Unnötig und ärgerlich - Bayreuth holt trotz Führung nur einen Punkt

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Stefan Kagerer umschrieb das Ergebnis mit zwei aussagekräftigen Adjektiven: Unnötig, ärgerlich. Erst nach Verlängerung mussten sich die Tigers bei den Revier Löwen Oberhausen am Freitagabend geschlagen geben. Doch war mehr drin: Aber der Ex-Tiger Andreas Nickel verhinderte mit zwei Toren einen dreifachen Punktgewinn des ESV Bayreuth.

Unverdient waren die beiden Zähler für die Heimmannschaft jedoch nicht. Denn in den letzten zehn Spielminuten hatten auch die Revier Löwen Oberhausen noch einmal kräftig aufgedreht. Und das, obwohl der kleinen Mannschaft fünf Spiele in neun Tagen in den Knochen steckten. „Wenig frisch“, nannte Trainer Markus Scheffold den Zustand seines Teams. Da wog es doppelt schwer, dass die Gastgeber gleich auf eine ganze Reihe an Spielern verzichten mussten, darunter der wichtige Toni Fonso.


Doch auch Bayreuths Coach Stefan Kagerer konnte nicht aus dem Vollen schöpfen. Ausgerechnet sein bester Verteidiger Joe Carrabs war nach seiner Spieldauerdisziplinarstrafe aus der vergangenen Woche gesperrt. Stürmer Michael Pastika laboriert an einer Viruserkrankung und hat obendrein Hüftprobleme. Pastika wird im Dezember nicht mehr aufs Eis zurückkehren. Allerdings vermeldet Bayreuths Krankenabteilung zur Abwechslung eine positive Nachricht: Verteidiger Manuel Bayer ist nach seiner Sprunggelenksverletzung wieder einsatzbereit.


Angesichts der Situation war Kagerer deshalb insgesamt zufrieden mit dem Auftritt seines Teams, auch wenn es in den letzten zehn Spielminuten zwei Mal in Führung ging und trotzdem nicht gewann. Einsatz und Laufbereitschaft haben aber gestimmt und das macht Kagerer zuversichtlich für die nächsten Wochen.

Schon am Dienstag (19.30 Uhr) müssen die Tigers erneut antreten. Vor eigenem Publikum geht es gegen die Alligators aus Höchstadt. Es ist das erste Spiel des ESV in der neuen Pokal-Qualifikationsrunde, die für die Spielausfälle nach dem Rückzug des ERC Haßfurt entschädigen soll.


Höchstadt ist derzeit im Umbruch. Die Finanzen machen den Alligatoren zu schaffen. Die Verantwortlichen versuchen in Verhandlungen mit den Spielern über Gehaltskürzungen das Schiff wieder flott zu bekommen. Sieben Profis waren mit geringeren Bezügen einverstanden, zwei lösten ihre Verträge auf: Topscorer Stanislav Rosa und Petr Hnidek kehren Höchstadt den Rücken. Jeff Wittig hatte die Mannschaft schon vor einigen Wochen verlassen.

Aber die Alligatoren aus dem Aischtal präsentierten schon am Freitag Ersatz: Die ehemaligen Haßfurter Andreas Vogel und Björn Reiser liefen gegen Leipzig auf, kaum dass ihre Unterschriften unter den neuen Verträgen getrocknet waren. Am Dienstag wird außerdem der ehemalige Haßfurter Stürmer Troy Bigam sein Debüt im Höchstadter Trikot geben. „Er ist einer, der den Abschluss sucht, und so einen brauchen wir“, ist Alligatoren-Trainer Ivan Horak voller Vorfreude.


Neben Höchstadt ziehen auch die Mad Dogs Schweinfurt die Notbremse. Der Verein räumt öffentlich ein, dass der massive Zuschauereinbruch und der Wegfall der einnahmeträchtigen Nachbarschaftsduelle mit Haßfurt die Mad Dogs in eine finanzielle Schieflage gebracht haben. 150 000 Euro könnten am Saisonende in der Vereinskasse fehlen, weil im Schnitt 500 Zuschauer weniger in die Eishalle kommen als kalkuliert worden war.

Nun wollen die Mad Dogs abspecken und womöglich noch in diesem Jahr ihren Kader günstiger machen. Damit gerät auch das Saisonziel Meisterrunde ins Wanken. Geschäftsführer Jamie McKinley versicherte jedoch, dass Schweinfurt bis zum Ende der Saison auf jeden Fall spielen werde.


Revier Löwen Oberhausen – Bayreuth Tigers 4:3 n.V. (0:0; 1:1; 2:2; 1:0)


Tore: 1:0 (30.) Furda (Nimako); 1:1 (33.) Donelly (Barta); 1:2 (53.) MacIntyre (O’Grady; 4 gegen 4); 2:2 (55.) Nickel; 2:3 (56.) Stoyan (Almagro); 3:3 (56.) Nickel (Furda, Nimako); 4:3 (62.) Baron (Gerike)


Schiedsrichter: Schummers (Grefrath). – Strafminuten: 12 / 16. – Zuschauer: 363


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