Torfestival gegen die Eisbären Juniors - Duthie mit tollem Einstand

Zwei Siege am Wochenende - Entwarnung bei Jason DunhamZwei Siege am Wochenende - Entwarnung bei Jason Dunham
Lesedauer: ca. 4 Minuten

Drei Tore und zwei Assists - nach der gestrigen Partie

braucht man wohl nicht weiter zu überlegen, ob sich Ryan Duthie für einen

Vertrag über die gesamte Situation empfehlen konnte. Zusammen mit J.F. Caudron

und Thomas Pielmeier wirbelte er die Eisbären-Abwehr gehörig durcheinander, war

an fünf der sechs Tore dieses Sturms direkt beteiligt, zeigte sich auch stark am

Bullypunkt und insgesamt wesentlich agiler als sein Vorgänger John Spoltore.

Sollte der Kanadier diese Leistung einigermaßen konservieren können, dürfte er

eine wesentliche Verstärkung für die Falken darstellen.


Aber auch ansonsten

zeigten die Falken im ersten Heimspiel im neuen Jahr eine erfrischende Leistung

gegen einen Gegner, der ebenfalls sein Heil in der Offensive suchte, so dass

sich ein höchst abwechslungsreicher Schlagabtausch entwickelte - toll für die

Zuschauer, während sich die Trainer bei manchen Abwehrschnitzern sicher entsetzt

abwendeten. Wenn sich die neue Regelauslegung auf Dauer in dieser Weise

bemerkbar macht, muss uns um die Zukunft des Eishockeys nicht bange sein. Beide

Mannschaften hatten sich ganz gut darauf eingestellt, so dass auf beiden Seiten

nur sechs Überzahlsituationen zu verbuchen waren, während sich ansonsten ein

schnelles und flüssiges Spiel entwickelte, in dem die Angreifer viel Raum

hatten.


Berlin, das mit einigen DEL-erfahrenen Youngsters angetreten war, war

zu Beginn die agilere Mannschaft und hatte schon nach 20 Sekunden durch Fiedler

die Führung auf dem Schläger. Heilbronn hatte große Schwierigkeiten gegen die

schnellen Juniors, die nach 68 Sekunden nach einer schönen Kombination durch

Braun in Führung gingen. Die Falken, bei denen erstmals Jungadler Marius Garten

in der vierten Sturmreihe Oberligaluft schnuppern durfte, schlugen aber schon

zwei Minuten später zurück, als Duthie in Überzahl einen Schuss von Holden zum

1:1-Ausgleich abfälschte. Auch in der Folgezeit entwickelten sich auf beiden

Seiten Chancen en masse, sobald ein Team in Puckbesitz geriet, ging nach vorne

die Post ab. Dazu kamen auf beiden Seiten immer wieder individuelle Fehler im

Aufbau, die jedoch auf Falken-Seite Kovalev (6.) und Walther (9. Unterzahl)

zunächst nicht nutzen konnten. Besser machte es der Weißrusse in der 11. Minute,

als die Eisbären im eigenen Drittel den Puck verloren und Kovalev Schietzolds

2:1 wunderbar vorbereitete. Doch nur anderthalb Minuten später war auch der

wieder genesene David Belitski zum zweiten Mal geschlagen, als die Falken in

Unterzahl den Puck einfach nicht klären konnten und Konsti per Schlagschuss

ausglich. In der 14. Minute jubelten die Eisbären erneut, doch Schiedsrichter

Ninkov entschied nach Beratung mit seinen Linesmen, dass der Puck die Linie noch

nicht überschritten hatte. Es folgten zahlreiche gute Gelegenheiten der

Unterländer im Powerplay, ehe Sylvestre auf der Gegenseite das 2:3 auf dem

Schläger hatte. 81 Sekunden vor Drittelende war Youri Ziffzer im Eisbären-Tor

dann erneut geschlagen, als nach einer tollen Kombination über Pielmeier und

Caudron Duthie zum 3:2 traf.


Nachdem schon das erste Drittel Torchancen für

60 Minuten geboten hatte, bot sich im Mittelabschnitt praktisch dasselbe Bild.

Nach ganzen sechs Sekunden traf Martens für Berlin nur den Pfosten, nach 34

Sekunden wurde Schenkel von zwei Verteidigern nicht am Torschuss gehindert und

überwand Belitski auf der Fanghandseite. 18 Sekunden später wieder Jubel bei den

Falken, als Caudron den Puck zum 4:3 in den Winkel hämmerte. Nach nur wenigen

Trainingseinheiten boten die Kanadier schon ein hervorragendes Zusammenspiel,

zudem harmonierte auch der sonst oft unauffällige Thomas Pielmeier prächtig -

mit sechs Scorerpunkten konnte er am Ende seine Saisonbilanz in einem Spiel mehr

als verdoppeln! Aber auch der Block um Dorochin, Kovalev und Schietzold sorgte

für Torgefahr, so in der 27. Minute, als Letzterer in Überzahl aus kurzer

Distanz den Puck über die Linie drückte. Das 5:3 sollte jedoch keineswegs für

Beruhigung sorgen, dafür haben die Falken derzeit leider ein zu großes Problem

auf der wichtigsten Position im Eishockey. David Belitski patzte böse beim 5:4,

als Martens über links durchging und abzog, aber die Fanghand des Kanadiers den

Puck nicht sicher hatte. Vier Tore über die Fanghand kassiert, kein Vorwurf bei

den ersten beiden, aber Tor drei war schon haltbar und Nummer vier ein "Muss".

Folgerichtig entschied sich Trainer Rossi nach 30 Minuten für einen

Torhüterwechsel, doch auch Danny aus den Birken konnte das 5:5 nicht verhindern.

Diesmal hatte Maier im Aufbau gepatzt, so dass Martens freie Bahn hatte, erst

den Pfosten traf und dann den Rebound versenkte. Defensivschwächen stand heute

aber eine überragende Offensive gegenüber, die eine Minute später wiederum nach

schönem Zusammenspiel für das 6:5 sorgte, Pielmeier traf aus kurzer Distanz nach

Querpass von Caudron. Kovalev hätte anschließend das siebte Tor nachlegen

müssen, doch diesmal blieb Ziffzer Sieger.


Im letzten Drittel war das Tempo

auf beiden Seiten nach schnellen 40 Minuten nicht mehr ganz so hoch, die Falken

verstärkten die Defensive und ließen auch bei 45 Sekunden 3-gegen-5 keinen

Gegentreffer zu. Eine Vorentscheidung war dann das 7:5 durch Duthie nach

Querpass von Caudron in der 47. Minute. Den Schlusspunkt in einem höchst

unterhaltsamen Spiel setzte "JFC" dann selbst, als er im Powerplay Ziffzer auf

Zuspiel von Pielmeier bezwingen konnte. Die letzten zehn Minuten bemühten sich

die Eisbären noch einmal um Resultatverbesserung und hatten mehr vom Spiel,

während die Falken bei Kontern immer gefährlich blieben und sich hinten trotz

einiger Abwehr-Wackler auf aus den Birken verlassen konnten.


Am Ende siegten

die Falken verdient mit 8:5, zeigten sich diszipliniert und mit einer

herausragenden Angriffsleistung, wobei der neu formierte Sturm um Caudron,

Duthie und Pielmeier mit sechs Toren super einschlug. In der Abwehr dagegen

überwog oft noch Schatten, hier muss man wesentlich konzentrierter zu Werke

gehen, will man bei den zurzeit praktisch unschlagbaren Crimmitschauern punkten.

Schließlich bleiben die Fragen auf der Torwartposition auch nach diesem Spiel

unbeantwortet. SB