Trotz Tabellenführung: Nicht nur Sonnenschein beim EHC München

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Nachdem der Oberligaspitzenreiter EHC München mittlerweile ein Viertel der Vorrunde absolviert hat, ist es an der Zeit, eine kleine Zwischenbilanz zu ziehen. Wie von vielen Fachleuten zu Beginn bereits prophezeit, besitzen die Münchner schon jetzt einen relativ beruhigenden Vorsprung von sechs Punkten. Dahinter platzieren sich (bei jeweils einem Spiel weniger) mit Ravensburg, Riessersee und Heilbronn drei Clubs, die ebenfalls in den oberen Regionen erwartet worden waren. Dennoch herrscht im Münchner Eishockey nicht nur eitel Sonnenschein:



1. Problem: Sturmreihen

Als es nach fünf mehr oder weniger souverän gewonnenen Spielen in Garmisch mit 2:6 die erste unerwartete Niederlage gab, stellte EHC-Trainer Kink auf drei Sturmreihen um. Dabei war im Vorfeld gerade das Vorhandensein von 12 halbwegs gleichwertigen Stürmern als größtes Plus der Münchner angesehen worden. Welcher andere Oberligist hat so etwas schon zu bieten? Kink meint jedoch, dass sich drei Fünferblocks besser aufeinander einstellen können: „Bei drei eingespielten Blöcken kennt jeder die Laufwege des anderen. Man versteht sich bald blind, während es bei sechs Verteidigern und 12 Stürmern öfter zu Fehlpässen und Missverständnissen kommt.“ Daran will Kink auch in Zukunft festhalten, es sei denn, der Gegner spielt ebenfalls mit vier Reihen. Er nimmt auch in Kauf, dass der eine oder andere Stürmer mit seinem Reservistendasein unzufrieden ist. „Mit guten Leistungen kann sich jeder für die ersten Blöcke empfehlen.“ Auch die Vorstellung, dass der Vorstand mit dieser Taktik nicht ganz einverstanden sein könnte – schließlich werden 12 Stürmer nicht gerade schlecht bezahlt – schreckt ihn nicht. „Ich lasse mir von niemandem Vorschriften machen. Andernfalls hätte ich kein Problem, wieder nach Garmisch zurück zu gehen.“ Soweit wird es sicher nicht kommen. Ob Kink mit dieser Taktik allerdings gut beraten ist, erscheint zumindest zweifelhaft. Jeder andere Oberligist würde Stürmer wie Schury/ Eckmair, Attenberger oder Schwele sicher mit Kusshand nehmen, während sie beim EHC München derzeit zumeist untätig die Bank drücken.

2. Problem: Torhüter

Von Beginn an hat Trainer Kink kein Hehl daraus gemacht, dass er das Leistungsvermögen von Kevin Kühnhackl nicht allzu hoch einschätzt. Selbst in den Vorbereitungsspielen erhielt fast immer Stammgoalie Jochen Vollmer den Vorzug. Prompt zog sich dieser eine Innenbandverletzung zu, sodass Kühnhackl gegen Miesbach und Rosenheim zum Einsatz kam. Wie fast zu erwarten war, zeigte er dann nicht gerade überragende Leistungen und musste in den beiden Spielen immerhin zehn Gegentore hinnehmen. Ob es nun am schlechten Abwehrverhalten seiner Vorderleute, an der mangelnden Spielpraxis oder am fehlenden Selbstvertrauen lag, weiß wohl keiner so ganz genau. Dass Kühnhackl aber vielleicht doch ein ganz passabler Torwart ist, hat er gegen Füssen (5:1) bewiesen, als erst ein unglückliches Gegentor kurz vor Schluss den verdienten Shutout verhindert hat. Am Dienstag wird Jochen Vollmer wieder voll ins Training einsteigen und damit das Torwartproblem vorerst beseitigen. Trotzdem sollte sich Trainer Kink fragen, ob es nicht besser wäre, seinem zweiten Goalie demonstrativ den Rücken zu stärken und das nötige Selbstvertrauen zu geben.

3. Problem: Zuschauer

Mit 1600 zahlenden Zuschauern hatte man vor der Saison beim EHC München kalkuliert. Derzeit steht man bei einem (offiziellen) Schnitt von ca. 1200. Das bedeutet, dass in der Kasse bei bisher fünf Heimspielen bereits das Geld von rund 2000 Besuchern fehlt. Natürlich hofft man bei den Offiziellen, dass das Stadion gegen Riessersee und besonders gegen den „Intimfeind“ aus Rosenheim besser gefüllt sein wird. Ob dadurch allerdings der angestrebte Schnitt erreicht werden kann, erscheint zumindest zweifelhaft. Worin liegt der Grund für das Desinteresse der Münchner Zuschauer? Liegt es am langweiligen Modus, an der kalten Atmosphäre im zumeist ziemlich leeren Eisstadion oder etwa an der nicht immer begeisternden Spielweise des Teams? Keiner kann dies so genau beantworten. Tatsache scheint jedoch zu sein, und das hat das Desinteresse an den erstklassigen Barons vor einigen Jahren bereits bewiesen, dass der gemeine Münchner Sportzuschauer keine große Begeisterung für Eishockey aufbringen kann. Der geht lieber ins zugige Olympiastadion, um dem FC Bayern die Kasse zu füllen. (an)

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