Topspiel machte dem Namen alle Ehre

Rote Laterne in Füssen gelassenRote Laterne in Füssen gelassen
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Die Starbulls Rosenheim unterlagen am vorletzten Tag des Jahres 2005 dem ETC Crimmitschau vor 2837 Zuschauern mit 1:3. Die Kulisse stimmte und zauberte den Starbulls-Verantwortlichen ein Lächeln ins Gesicht, die Partie stand 60 Minuten auf hohem Niveau, das Ergebnis passte aus Sicht der Gastgeber allerdings weniger. Die Crimmitschauer waren am Silvester-Vorabend die cleverere Mannschaft, nutzten ihre Powerplaychancen, während die Rosenheimer vor dem gegnerischen Kasten das Glück verließ.

Obwohl die ersten 20 Minuten torlos blieben, entwickelte sich von der ersten Minute an ein temporeiches, unterhaltsames Spiel. Die besten Chancen in der Anfangsphase hatten Christoph Koziol (2. Minute) und Christian Gegenfurtner (3.) für die Grün-Weißen, auf der anderen Seite Nathan Waberski (4.) und Daniel Sevo (5.). In der Folge kamen die Starbulls zu drei zweiminütigen Powerplaygelegenheiten, die sie – nicht zuletzt durch das starke Penalty-Killing der Sachsen – ungenutzt ließen. Die beste Möglichkeit zur SBR-Führung hatte Andreas Paderhuber, dessen Schuss jedoch nur am Pfosten landete.

Neun Sekunden nach Wiederbeginn durften die etwa 600 mitgereisten Fans der Gäste, die für eine tolle Stimmung im Stadion sorgten, zum ersten Mal jubeln: Karol Rusznyak gewann das Bully im Mittelkreis, Vadim Slivchenko kam an die Scheibe, fuhr ins Rosenheimer Drittel und überwand SBR-Keeper Oliver Häusler aus spitzem Winkel. Die Hausherren erholten sich ziemlich schnell von diesem Schock und hatten in der 25. Minute durch Uli Drechsler und Koziol Ausgleichschancen. In der 28. Minute war es dann endlich soweit: Kaum waren die Starbulls wieder komplett, schnappte sich Stephan Gottwald den Puck und feuerte einen Schuss Richtung ETC-Goalie Markus Hätinen. Dieser wurde dabei allerdings an der Maske getroffen, Hauptschiedsrichter Deibler pfiff nicht ab, der Puck lag frei vor dem Gehäuse und der von der Strafbank zurückgekehrte Paderhuber schoss zum 1:1 ein. Die Freude der Rosenheimer währte aber nur kurz, denn in Minute 32 mussten sie den erneuten Rückstand hinnehmen. Im Powerplay zog Peter Kathan von der blauen Linie ab, der Schuss wurde abgefälscht und traf ins „Schwarze“. Bis zur Pause vergaben die Starbulls weitere Überzahlmöglichkeiten.

Im Schlussabschnitt hatte zunächst Andi Schneider die Ausgleichschance, in der 45. Minute sorgte eine Massenschlägerei, bei der vor allem Bobo Kühnhauser und Slivchenko als Hauptdarsteller fungierten. Beide kassierten für ihre boxerische Einlage eine fünfminütige Strafe, verbunden mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe. Weitere Möglichkeiten zum 2:2 hatte zweimal Gottwald (52. und 56. Minute), den Treffer markierte in der 57. Minute jedoch Christian Völk zum 1:3 in numerischer Überlegenheit, als Paderhuber auf der Strafbank saß.

Trainerstimmen

Gunnar Leidborg (ETC Crimmitschau): Wir kamen im ersten Drittel nicht besonders gut ins Spiel, Rosenheim war spielbestimmend und machte viel Druck. Das Wichtigste für uns war, dass wir dann zu null spielten. Danach fiel das 1:0, was uns viel Energie brachte. Wir sahen zwei gute Mannschaften.

Ron Chyzowski (SBR): Es war ein ähnliches Spiel wie in Crimmitschau, nur mit vertauschten Rollen. Die Jungs haben hart gearbeitet, Crimmitschau hat klüger gespielt und die Powerplays genutzt. Unser Überzahl hat nicht geklappt und damit hat Crimmitschau das Spiel verdient gewonnen. Schön war die Kulisse, es war eine gute Atmosphäre und ich hoffe auf eine Wiederholung.