Wölfe verabschieden sich in die SommerpauseLandshut gewinnt mit 7:3

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Die Selber Kufencracks mussten sich auch in Spiel drei der Best-of-Five-Play-off-Serie dem EV Landshut geschlagen geben. Mit einem 7:3 (4:1, 0:1, 3:1)-Sieg sicherten sich die Niederbayern den dritten Sieg und ziehen – über alle drei Spiele gesehen – verdient in das Oberliga-Viertelfinale ein.

Das am Ende deutliche Ergebnis spiegelte den wahren Spielverlauf nicht wider, die Wölfe setzten abermals dem EV Landshut kräftig zu, gaben sich keineswegs kampflos in ihr Schicksal, mussten aber die gnadenlose Effektivität der Niederbayern am eigenen Leibe anerkennen. Knackpunkt und vorentscheidend Drittel eins. Innerhalb von sieben Minuten drehte der EVL einen Rückstand in eine komfortable 4:1-Führung. Das Manko der Wölfe abermals an diesem Abend, dass man zu wenig aus seinen zahlreichen Möglichkeiten machte. Die letzten beiden Treffer der Gastgeber fielen per Empty-Net-Goal. Überragender Akteur der Play-off-Serie war EVL-Goalie Kristian.

Alles oder nichts – Auswärtssieg oder Sommerpause. Die Ausgangslage für die Selber Wölfe, die nach 0:2-Rückstand nach Spielen sprichwörtlich mit dem Rücken zur Wand standen und auf ein kleines Eishockeywunder hofften, war unmissverständlich klar. Entsprechend konzentriert und engagiert starteten die Wölfe und hatten insbesondere in den ersten zehn Minuten klare Spielanteile und ein Chancenübergewicht. Aber wie zuletzt fehlte einfach das nötige Scheibenglück, Pauker, Piwowarczyk oder Hördler brachten trotz bester Möglichkeiten die kleine Hartgummischeibe nicht an Goalie Kristian vorbei. Die Einheimischen taten sich gegen die gutstehenden Gäste schwer, erst in der fünften Minute kamen sie erstmals gefährlich vor das Selber Tor und durften gleich jubeln. Aber nur kurz. Hauptschiedsrichter Haupt entschied richtig auf Torraumabseits. Die Mannen von Henry Thom weiter das aktivere Team und wurden für ihre Offensivbemühungen endlich belohnt. Wölfe-Torjäger Piwowarczyk brach den Bann und brachte sein Team – erstmalig in dieser Serie – mit 1:0 in Front. Aber die Freude im Selber Lager hielt nicht lange. Das Wolfsrudel brachte sich mit unnötigen, diskutablen Strafzeiten selbst um den Lohn seiner Arbeit. In doppelter Überzahl glichen die Einheimischen mit ihrem dritten Torschuss auf 1:1 aus – Suvelo war gegen den zweiten Nachschuss von Thornton machtlos. Aber es kam noch schlimmer. Just als McNaughton wieder zurückkam und die Wölfe komplett waren, sorgte ein abgefälschter Schuss für die 2:1-Führung des EVL. Die Wölfe schüttelten sich und versuchten an die starken Anfangsminuten, wo sie die spielbestimmende Mannschaft waren, anzuknüpfen. Aber es kam knüppeldick: Zuerst patzte Verteidiger Hendrikson und ermöglichte Abstreiter leichtes Spiel zum 3:1, Forster erhöhte 37 Sekunden vor Drittelende auf 4:1. In einem Drittel, welches Selb lange Zeit überlegen bestimmte und der Hausherr mit vier Toren bei gefühlten fünf Torschüssen drehte.

Kommen die Wölfe nochmals zurück oder ergeben sie sich ihrem Schicksal? Getreu dem Motto „Wölfe geben niemals auf“ setzten die Wölfe ein wichtiges Lebenszeichen. Geisberger gelang der enorm wichtige Anschlusstreffer. Zuvor ließ man ein Überzahlspiel ohne nennenswerte Szenen verstreichen, aber Geisberger war es wie erwähnt vorbehalten, der trocken nach Bullygewinn von Gare abzog und Kristian keine Chance ließ. Möglichkeiten gab es in der Folgezeit auf beiden Seiten, im Brennpunkt standen die beiden Torsteher. Die Selber beraubten sich aber ihrer besten Chancen selbst, der durchaus mögliche 3:4 Anschlusstreffer in doppelter Überzahl wollte aber trotz vieler guter Szenen nicht fallen. Die Chance auf den dritten Treffer, der sicherlich Landshut noch nervöser hätte werden lassen, vertan - der EVL verteidigte erfolgreich mit Mann und Maus den Zwei-Tore-Vorsprung. Auch der heimische EVL-Anhang spürte, dass die Wölfe das Spiel noch nicht abgehakt hatten und feuerte sein Team lautstark an. Kampf um jeden Zentimeter Eis in den Folgeminuten bis zur Pause von Drittel zwei, welches die Wölfe mit 1:0 gewannen Rabenschwarz begannen die letzten 20 Minuten für die Gäste. Mehr als strittig und überzogen zugleich die verhängte Strafzeit gegen Schneider für Spielverzögerung. Der EV Landshut bestrafte dies eiskalt und erhöhte mit seinem zweiten Überzahltreffer an diesem Abend auf 5:2. Die Entscheidung? Nein. Die Selber Wölfe gaben sich immer noch nicht auf und kamen nochmals zurück. Als der EV Landshut gerade wieder komplett war, schlug es hinter Goalie Kristian ein – der alte Zwei-Tore-Rückstand war wieder hergestellt, Maaßen der Torschütze. Und es waren weiterhin die Wölfe mit den besseren Chancen – Pauker, McNaughton, aber Goalie Kristian wie so oft Endstation.  In der Schlussphase setzte VER-Coach Henry Thom alles auf eine Karte, nahm frühzeitig Goalie Suvelo für einen zusätzlichen Feldspieler vom Eis. Dies wurde aber nicht belohnt, Landshut konnte noch zweimal in das verwaiste Tor einnetzen. Um 21.45 Uhr mit der Schlusssirene war es dann perfekt – die Wölfe hatten Sommerpause, die Fans des EVL feierten den Viertelfinaleinzug.

Tore: 0:1 (10.) Piwowarczyk (Heilman), 1:1 (13.) Thornton (Hammer, Geipel/5-3), 2:1 (15.) Draxinger (Pozivil), 3:1 (19.) Abstreiter, 4:1 (20.) Forster (Baumgartner, Jarret), 4:2 (26.) Geisberger (Gare), 5:2 (41.) Draxinger (Abstreiter/5-4), 5:3 (45.) Maaßen (Heilman), 6:3 (57.) Doyle (ENG), 7:3 (57.) Sedlar (Zitterbart/ENG). Strafen: Landshut 8, Selb 8. Zuschauer: 2395.

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