Unglückliche Niederlage in Höchstadt

Wizards stürzen Tabellenführer München vom Platz an der SonneWizards stürzen Tabellenführer München vom Platz an der Sonne
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Gekämpft, gerackert – und doch verloren. So lässt sich die Sonntagspartie des Oberligisten Stuttgart Wizards in der Abstiegsrunde beim Höchstadter EC zusammenfassen. Zweimal egalisierten die Spieler von Wilbert Duszenko einen Rückstand und waren drauf und dran, zumindest einen Punkt mit auf die Heimreise zu nehmen, ehe sie knapp fünf Minuten vor Spielende doch noch den entscheidenden Gegentreffer zum 4:5 (0:1, 3:3, 1:1) hinnehmen mussten. „In der Schlussphase hat uns heute die nötige Disziplin gefehlt. Wenn wir auch auswärts punkten wollen, muss unsere Defensivarbeit besser werden“, befand der Stuttgarter Trainer mit Blick auf die anstehenden Matches gegen den TEV Miesbach (13. Februar, 20 Uhr, Eissport-Zentrum Waldau Stuttgart) und beim EV Füssen (15. Februar, 18 Uhr) am kommenden Wochenende. Vor 645 Zuschauern im Eisstadion am Kieferndorfer Weg in Höchstadt legten die Gastgeber los wie die Feuerwehr und kamen gleich zu Beginn zu einigen Großchancen. Dabei hatten die Wizards Glück, dass die Alligators im Abschluss nicht zielstrebig genug waren. Zugleich konnten sie sich bei Torwart Tyrone Garner bedanken, der sein Team vor einem frühen Rückstand bewahrte. Nach der Höchstadter Drangphase zu Beginn plätscherte die Partie vor sich hin. Bei den Wizards lief noch nicht viel zusammen, die wenigen Chancen resultierten meist aus Einzelaktionen. Höchstadt kombinierte flüssiger und gefälliger, konnte seine Möglichkeiten aber zunächst ebenfalls nicht nutzen. Wie Eishockey mit einem Mann mehr funktioniert, demonstrierte Höchstadt kurz vor Ende der ersten 20 Minuten, als Wizard Marco Heinrichs auf der Strafbank saß. Stanislav Rosa kam vor Tyrone Garner völlig frei zum Schuss und ließ dem Stuttgarter Keeper keine Abwehrchance. Im Mittelabschnitt erwischten die Wizards den besseren Start und glichen nur 101 Sekunden nach Wiederanpfiff durch Mike Hofstrand zum 1:1 aus (22.). Von nun an entwickelte sich zwischen beiden Teams ein offener Schlagabtausch, doch die Freude der Blau-Gelben währte nicht lange. In der 24. Minute brachte Jakub Volek den Höchstadter EC erneut in Führung, und in der 31. Minute gelang Michael Pastika sogar der dritte Treffer für die Franken, die nun drauf und dran waren, das Spiel zu ihren Gunsten zu entscheiden. Hatte Stuttgarts Keeper Tyrone Garner bei den Gegentoren zuvor nicht den sichersten Eindruck hinterlassen, hielt er seine Mannschaft nun mit etlichen Glanzparaden und auch dem nötigen Glück im Spiel und verhinderte die frühzeitige Entscheidung zugunsten der Höchstadt Alligators. Trotz des Rückstandes steckten die Wizards nicht auf. Zwei schöne Kontertore von Andrej Jaufmann (35.) und Jeff White (37.) brachten die Württemberger zurück ins Spiel, das nun wieder offen war. Doch wie schon beim ersten Ausgleich war der Stuttgarter Jubel auch dieses Mal nur von kurzer Dauer. Nur 51 Sekunden nachdem die Wizards den Spielstand egalisiert hatten, klingelte es erneut im Stuttgarter Gehäuse. Lubos Thür senior war für Höchstadt erfolgreich und brachte die Franken wieder in Front (38.). Im letzten Spielabschnitt legten die Wizards wieder einen Blitzstart aufs Eis. Nach 57 Sekunden hatte Matt Holmes den starken Emanuel Fredriksson im Höchstadter Gehäuse zum 4:4 überwunden (51.). Wie so oft im Eishockey sollte sich diese Nachlässigkeit in Sachen Chancenverwertung rächen. In der 56. Minute machten es die Gastgeber aus Höchstadt besser. Kapitän Thomas Schmidhuber hämmerte den Puck wieder ins Stuttgarter Gehäuse. Nach dem fünften Tor der Alligators handelte sich Wizard Christian Seeberger wegen hohen Stocks mit Verletzungsfolge eine Spieldauerdisziplinarstrafe ein und ist somit am Freitag gegen Miesbach gesperrt. Stuttgarts Trainer Wilbert Duszenko ähnlich. „Der Sieg der Alligators geht in Ordnung. Wir haben dem Gegner heute zwar zwei Tore geschenkt und am Schluss war das Spiel offen, doch ohne Disziplin kann man auswärts nicht gewinnen. Nach der Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Christian Seeberger waren wir kurz vor Ende der Partie in Unterzahl, und da ist es fast unmöglich, den Ausgleich noch zu erzwingen. Leider haben wir es nach dem Sieg gegen Bayreuth versäumt nachzulegen. Die Mannschaft hat aber gut gekämpft. Für uns gilt es vor allem, unsere Defensivarbeit zu verbessern, nur dann können wir auch auswärts punkten“, so das Statement des Übungsleiters. Froh über drei Zähler war nach Spielende natürlich Höchstadts Coach Viktor Lukes. „Wir haben heute endlich einmal von Anfang an Druck gemacht. Unser Powerplay hat gut funktioniert, das Tor zum 1:0 fiel genau zum richtigen Zeitpunkt. Nach dem Zwei-Tore-Vorsprung wurden wir zu offensiv und haben Stuttgart so ins Spiel zurück gebracht, doch im Schlussabschnitt hatten wir das nötige Glück auf unserer Seite und konnten uns auch auf Emanuel Fredriksson verlassen, der ein super Spiel geliefert hat“, so Lukes, der seiner Mannschaft für Einsatz und Kampfgeist ein Sonderlob aussprach. Tore: 1:0 (19:08) Stanislav Rosa (Daniel Sikorski, Andrej Kolesnikov) 5-4, 1:1 (21:41) Mike Hofstrand (Mike Bader), 2:1 (23:31) Jakub Volek (Lubos Thür sen., Michael Pastika), 3:1 (30:55) Michael Pastika (Jakub Volek, Thomas Schmidhuber), 3:2 (34:16) Andrej Jaufmann (Matt Holmes, Mike Bader), 3:3 (36:13) Jeff White (John Sicinski, Mike Hofstrand), 4:3 (37:04) Lubos Thür sen. (Jakub Volek, Gert Heubach), 4:4 (40:57) Matt Holmes (Mike Bader, Christian Seeberger), 5:4 (55:49) Thomas Schmidhuber (Michael Pastika). Strafen: Strafen: Höchstadt 6, Stuttgart 4 + 10 (Heinrichs) + 5 + Spieldauer (Seeberger). Zuschauer: 645.

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