Tabellenführer München zu stark für die Wizards

Wizards stürzen Tabellenführer München vom Platz an der SonneWizards stürzen Tabellenführer München vom Platz an der Sonne
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Den Stuttgart Wizards ist am Freitagabend kein zweiter Husarenstreich in der Münchner Olympia-Eishalle gelungen. Siegte der Eishockey-Oberligist im Hinspiel bei Spitzenreiter EHC München noch 4:3, zogen die Cracks um Kapitän John Sicinski dieses Mal mit 3:5 (0:1, 1:1, 2:3) den Kürzeren. „Im ersten Drittel standen wir zu weit weg vom Gegner und waren mit dem 0:1 noch gut bedient. Ab dem zweiten Drittel kamen wir besser in die Partie und wir hätten eine Chance gehabt, das Match zu drehen, hätte der Ein-Tore-Rückstand gehalten. Die schnellen Münchner Tore zu Beginn des Schlussabschnitts haben uns aber das Genick gebrochen. Insgesamt haben wir uns zu viele individuelle Fehler geleistet, die München eiskalt ausgenutzt hat“, so das Fazit von Trainer Wilbert Duszenko, der den Blick schon wieder nach vorn richtete: „Wir müssen bis zum Schluss um den Einzug in die Meisterrunde kämpfen. Gegen Garmisch gilt es nun, Charakter zu zeigen und vor heimischem Publikum alles für drei Punkte zu geben“, meinte der 54-Jährige. Am Faschingsdienstag (08.02.2005, 20.00 Uhr, Eissport-Zentrum Waldau Stuttgart) empfangen die Wizards, mit 57 Punkten derzeit Sechster der Südgruppe, den Tabellensiebten SC Riessersee (54 Zähler). Mit einem Sieg wollen die Blau-Gelben einen wichtigen Schritt Richtung Meisterrunde machen.



Die Freitagspartie beim Klassenprimus aus München begann für die Wizards denkbar ungünstig. Ersatztorhüter Konstantin Bertet, der beim Sieg gegen Peiting eine Woche zuvor ein starkes Spiel gezeigt hatte, fehlte aufgrund einer Grippe und konnte die Fahrt in die bayerische Landeshauptstadt nicht mit antreten. So kam Tyrone Garner, der seinen Riss im Trommelfell inzwischen überwunden hat, wieder zum Einsatz und wusste bei seinem Comeback mit einigen starken Paraden zu gefallen.

Im ersten Durchgang zeigte der EHC München von Beginn an, dass er die knappe Niederlage aus dem Hinspiel ausmerzen wollte. Die Isarstädter hatten viel Platz zum Kombinieren und zogen ein druckvolles Angriffsspiel auf. Bereits in der vierten Spielminute mussten die Wizards den ersten Gegentreffer hinnehmen, als Mario Jann nach einer schnellen Kombination über Alexander Leinsle und Fabian von Schilcher nur noch den Schläger hinzuhalten brauchte und die Hausherren in Führung brachte.

Auch in der Folgezeit war der EHCM die klar dominierende Mannschaft, von den Wizards war bis auf wenige Entlastungsangriffe – die Münchens gut organisierte Abwehr nur selten vor Probleme stellten – kaum etwas zu sehen. Nach 15 gespielten Minuten gelang den Wizards zwar der Ausgleich, der jedoch aus dem Torraumabseits heraus erzielt worden sein soll und deswegen nicht anerkannt wurde. So hatten es die Württemberger in den ersten 20 Minuten vor allem ihrem stark haltenden Keeper Tyrone Garner zu verdanken, dass sie nicht deutlicher zurücklagen.


Im zweiten Spielabschnitt kamen die Zauberer besser ins Spiel, die Partie wurde offener. München kam zwar zu zahlreichen Chancen, konnte diese jedoch nicht verwerten. Anders die Wizards, für die Peter Westerkamp nach einem schnellen Konter in der 32. Spielminute zum 1:1 traf. Die Freude auf Seiten der Blau-Gelben währte jedoch keine zwei Minuten. Bereits 102 Sekunden nach dem Ausgleich sorgte Münchens Mike Burman mit einem sehenswerten Schuss in den Winkel für die neuerliche Führung der Hausherren (34.). München spielte zu diesem Zeitpunkt Powerplay, das die Wizards immer wieder vor Probleme stellte und an diesem Abend den Spiel entscheidenden Unterschied ausmachte. Während der EHCM damit stets für viel Druck sorgen konnte, agierten die Blau-Gelben zu hektisch und kamen folgerichtig auch zu keinem Treffer bei numerischer Überlegenheit. Trotz des neuerlichen Rückstands zeigten sich die Württemberger allerdings wenig geschockt und erspielten sich gegen Ende des Mitteldrittels etliche gute Möglichkeiten zum Ausgleich, die jedoch ungenutzt blieben.



Kalt erwischt wurden die Wizards zu Beginn des letzten Durchgangs. Ganze 61 Sekunden nach Wiederanpfiff setzte sich Münchens Alexander Leinsle, den die Stuttgarter Abwehr – wie auch seine Stürmerkollegen Mario Jann und Fabian von Schilcher – nur selten in den Griff bekam, hinter dem Tor der Wizards gegen zwei Gegenspieler durch und überwand Tyrone Garner per Bauerntrick zum vorentscheidenden 1:3. München zog nun noch einmal das Tempo an und hatte etliche Möglichkeiten, das Ergebnis noch deutlicher zu gestalten, scheiterte aber immer wieder an Garner. In der 46. Minute war jedoch auch der Kanadier machtlos, als EHC-Verteidiger Thomas Vogl bei doppelter Überzahl mit einer fulminanten Direktabnahme das 1:4 erzielte.

