Tölz startet in die Serie gegen Essen

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Franz Fritzmeier, Sportlicher Berater der Löwen, hat da eine andere Einschätzung: „Bei aller Euphorie — aber die Favoritenrolle haben wir so nicht. Vor sieben Monaten hat uns kaum jemand zugetraut, dass wir die Play-offs überhaupt erreichen. Und man sollte nicht vergessen: Essen ist eine Profimannschaft, wir ganz sicher nicht.“ Auch Trainer Florian Funk hat Zweifel an der Einschätzung der Wettanbieter: „Die, die die Quoten ausknobeln, haben weder uns noch die Moskitos jemals spielen sehen. Deren Einschätzung gründet sich ausschließlich auf das Abschneiden in der Vorrunde. Und da waren wir im Süden eben Erster — und Essen im Westen eben nur Vierter. Aber eine Prognose ist auch sehr schwierig.“ Immerhin drei Löwen haben allerdings schon Essen-Erfahrung: Kapitän Christian Urban und Christoph Fischhaber waren Stammspieler, als sich die Tölzer Buam anno 2006 nach zwei Niederlagen gegen Essen (3:4 auswärts, 1:2 daheim) aus der 2. Bundesliga verabschieden mussten. Franz Mangold, damals gerade 17 Jahre alt, gehörte auch schon zum Kader.

Mangold hatte zuletzt gegen Regensburg wegen einer Gesichtsverletzung pausieren müssen, hat sich jedoch zurückgemeldet. An seine Blessur erinnern die Fäden, mit denen die tiefe Platzwunde genäht worden war, und ein Veilchen unter dem Auge. Ob es Martin Hinterstocker rechtzeitig ins Team zurück schafft? Er hatte sich im Training am Handgelenk verletzt, hat jedoch einen Test fürs Abschlusstraining am Donnerstag angekündigt. Kein Thema ist hingegen Simon Fischhaber, auf dessen Einsatz viele Fans gehofft hatten. Für die Nürnberger Ice Tigers, bei denen der Greilinger unter Vertrag steht, ist die Saison zwar beendet, für seinen Heimatverein darf er aber dennoch nicht spielen, weil Nürnberg ihn in den Pre-Play-offs eingesetzt hatte. Fischhaber erhielt allerdings ein dickes Trostpflaster: Er wurde von Bundestrainer Uwe Krupp zur Nationalmannschaft eingeladen. Mit einem Einsatz von Topscorer Yanick Dubé, der übrigens 2006 seine Tore für Essen und gegen Bad Tölz schoss, rechnet man bei den Löwen vorsichtshalber nicht. Er leidet nach wie vor an den Folgen einer Gehirnerschütterung die seinen Einsatz höchst unwahrscheinlich erscheinen lässt. Fritzmeier: „Yanick hat einen so großen Anteil daran, dass wir in den Play-offs sind. Für ihn ist es ganz bitter, dass er nicht spielen kann. Aber da müsste schon eine Wunderheilung geschehen.“

Von einem Trainerkollegen aus dem Eishockey-Westen hat sich Florian Funk Informationen und Video-Material über den Play-off-Gegner besorgt. Seine Erkenntnisse: „Mannschaftlich sind die Moskitos schon ganz gut besetzt. Allerdings spielen sie recht statisch und sind hohes Tempo nicht gewohnt. Das ist unsere Chance: Wir müssen mit körperlicher Präsenz und unserer Schnelligkeit auftreten. Das ist es war wir können.“ Die Tölzer Bilanz gegen Essen könnte jedenfalls ein wenig Politur vertragen: Von bisher 42 Spielen hat Essen 21 gewonnen, Bad Tölz nur 19.