Traum von Pokal-Teilnahme ausgeträumt

Wizards stürzen Tabellenführer München vom Platz an der SonneWizards stürzen Tabellenführer München vom Platz an der Sonne
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Am Ende half selbst die lautstarke Unterstützung der rund 100 Stuttgarter Schlachtenbummler in der Wagnerstadt nicht. Die Stuttgart Wizards mussten sich in der Relegationsrunde der Oberliga am Freitagabend dem ESV Bayreuth 3:6 (1:3, 2:3, 0:0) geschlagen geben und ihren Traum von Platz eins und der Teilnahme am Deutschen Eishockey-Pokal damit begraben. „Das ist zwar schade, aber Bayreuth hat verdientermaßen gewonnen. Wir waren heute nicht energisch genug in der Defensive und den Zweikämpfen. So kann man auswärts nicht gewinnen. Die Mannschaft hat aber unterm Strich eine tolle Saison gespielt und wir werden alles daran setzen, uns gegen die Selber Wölfe mit einem Sieg von unseren Fans zu verabschieden“, sagte Stuttgarts Trainer Wilbert Duszenko mit Blick aufs Saisonfinale am heutigen Sonntag (21. März, 18 Uhr, Eissport-Zentrum Waldau Stuttgart) gegen den ERC Selb. Die Freitagspartie in Bayreuth begann für die Wizards nach Maß. Mit dem ersten Angriff brachte Matt Holmes die Blau-Gelben nach nur 25 Sekunden in Führung (1.). Es folgte ein offener Schlagabtausch zweier Teams, die vorrangig auf Offensive setzten. Kurz nach der Führung vergab Wizard Mike Hofstrand die Großchance zum zweiten Gästetreffer. Je länger die Partie andauerte, desto mehr übernahmen die Bayreuther die Regie und tauchten immer wieder gefährlich vor dem Stuttgarter Gehäuse auf. Bis zur achten Spielminute konnte Tyrone Garner, der ähnlich wie sein Bayreuther Gegenüber Dennis Endras ein ums andere Mal von seinen Vorderleuten im Stich gelassen wurde, seinen Kasten sauber halten. Dann musste er das erste Mal hinter sich greifen und den Puck nach einem Schuss von Dave Tremblay aus dem Netz fischen.

Dieser Treffer gab den Hausherren Auftrieb, die nun einen Gang hoch schalteten und – begünstigt durch individuelle Fehler der Stuttgarter Hintermannschaft – durch Tore von Benjamin Kustermann (12.) und Daniel Jun (15.) bis zur ersten Pause auf 3:1 davon zogen. Dort hatte Wizards-Trainer Wilbert Duszenko offensichtlich die richtigen Worte an seine Cracks gerichtet, denn die Zauberer gingen in den folgenden 20 Minuten in der Defensive wesentlich kompromissloser zu Werke und nutzten ihre Chancen. In der 24. Minute gelang Jeff White mit einem strammen Schuss von der blauen Linie der 2:3-Anschlusstreffer und nach Georg Hessels 3:3 (29.) waren die Württemberger zurück im Spiel. Die Partie hätte nun zugunsten der Gäste kippen können, hätte nicht Bayreuths U19-Nationaltorwart Dennis Endras einen Sahnetag erwischt gehabt. Die Wizards kamen zu etlichen Großchancen, doch Endras machte selbst beste Möglichkeiten zunichte. Als kaltschnäuziger im Abschluss erwiesen sich die Bayreuth Tigers. Knapp drei Minuten nach dem Ausgleich sorgte Ben Maidment für die neuerliche Führung der Wagnerstädter (32.). Kurz danach waren die Wizards in Unterzahl, als sich John Sicinski an der eigenen blauen Linie den Puck erkämpfte und alleine aufs Bayreuther Gehäuse zusteuerte. Dabei wurde er unsanft zu Fall gebracht, so dass der Schiedsrichter dem Kapitän der Wizards einen Penalty zusprach. Die Stuttgarter Fans hatten den Torschrei schon auf den Lippen, doch Bayreuths Keeper Dennis Endras konnte die Scheibe im letzten Moment von der Linie kratzen. Der vergebene Strafschuss war der Knackpunkt des Matches, das die Bayreuth Tigers kurz darauf vollends für sich entschieden. Mit einem Doppelschlag binnen 27 Sekunden besiegelten Christoph Splitter und Thomas Brandstädter die Stuttgarter Niederlage (36.). Wizards-Trainer Wilbert Duszenko auf der anschließenden Pressekonferenz: „Bayreuth hat verdientermaßen gewonnen. Wir sind nach der schnellen Führung gleich in Rückstand geraten, weil wir uns nicht an unser defensives System gehalten haben. Die Mannschaft hat sich zwar noch einmal zurückgemeldet, doch mehr war nicht drin. Uns hat das Engagement in den Zweikämpfen und die richtige Einstellung gefehlt, um auswärts zu gewinnen. Wir sind viel zu offensiv aufgetreten und haben zeitweise ohne Abwehr gespielt“, bemängelte Duszenko. Froh über drei Zähler war hingegen Bayreuths Coach Doug Irwin: „Das war ein sehr offenes Spiel, Sommereishockey ohne Defensive. Wir waren im ersten Drittel klar besser und hatten auch mehr von den Zweikämpfen. Vielleicht wäre die Partie anders ausgegangen, wenn John Sicinski den Penalty verwandelt hätte. Dennis Endras hat heute eine tolle Partie geboten und sechs Treffer gegen den bekannt starken Stuttgarter Keeper Tyrone Garner sprechen auch für sich“, meinte Irwin. Inzwischen steht das Programm der Wizards-Saisonabschlussparty am kommenden Mittwoch, 24. März. Ab 20 Uhr werden Spieler und Fans die Oberliga-Spielzeit 2003/04 im Stuttgarter „Pflaumenbaum“ (Rotebühlstraße 155, S-Bahn Schwabstraße) ausklingen lassen. Dabei haben alle Fans freien Eintritt und bekommen zudem ein Gratis-Pflümli. Darüber hinaus werden ein Eishockey-Quiz, Versteigerungen handsignierter Schläger und noch einiges mehr geboten. Tore: 0:1 (0:25) Matt Holmes, 1:1 (7:30) Dave Tremblay (Thomas Brandstädter, Petr Precan), 2:1 (11:15) Benjamin Kustermann (Ben Maidment, Jarret Reid), 3:1 (14:24) Daniel Jun, 3:2 (23:12) Jeff White (Mike Bader, Matt Holmes), 3:3 (28:21) Georg Hessel (Erich Singaitis), 4:3 (31:12) Ben Maidment (Christoph Splitter, Marco Zimmermann), 5:3 (35:04) Christoph Splitter (Florian Müller), 6:3 (35:31) Thomas Brandstädter (Dave Tremblay, Daniel Jun). Straften: Bayreuth 8 + 10 (Christoph Splitter), Stuttgart 6. Zuschauer: 1245.

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