Verdienter Nauheimer Sieg in Duisburg

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Die Gäste mussten ohne den erkrankten Dennis Cardona antreten, den - ebenso wie das gesamte Team – in dieser Woche ein Magen-Darm-Virus heimsuchte. Alle anderen Akteure waren aber mit an Bord, so auch Oliver Bernhardt, der bis gestern aufgrund der Erkrankung flach lag. Jannik Striepeke ersetzte Cardona im dritten Block neben Igor Filobok und Matthias Baldys, während die anderen beiden Formationen unverändert blieben. Das Match begann mit einem hohen Tempo. Es gab in den Anfangsminuten kaum mal Unterbrechungen, hin und her wog das Geschehen, wobei die Hausherren erwartungsgemäß leichtes Übergewicht von den Spielanteilen her hatten. Große Chancen spielten sie sich dabei aber nicht heraus, während Markus Keller hinten gewohnt sicher stand. In der siebten Minute ließen die Teufel durch Piwowarczyk ihren ersten Warnschuss ab, als Matthias Niederberger im Kasten der Füchse energisch mit der Fanghand zugreifen musste. Die Hessen kamen mit zunehmender Spieldauer immer besser in die Partie und sogar in Unterzahl in der 13. Minute durch Gare zu einer Riesenchance, doch irgendwie bekam Niederberger noch die Schoner zusammen, als der in dieser Woche zum besten Spieler der Oberliga West gewählte Kanadier bereits einen Treffer bejubelte. In der 17.Minute war es dann aber soweit: die Gäste bissen sich im Duisburger Drittel fest, und Manuel Weibler überwand den Torsteher mit einem schönen Schuss zur 1:0-Führung der Kurstädter. Die Hausherren zeigten sich geschockt, während die Roten Teufel weiter nach vorne spielten. Erneut in Unterzahl war es Gare, der Niederberger prüfte (18.), und nur Sekunden vor der ersten Sirene wäre Filobok fast Torschütze zum 2:0 geworden, hätte nicht ein Duisburger für seinen bereits geschlagenen Goalie auf der Linie geklärt.

Mit Beginn des zweiten Abschnitts mussten die Gäste zum dritten Mal in Unterzahl agieren, als Lanny Gare wegen Haltens in der Kühlbox saß. Aber wie schon im ersten Drittel gezeigt, waren die Teufel vor allem in diesen Situationen hellwach. Alexander Althenn nutzte einen kapitalen Fehler des erfahrenen Brad Burym an dessen eigener blauen Linie und konnte auch dank seiner Schnelligkeit in der 22. Minute das 2:0 für die Hessen markieren. Nur wenige Sekunden später hatte Jan Barta eine Riesenchance alleine vor Niederberger, doch der Torhüter hielt mit einem sensationellen Save. Die Füchse besannen sich fortan wieder auf ihr Spiel und erhöhten den Druck. Folge war der Anschlusstreffer in der 26. Minute durch Taube, der im Nachstochern erfolgreich war. Und die Gastgeber drängten weiter in Richtung Markus Keller. Die wohl beste Szene hatte hierbei Duisburgs Schöbel, doch auch Keller war mit der Fanghand zur Stelle (28.). Mitten in diese Drangphase der Wedau-Städter hinein starteten die Teufel über Gare einen 2:1-Konter, den Jan Barta in der 29. Minute zum wichtigen 3:1 abschließen konnte. Der Angreifer verzögerte zunächst den Schuss und ließ Niederberger somit keine Abwehrchance. Noch vor der zweiten Pause mussten die Kurstädter zwei weitere Strafzeiten hinnehmen, doch auch diese überstand man mit viel Kampfgeist und Spielwitz, so dass es mit einer insgesamt verdienten Zwei-Tore-Führung in die zweite Pause ging.

Die Spannung war im letzten Drittel kaum noch zu überbieten, nachdem klar war, dass Duisburg selbstverständlich noch einmal Druck machen würde. Für die Roten Teufel ging es somit darum, den vielleicht entscheidenden Nadelstich zu setzen, um die volle Punktzahl mit nach Hause nehmen zu können. Dieses Vorhaben gelang: Als Duisburgs Fiedler in der 43.Minute zwei Minuten absaß, war es Alexander Baum, der mit einem Blueliner zum 4:1 für die Roten Teufel erfolgreich war. Zwar schien der Schuss noch leicht von einem Duisburger abgefälscht gewesen zu sein, doch das interessierte die ca. 80 mitgereisten EC-Fans natürlich herzlich wenig. Die Freude währte jedoch nicht allzu lange und das Bangen begann somit noch einmal bei den Roten Teufeln: Exakt 68 Sekunden später verirrte sich nämlich ein Schuss von Bader im Netz der Hessen, nachdem das Hartgummi von André Mangolds Schlittschuh unhaltbar abgefälscht wurde. Die Füchse verspürten natürlich Hoffnung, so dass sie die Schlagzahl erwartungsgemäß erhöhten. Die EC-Abwehr sowie Markus Keller waren demnach gefragt, wie in der 52. Minute, als der Bad Nauheimer Torhüter einen Schuss von Selivanov sensationell mit der Fanghand wegfischen konnte. Die Zeit lief den Ruhrstädtern langsam aber sicher davon, so dass sie mehr und mehr Risiko gehen mussten. Die Hausherren machten sich das Leben allerdings auch selber schwer in Form von unnötigen Strafzeiten gegen Bader und Burym, die den Roten Teufeln, die vier der fünf Vorrundenspiele gegen Duisburg verloren, natürlich vollends ins Konzept spielten. Somit rückte die Uhr immer weiter in Richtung 60-Minuten-Marke, nachdem die Gäste die Scheibe weitestgehend vom eigenen Tor fernhalten konnten. Die Kurstädter brachten das Geschehen schlussendlich sicher über die Zeit und fahren somit drei wichtige Punkte im Kampf um den Play-off-Einzug ein.

Am Sonntag ab 19 Uhr gastieren die Füchse zum Rückspiel im Bad Nauheimer Colonel-Knight-Stadion, bei dem die Hessen einen ganz großen und vorentscheidenden Schritt in Richtung Viertelfinale gegen den Süden machen können. „Wer jetzt nicht ins Stadion kommt, dem ist nicht mehr zu helfen“, sagte ein von der Teamleistung begeisterter Fanradio-Reporter Marcel Bohl, der gut 200 Hörern zuhause die freudige Kunde vom Auswärtserfolg übermitteln konnte. „Die Hütte muss am Sonntag brennen“, sagt folgerichtig auch EC-Geschäftsführer Andreas Ortwein, der sich ebenso wie die Anhängerschar auf dieses Duell freut.

Tore: 0:1 (16:02) Weibler (Piwowarczyk, Bernhardt), 0:2 (21:49) Althenn (Bernhardt, Baldys/4-5), 1:2 (25:14) Taube (Fiedler, Selivanov), 1:3 (28:34) Barta (Gare, Schwab), 1:4 (43:14) Baum (Piwowarczyk, Gare/5-4), 2:4 (44:22) Bader (Fiedler, Schmidt). Strafen: Duisburg 12, Bad Nauheim 14. Zuschauer: 1055.

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