von erfahrenen Routiniers wie Raimond Hilger, Heinrich Schiffl, Michael Pohl oder DEL-Rückkehrer Patrick Senger (kam von den Hannover Scorpions zu seinem Heimatverein zurück). „Wichtig ist, dass wir diese Akteure in den Griff bekommen. Sie können ein Spiel allein entscheiden“, gibt Stuttgarts Trainer Wilbert Duszenko zu bedenken. Dennoch ist dem 54-Jährigen vor dem Duell nicht bange. „In Rosenheim unterlagen wir zwar 1:2, doch wir wissen, wie wir die Star Bulls schlagen können und müssen unsere Chancen genauso konsequent verwerten wie beim 5:2-Erfolg im Hinspiel auf der Waldau.“ Damals erzielte Jay Woodcroft zwei Tore und bereitete ein weiteres vor, am Freitag ist der kanadische Mittestürmer nach seiner Spieldauerdisziplinarstrafe in Miesbach hingegen zum Zuschauen verurteilt.

Nach dem Schlüsselspiel gegen Rosenheim reisen die Wizards am Sonntag (19.12.2004, 18.00 Uhr) zum Altmeister EV Füssen. In den bisherigen Duellen (4:2 und 4:3) gingen die Wizards jeweils als Sieger vom Eis. Diese Serie soll weiter Bestand haben: „Wir werden alles daran setzen, in Füssen zu punkten“, so Trainer Wilbert Duszenko.

Anpfiff gegen die Star Bulls Rosenheim ist am kommenden Freitag, 17.12.2004, um 20.00 Uhr, im Eissport-Zentrum Waldau in Stuttgart-Degerloch. Zwei Tage später (19.12.2004, 18.00 Uhr) gastieren die Stuttgart Wizards dann beim EV Füssen.



TEV Miesbach – Stuttgart Wizards 1:3 (0:1, 1:1, 0:1)

Tore: 0:1 (4:21) Jay Woodcroft (John Sicinski, Marc Garthe), 1:1 (31:40) Scott Farrell (Werner Schäffler, Bobby Davis) 5-4, 1:2 (33:36) Sebastian Buchwieser (Andreas Klundt, Christian Seeberger), 1:3 (46:40) Peter Westerkamp (John Sicinski, Jeff White) 5-3

Strafminuten: Miesbach 8, Stuttgart 6 + 5 + Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Jay Woodcroft (Stockschlag)

Zuschauer: 406

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