Wild Boys bieten den Moskitos die Stirn

Wild-Boys-Trainer Mannix Wolf gibt Anweisungen. (Foto: Andreas Kretschel – www.stock4press.de)Wild-Boys-Trainer Mannix Wolf gibt Anweisungen. (Foto: Andreas Kretschel – www.stock4press.de)
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Nachdem die Chemnitzer bereits am Freitag im heimischen Stadion den Moskitos alles abverlangten, hatten sie sich auch für das Spiel im Ruhrgebiet einiges vorgenommen.

Vor 849 Zuschauern setzten die Chemnitzer zunächst alles auf die Karte starke Defensive, um dann mit möglichen Kontern für Gefahr zu sorgen. Die Moskitos machten sofort Druck und erzwangen so eine frühe Strafe der Wild Boys. Doch die Chemnitzer Hintermannschaft, um den einmal mehr bärenstarken Roman Kondlik, stand wie eine Wand. Wenige Minuten später die erste Überzahl der Chemnitzer, wobei auch die Moskitos bewiesen, dass sie ein gutes Unterzahlspiel spielen können. Die Essener sind in dieser Phase optisch überlegen, aber im Abschluss noch zu harmlos um Kondelik zu überwinden. Gerade als die Wild Boys erste richtige Chancen verbuchen können und so langsam ins Spiel finden, gab es einen Rückschlag in Form der zweiten Strafe. Nun erhöhten die Moskitos das Tempo ordentlich und wollen das 1:0 erzwingen. Doch immer wieder scheitern sie an der aufopferungsvoll kämpfenden Verteidigung um Roman Kondelik. Das es torlos in die erste Pause ging, haben die Chemnitzer sicherlich in erster Linie ihrem Goalie zu verdanken. Aber auch sonst kämpfte Jeder für Jeden und die Mannschaft präsentierte sich erneut als ein Team.

Das zweite Drittel begann da, wo das Erste aufgehört hatte, der Favorit aus Essen macht ernormen Druck und erhöht das Tempo sogar noch einmal. Die Wild Boys versuchen mitzuhalten und schaffen es auch. Trotzdem steht immer wieder Roman Kondelik im Brennpunkt und hat dann auch das Glück des Tüchtigen, als die Scheibe Millimeter am leeren Tor vorbei rutscht. Es folgt die 26.Minute und eine Strafzeit für die Wild Boys. Wieder machen die Moskitos Druck und fangen sich aber so einen Konter der Blau-Gelben ein. Nach Zuspiel von Esa Hofverberg läuft Michal Vymazal auf und davon und schießt überlegen zur 1:0 Führung ein. Damit war die Partie plötzlich auf den Kopf gestellt, aber wer aus seinen Möglichkeiten nichts macht wird bestraft. Eine Tatsache welche die Chemnitzer nur zu gut kennen, denkt man an das Spiel in Rostock zurück. Dieser Treffer war jedoch der richtige Wachmacher für die Essener. Als wäre das Spiel nicht schon schnell genug, schalteten sie nun in den höchsten Gang. Dann ging es plötzlich Schlag auf Schlag. Zunächst sorgte Jason Reese in Überzahl für den Ausgleich. Gleich darauf ein Moskitos-Angriff über links und in der Mitte nahm Koziol die Scheibe aus der Luft und verwandelte direkt zur 2:1 Führung für die Hausherren. Der Stadionsprecher hat noch nicht einmal den Torschützen verkündet, da klingelte es erneut. Nur ganze 14 Sekunden waren vergangen, da ließ sich ein Chemnitzer die Scheibe von Jason Reese hinter dem Tor abluchsen und der Essener bedankte sich mit dem 3:1. So wurde binnen 109 Sekunden aus einer 1:0 Führung ein 1:3 Rückstand. Daraufhin reagierte Mannix Wolf sofort und nutzte die Chance durch eine Auszeit sein Team wieder zu ordnen. So meldeten sich die Chemnitzer in der 33.Minute dann wieder zurück im Spiel. Die Moskitos waren einen Moment unaufmerksam, so dass Ales Dvorak einen Pass auf Julius Michel spielen konnte, der souverän zum 3:2 einschoss. Es schien als hätte dieses Tor bei den Moskitos Wirkung gezeigt, denn die Wild Boys wurden zusehends stärker. Leider gelang es nicht in dieser Phase den Ausgleich zu erzielen und so ging es mit 3:2 in die zweite Pause.

Im letzten Drittel will Essen die Entscheidung, doch die Chemnitzer gehen an ihre körperliche Schmerzgrenze. Sie kämpfen verbissen und müssen sich immer wieder gegen anstürmende Moskitos wehren. Dennoch kommen sie zu einigen guten Chancen, welche der Essener Goalie Schmitt aber zu vereiteln wusste. Jetzt gab es nur noch zwei Möglichkeiten: Essen macht die Entscheidung oder Chemnitz den Ausgleich. Beides war nach Chancen möglich und so langsam mussten die Chemnitzer die Möglichkeit ihren Goalie zu opfern in Betracht ziehen. Doch gerade als diese Frage aufkam war es wiederum Jason Reese, der mit seinem dritten Treffer für die Entscheidung sorgte. Nun waren noch zweieinhalb Minuten zu spielen und die Chemnitzer versuchten dennoch das Unmögliche. Erst recht als zwölf Sekunden vor dem Ende noch ein Essener auf die Strafbank musste. Nun verließ Roman Kondelik seinen Kasten, doch ein Tor sollte den Wild Boys nicht mehr gelingen.

Am Ende ging der Sieg der Moskitos in Ordnung, doch die Chemnitzer haben gezeigt, dass sie mithalten können. Zumal das Spiel um vieles intensiver war als noch die Freitagspartie. Nun heißt es am kommenden Wochenende noch die Chance auf Platz drei der Zwischenrunde zu nutzen. Auch wenn man am Freitag in Dortmund wieder krasser Außenseiter ist, so sollte man am Sonntag in eigener Halle doch versuchen sich gegen den Nordmeister Rostock für die knappen Auswärtsniederlage zu revanchieren und so die Saison siegreich ausklingen zu lassen.

Tore: 0:1 (27:06) Vymazal (Hofverberg, Frank/4-5), 1:1 (29:16) Reese (Richter, Weilert/5-4), 2:1 (30:39) Koziol (Miettinen, Kastner), 3:1 (30:55) Reese, 3:2 (32:38) Michel (Dvorak, Losch), 4:2 (57:29) Reese (Miettinen, Petrozza). Strafen: Essen 10, Chemnitz 12.