Mit dem nunmehr deutlichen Rückstand hatten sich auch die Hoffnungen von Wizards-Coach Wilbert Duszenko, dem Spiel nochmals eine Wende geben zu können, zerschlagen. Dessen ungeachtet gaben sich die Wizards nicht auf. Vielmehr zeigten sie sich weiter engagiert, kämpften verbissen um jeden Puck und wurden für ihr Engagement in der 48. Minute mit dem 2:4, erneut durch Peter Westerkamp, belohnt.

Wieder währte die Freude der Württemberger nur kurz, erneut schlug München abgeklärt zurück. Nach 51 Minuten war es einmal mehr Alexander Leinsle, der mit dem 2:5 – abermals im Powerplay – die Stuttgarter Niederlage besiegelte. Georg Hessel verkürzte in der 53. Minute zwar noch auf 3:5, doch mehr war an diesem Abend für die Wizards, die zu spät richtig ns Spiel fanden, nicht drin.



Nach der Niederlage erkannte Stuttgarts Coach Wilbert Duszenko die Leistung der Münchner neidlos an: „Der EHC hat gut gespielt und unsere Fehler eiskalt ausgenutzt. Wir standen im ersten Drittel zu weit weg vom Gegner und hätten auch deutlicher zurückliegen können. Ab dem zweiten Durchgang kamen wir besser ins Spiel. Ich dachte, wir könnten das Match mit dem Ein-Tore-Rückstand noch drehen. Nach den schnellen Münchner Treffern zu Beginn des Schlussabschnitts war für uns nichts mehr zu machen. Da braucht man auch Glück, um noch mal ins Spiel zu finden. Das hatten wir nicht, zudem waren wir Powerplay zu hektisch. München hat hingegen in Überzahl sehr clever agiert, Mike Burmans Schuss in den Winkel war schon extraklasse. Wir haben insgesamt zu viele Strafen kassiert und Kleinigkeiten falsch gemacht. Dafür sind wir knallhart bestraft worden. Diese Kleinigkeiten müssen wir zum nächsten Spiel gegen Garmisch abstellen“, gab der Übungsleiter zu Protokoll.



Münchens Trainer Georg Kink war nach dem Sieg natürlich zufrieden: „Das war heute ein hartes Stück Arbeit für uns. Stuttgart hat eine kompakte Truppe, die defensiv gut organisiert ist und in Tyrone Garner über einen starken Torhüter verfügt. Das hat man vor allem im zweiten Drittel gemerkt, als er uns beinahe zur Verzweiflung gebracht hat. Da hatten wir 24 Schüsse aufs Tor, so viele wie sonst im ganzen Spiel nicht. Meine Jungs waren aber von Anfang bis Ende hoch konzentriert und geduldig und haben immer zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht“, freute sich Kink.

Für die Wizards steht bereits am Faschingsdienstag (08.02.2005, 20.00 Uhr, Eissport-Zentrum Waldau Stuttgart) das nächste wichtige Match im Kampf um den Meisterrunden-Einzug auf dem Programm. Dann empfängt der Tabellensechste den direkten Verfolger SC Riessersee, der momentan drei Punkte Rückstand auf die Zauberer hat. Zwei Mal schon setzten sich die Stuttgarter diese Saison gegen den Traditionsclub und zehnfachen Deutschen Meister aus Garmisch-Partenkirchen durch (5:3 in Stuttgart, 5:1 in Garmisch, das erste Match in Garmisch konnte der SCR 4:2 für sich entscheiden) und am Dienstag soll ein dritter Erfolg hinzukommen. „Das ist natürlich unser Ziel, denn es wäre ein großer Schritt Richtung Meisterrunde. Wichtig ist, dass wir 60 Minuten lang absolut konzentriert und diszipliniert zu Werke gehen und den Sturm des SCR nicht zur Entfaltung kommen lassen. Wenn wir darüber hinaus unsere Chancen konsequenter verwerten können als zuletzt, ist mit der lautstarken Unterstützung der Zuschauer ein Sieg möglich. Dafür werden wir alles geben“, verspricht Stuttgarts Trainer Wilbert Duszenko einen heißen Tanz.



EHC München – Stuttgart Wizards 5:3 (1:0, 1:1, 3:2)


Tore: 1:0 (3:33) Mario Jann (Alexander Leinsle, Fabian von Schilcher), 1:1 (31:45) Peter Westerkamp (John Sicinski, Jay Woodcroft), 2:1 (33:27) Mike Burman (Thomas Vogl, Josef Eckmair) 5-4, 3:1 (41:01) Alexander Leinsle (Fabian von Schilcher, Mario Jann), 4:1 (45:05) Thomas Vogl (Mike Burman, Fabian von Schilcher) 5-3, 4:2 (47:23) Peter Westerkamp (Jeff White), 5:2 (50:09) Alexander Leinsle (Fabian von Schilcher) 5-4, 5:3 (52:37) Georg Hessel



Strafminuten: München 20 + 10 Disziplinarstrafe gegen Manuel Hiemer, Stuttgart 20

Zuschauer: 1.009

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