Zurück zum einfachen EishockeySelber Wölfe

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Cory Holden klopft auf die Holzbank in seiner Kabine. „Hoffentlich passiert im Training nichts mehr.“ Sollte der Wunsch in Erfüllung gehen, könnte der Trainer des Oberligisten VER Selb am Freitag (20 Uhr) gegen den ERC Sonthofen erstmals seit langer Zeit – mit einer Ausnahme – aus dem Vollen schöpfen. Auch Patrick Schmid darf sich endlich wieder den VER-Fans präsentieren. Der Neuzugang hatte bislang nicht gerade das Glück gepachtet seit seinem Wechsel aus Frankfurt nach Selb. In der Vorbereitung warf den 26-Jährigen eine Fußverletzung zurück, nach zwei Punktspieleinsätzen war es eine Schulterverletzung, die eine sechswöchige Pause nach sich zog. „Es war eine schlimme Zeit für mich. Bei den Spielen nur auf der Tribüne zu sitzen ist grausam“, sagt Schmid, der sich nun umso mehr auf sein Comeback freut. Der zweite Langzeitverletzte, Simon Schwarzmeier, steht ebenfalls schon wieder voll im Training. Bei ihm kommt am Wochenende aber der Beruf dazwischen.

Dennoch hat Cory Holden die Qual der Wahl bei 23 fitten Akteuren. Nur 22 dürfen nämlich auf dem Spielformular stehen. Einer muss sich also wieder unter die Zuschauer mischen. Zwei Torhüter, acht Verteidiger und zwölf Stürmer bedeuten auch, dass der Selber Trainer mit vier kompletten Blöcken spielen könnte – und das auch machen will. Mit etwas unterschiedlichen Eiszeiten freilich. „Wie oft die vierte Reihe zum Einsatz kommt, hängt auch vom Spielstand und der jeweiligen Spielsituation ab“, sagt Holden. Er ist sich ziemlich sicher, dass die heutige Aufgabe gegen den ERC Sonthofen weitaus schwieriger wird als noch zum Saisonauftakt am 26. September. Da geriet der Aufsteiger im eigenen Stadion gegen den VER Selb mit 0:9 unter die Räder.

„Wir müssen aus unseren Fehlern lernen“, hatte der Sonthofener Trainer Dave Rich nach diesem ernüchternden Start den Journalisten in ihre Notizblöcke diktiert. Und die Worte des 45-Jährigen, der von 2000 bis 2002 in der Oberliga insgesamt 74 Spiele für den damaligen ERC Selb bestritt und dabei 55 Scorerpunkte sammelte, scheinen auch bei seinen Spielern Gehör gefunden zu haben. Mittlerweile finden sich die Bulls auf Platz sieben wieder, kämpfen also mit so renommierten Clubs wie Peiting, Deggendorf, Klostersee oder Erding um einen der begehrten Play-off-Plätze.

Dieser Leistung der Bulls zollt auch Cory Holden Respekt. „Das 9:0 ist schon lange her. Sonthofen hat sich seitdem stabilisiert und in der Oberliga etabliert.“ Der Selber Trainer vermutet, dass die Gäste aus dem Allgäu in der Defensive sehr kompakt stehen und auf Konter setzen werden. Knacken wollen die Wölfe den Sonthofener Riegel mit einfachem Eishockey, wie es in vielen Spielen auswärts praktiziert wird. „Daheim haben wir es zuletzt oft zu kompliziert gemacht und wollten vor den eigenen Fans zu schön spielen.“ Einfach heißt für Holden: schnell spielen, kurze und einfache Pässe, mehr und schnellere Torabschlüsse. Kurz: schnörkellos. Und wenn dann noch die zu vielen individuellen Fehler vom Peiting-Spiel minimiert werden, müssen die VER-Anhänger vielleicht einmal nicht so lange zittern.

Den Gegner nur ja nicht auf die leichte Schulter nehmen, heißt Holdens Devise auch am Sonntag (18 Uhr), wenn die Wölfe beim EV Füssen zu Gast sind. Das zweite Team aus dem Allgäu erlebt bislang eine bittere Saison und nimmt mit nur neun Punkten aus 16 Spielen den letzten Tabellenplatz ein. Für den bereits in der Vorwoche entmachteten Trainer Wolfgang Koziol steht mittlerweile Markus Gmeiner hauptverantwortlich an der Bande und will die Leopards zu neuem Leben erwecken. „Die werden uns alles abverlangen“, sagt Holden. „Wir müssen uns mental so vorbereiten, als würde es gegen eine Spitzenmannschaft gehen.“ Und das gilt auch schon für den Freitag.


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