„Tollwütiger Fuchs“ bringt Duisburg auf VerliererstraßeOberliga-Play-offs

Christoph Fischhaber (Mitte, Nummer 14) traf zweimal für die Löwen im dritten Finalspiel gegen die Füchse. (Foto: Daniel Fischer - www.stock4press.de)Christoph Fischhaber (Mitte, Nummer 14) traf zweimal für die Löwen im dritten Finalspiel gegen die Füchse. (Foto: Daniel Fischer - www.stock4press.de)
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Zwei zu zwei stand es vor dem Spiel nach Ausfällen: Ohne den gesperrten Peter Lindlbauer und den verletzten Thomas Merl mussten die „Buam“ antreten; ohne die verletzten Dennis Fischbuch und Daniel Huhn, dafür aber mit dem durch das Schiedsgericht begnadigten Benjamin Hanke, dessen Sperre aus dem letzten Aufeinandertreffen wegen erwiesener Unschuld aufgehoben wurde, reisten die Mannen von der Wedau in den Isarwinkel.

Druckvoll, aber ein wenig fahrig begannen die Löwen die Partie. So dauerte es fünf Minuten, bis der agile Leo Pföderl um das Tor herum zog, doch aus spitzem Winkel den Puck am langen Pfosten vorbei schoss. Fast im Gegenzug musste Andreas Jenike im Tölzer Gehäuse sein ganzes Können aufbieten, um gegen Clarke Breitkreuz in einer 2:1-Situation der Füchse zu klären – es sollte nicht das letzte Mal an diesem Abend gewesen sein. Die Duisburger übernahmen nun mehr und mehr das Kommando, auch begünstigt durch zwei Strafzeiten der Oberländer. Gleich die erste nutzte Christoph Ziolkowski nach einem missglückten Abwehrversuch des für Lindlbauer zunächst in der zweiten, später dann in der vierten Reihe verteidigenden Dennis Neal zur Führung der Gäste aus zentraler Position.

Kaum eine Befreiung gelang den Buam im nächsten Unterzahlspiel, doch fanden sie danach zusehends ihren Rhythmus und schon kurz darauf konnte Andreas Pauli nach einem Pfostentreffer von Dominik Walleitner zum schmeichelhaften Ausgleich einlupfen. Nur eine Frage der Zeit war hingegen ihr Führungstreffer im ersten eigenen Überzahlspiel. Florian Strobl fälschte schließlich einen Schlagschuss von Kapitän Christian Urban zum umjubelten Treffer ab. Elf Sekunden vor Drittelende ereigneten sich dann Jagdszenen, für die sich Füchse-Trainer Franz Fritzmeier jun. später nicht nur entschuldigte, sondern denen er auch spielentscheidende Wirkung zusprach: Fuchs Patrik Gogulla schien von „Tollwut“ befallen und streckte zunächst den einmal mehr überragenden Yanick Dubé vor dem Tor mittels Crosscheck nieder. Die erzielte Wirkung und erhaltene kleine Strafe schienen ihm jedoch nicht zu reichen, so dass er sogleich mit einem Stockstich nachsetzte, wofür ihn der großzügig, aber souverän leitende Schiedsrichter Ralph Bidoul mit einer großen und Spieldauerstrafe vorzeitig zum Duschen schickte. Auf dem Weg dorthin traf der Fuchs noch einen Zeitnehmer, der eine Unterarmprellung davon trug.

