Varian Kirst: Gründer und Leiter einer TorwartschuleWas macht eigentlich...

Varian Kirst bei der ArbeitVarian Kirst bei der Arbeit
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Hockeyweb: Herr Kirst, Sie spielen ja selbst schon sehr lange als Torwart im Eishockey. Was hat Sie dazu veranlasst. ein eigenes Trainingscamp für junge Nachwuchsspieler zu gründen?  

Varian Kirst: Ich habe selbst an vielen Torwartcamps teilgenommen und habe gemerkt, wie wichtig es gerade für junge und ambitionierte Menschen ist, professionelles Training genießen zu können. Dies möchte ich mit dem Canadian Global Goaltending Camp allen Nachwuchstorhütern ermöglichen. Die Idee stammte ursprünglich von Ron Veit, bekannt als Torwarttrainer, der mit vielen Torhütern aus der NHL gearbeitet hat. Beispielsweise trainierte er Olaf Kölzig. Nach Kölzigs Karriereende hatte er mit Olaf und seiner Juniorenmannschaft (Tri-City Americans) zwei Jahre lang gearbeitet. Dort entwickelte Ron den Torhüter Carey Price (NHL ALL-STAR). Ron und ich arbeiten seit 14 Jahren zusammen um dieses Camp zu entwickeln.

Hockeyweb: An welche Alters-und Leistungsgruppen richtet sich Ihr Trainingslager?

Varian Kirst: Wir machen keine Abgrenzungen, was Alter oder den momentanen Leistungsstand betrifft. Jeder Eishockey-Torwart, der Spaß an diesem Sport hat und bereit ist, für seinen Fortschritt hart zu arbeiten, kann gerne zu uns kommen. Von der Jugend bis zum NHL-Profi bieten wir ein individuelles Trainingskonzept.

Hockeyweb: Aber das Camp umfasst mehr als das reine Stellungsspiel eines Torhüters, oder?    

Varian Kirst: Das ist richtig. Der besondere Fokus liegt bei uns auf dem Mentaltraining. Das ist sogar fast noch wichtiger als das technische Training. Wir wollen den jungen Talenten einfach diese mentale Überlegenheit beibringen, denn das Spiel des Torwarts wird beim Eishockey im Kopf entschieden. Wer mental dafür nicht stark genug ist, der wird trotz guter technischer Fähigkeiten kein guter Eishockey-Torwart werden.    

Hockeyweb: Sie haben ja schon den technischen Aspekt des Trainings angesprochen. Worauf legen Sie denn technisch den Schwerpunkt?    

Varian Kirst: Wichtig ist für uns, dass jemand gut Schlittschuhlaufen kann. Wir unterrichten sowohl das finnische Torwartsystem, was mehr auf Schnelligkeit bedacht ist, als auch das kanadische, was größeren Wert auf Technik als auf Schnelligkeit legt. Wichtig für einen guten Torhüter ist, dass er beides gut beherrscht.

Hockeyweb: Eishockey ist ja bekanntlich eine Teamsportart. Was für ein Trainerteam haben Sie um sich?

Varian Kirst: Wir haben einen großen Trainerstab mit vielen Spezialisten für alle möglichen Bereiche des Camps. Aber wir bilden selbst auch Coaches aus. Wenn wir sehen, dass jemand das Zeug dazu hat, den Nachwuchs zu trainieren, bilden wir ihn weiter aus und schenken ihm nach und nach mehr Verantwortung und Vertrauen in seinen Aufgaben, so dass er Zukunft auch einen Teil des Trainings, beginnend im Nachwuchs, übernehmen kann. Ein Beispiel ist die Nationaltorfrau Julia Zorn, die sich vor allem um die zunehmend weiblichen Interessenten kümmert. Eishockey ist schon lange nicht mehr nur ein Männersport.

Hockeyweb: Ist dieses Camp für Torhüter komplett neu, oder gibt es schon etwas ähnlich woanders auf der Welt?    

Varian Kirst: Nein, in Kanada gibt es sogar eine reine Schule für Eishockey-Torhüter, dort kann man das ganze Jahr lang trainieren. Auch auf Kunsteis gibt es viele Möglichkeiten. Das ist unser nächstes Projekt. Wir werden auch unser erstes Camp in Deutschland auf einer sythetischen Kunsteisfläche haben. Genauer genommen in Miesbach.    

Hockeyweb: Konnten Sie mit Ihrem Team auch schon Erfolge feiern?    

Varian Kirst: Ja, in der Tat. Erfolge sind für uns der Beweis, dass unser Trainingskonzept anschlägt und von den Teilnehmern auch gut aufgenommen und akzeptiert wird. Bestes Beispiel ist hier Sascha Merath der es geschafft hat, obwohl er nur mit einem Arm spielt, ein Oberligaspiel in Leipzig zu bestreiten. Sicher ist er nicht der einzige, doch Sascha ist für uns etwas ganz besonderes. An seinem Beispiel zeigt sich, wozu ein Mensch im Stande ist, wenn er nur hart genug arbeitet. Außerdem konnten wir einen weiteren unserer Schützlinge, Meike Krimphove, erst kürzlich beglückwünschen. Die junge Torfrau konnte bei den Olympischen Jugend-Winterspielen in Innsbruck die Bronze Medaille für Deutschland erkämpfen.

Hockeyweb: Wenn heute ein junger Torhüter auf Sie zukommt und sie nach einem Rat für seine Zukunft fragt: Was würden Sie ihm sagen?    

Varian Kirst: Das Wichtigste ist, permanent an sich zu arbeiten und immer hart zu trainieren, egal wie talentiert man ist. Viele vergessen nämlich, dass Eishockey ein schnelllebiger Sport ist und der Torwart die wichtigste Position auf dem Eis darstellt.

Hockeyweb: Und jetzt kommt das Camp nach Deutschland!

Varian Kirst: Ja, das Banff Hockey Academy Camp findet vom 10. bis 14.April in Füssen statt. Für Spieler und Torhüter.

Hockeyweb: Was macht das Banff Hockey Academy Camp so besonders?

Varian Kirst: Diese Academy gibt es in Kanada schon seit 19 Jahren und waren Wegbereiter für andere Eishockey-Academies. Geleitet wird die Academy von der Eishockey-Legende Garry Unger, der als Ironman in der NHL bekannt ist. Er stand in 914 aneinanderfolgenden NHL-Spielen auf dem Eis. Ohne Pause oder Verletzung! 17 Jahre NHL-Erfahrung und 15 Jahre professionelles „Coaching Know How“. Und jetzt zum ersten mal in Europa!

HIER geht es zum Banff Hockey Academy Camp

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