Die nun folgenden sieben Minuten Überzahlsituation kosteten die Löwen fast bis zuletzt aus, ehe Toni Prommersberger mit einem Gewaltschuss von der blauen Linie zum 3:1 erhöhte. Nun begann die Partie für das Ruhr-Team von neuem. Mit großem Kampf, grenzwertiger Härte und Spielfreude erarbeiteten sie sich den Anschlusstreffer: Diego Hofland gelang im Nachsetzen ein Rückhandschlenzer aus kurzer Distanz in den „langen“ Winkel. Nun musste Jenike mehrfach den knappen Vorsprung retten. Und auf der Gegenseite gelang es weder Pauli, noch Franz Mangold kurz hintereinander den weniger geprüften Björn Linda zu überwinden. Eine schöne Kombination der ersten Reihe brachte Bad Tölz kurz vor Drittelende  den neuerlichen Zwei-Tore-Vorsprung: Top-Scorer Hannes Sedlmayr überließ Christoph Fischhaber die Vollendung aus dem Slot.

Mit einem von Christoph Ziolkowski abgefälschten Schuss seines Bruders Thomas sorgten die Füchse gleich zu Beginn des Schlussabschnitts wieder für Spannung. Und auch der weitere Schlagabtausch ließ nicht erahnen, wer den Abend als Sieger beenden würde. Einzig die Dubé-Reihe vermochte in beeindruckender Manier zeitweise Powerplay-Situationen im 5:5-Spiel herzustellen, ohne jedoch Zählbares einzufahren.

Die letzten fünf Spielminuten hatten es dann in sich: Zunächst schoss Thomas Ziolkowski seinen Partner Mats Schöbel von der blauen Linie ab. Dessen Visier konnte Schlimmeres, nicht aber eine Platzwunde an der Schläfe verhindern. Glanztaten von Jenike und Linda wechselten sich nun ab. Dann aber schnappte sich Michael Fischer im eigenen Drittel die Scheibe und lief Freund und Feind unwiderstehlich auf und davon, umkurvte Linda, schoss gegen den Pfosten, doch der Puck fand seinen Weg in die Maschen. Zweieinhalb Minuten vor Schluss setzen die Ruhrpöttler dann alles auf eine Karte: Linda wich einem sechsten Feldspieler, doch das Spiel machten nun die Schwarz-Gelben vom Isarstrand. Kurz hintereinander trafen Dubé und Sedlmayr jeweils den Pfosten des verwaisten Duisburger Tores von der blauen Linie. Dann legte Dubé Fischhaber auf und er erzielte aus mittlerer Position von der blauen Linie die Entscheidung.

Löwen-Coach Florian Funk beklagte anschließend einige fahrlässige Strafzeiten seines Teams, insbesondere seiner vierten Reihe, „die waren dumm, schlecht, falsch, aber letztlich auch ‚Wurscht’“. „Wir haben alles versucht, teilweise dominant gespielt, Möglichkeiten zum 4:4 gehabt, aber letztlich doch verloren“, machte Fritzmeier jun. Aus seiner Enttäuschung keinen Hehl. „Jetzt haben wir das 13. Heimspiel in Folge gewonnen, am Freitag, den 13. spielen wir in Duisburg. Da wollen wir den Sack dann zumachen“, ließ Funk zum Abschluss keinen Zweifel an der Siegeszuversicht seiner Buam. Eine tolle Serie findet am Freitag in der Duisburger Scania-Arena auf jeden Fall ihre Fortsetzung.

Tore: 0:1 (8.) Chr. Ziolkowski (Hauner, Th. Ziolkowski) 5-4, 1:1 (13.) Pauli (Walleitner, F. Kolacny), 2:1 (15.) Strobl (Urban, Ehliz) 5-4, 3:1 (26.) Prommersberger (Pfleger, Ehliz) 5-4, 3:2 (32.) Hofland (Schmidt, Hauner), 4:2 (38.) Fischhaber (Dubé, Sedlmayr), 4:3 (42.) Chr. Ziolkowski (Th. Ziolkowski, Hauner) 5-4, 5:3 (57.) Fischer, 6:3 (59.) Fischhaber (Dubé, Urban) ENG

Strafen: Bad Tölz 18, Duisburg 8 + 5 + Spieldauer für Gogulla

SR: Bidoul, LR: Hofer, Sauer

Zuschauer: 2.945

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