Wölfe fordern Meister alles abStarke Teamleistung

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Auch der VER Selb kann die Siegesserie des EV Regensburg nicht stoppen. In einer temporeichen und spannenden Oberligapartie forderte der Tabellenfünfte den frischgebackenen Oberliga-Süd-Meister alles ab und hielt die Partie bis kurz vor Schluss offen. Erst 25 Sekunden vor Ende machte Regensburg per Empty-Net-Goal alles klar. Die Wölfe unterlagen mit 5:7 (3:3, 0:0, 2:4).

Der Tabellenführer sehnte sich lange einen ungefährdeten Sieg einzufahren, aber die Wölfe gaben sich nicht auf und kämpften sich nach 3:6-Rückstand wieder zurück ins Spiel. Sehenswert und torreich das Auftaktdrittel, wo innerhalb 137 Sekunden vier Treffer fielen. Die Gastgeber überzeugten mit einem starken Defensivspiel, nimmermüden Einsatz und einem effektiven Penaltykilling. Die Donaustädter zeigten sich insbesondere bei ihrer Chancenverwertung gnadenlos effektiv und bestraften die sich bietenden Möglichkeiten im Stile einer Spitzenmannschaft eiskalt. Am Sonntag in Peiting fehlt Wölfe-Topscorer Gare aufgrund seiner dritten „Zehner“.

Ein temporeiches, sehenswertes und vor allem torreiches erstes Drittel bekamen die Zuschauer in der Netzsch-Arena zu sehen. Die Wölfe zeigten keinerlei Angst vor dem Tabellenführer und frischgebackenen Hauptrundenmeister Regensburg und sannen auf Revanche für die drei erlittenen Niederlagen in den letzten Vergleichen. Die Donaustädter staunten nicht schlecht, wie frech und offensiv die Wölfe ohne die gesperrten Schadewaldt, Moosberger und den verletzten Schneider zu Werke gingen. Die Porzellanstädter standen gut, auch in Unterzahl, als sie gegen das statistisch gesehen beste Überzahlspiel der Liga nichts zuließen. Just als Heilman von der Strafbank zurückkam, nutzte der EVR eine Unordnung der Selber eiskalt zur Führung aus. Aber die Wölfe antworten mit wütenden Angriffen. Begünstigt von zwei hintereinander folgenden Überzahlspielen drängten sie auf den Ausgleichstreffer. Hendrikson, der gut freigespielt, aber dessen Schuss geblockt wurde, Piwowarczyk und Gare – die Hausherren setzten sich gut in Szene und im Regensburger Drittel fest, fanden aber nicht die passende Lücke zum Torerfolg. Der Tabellenfünfte, der aktiver und mehr vom Spiel hatte, wurde aber für seine Bemühungen belohnt. In Überzahl war es Geisberger vorbehalten, der mit einem satten Schuss EVR-Goalie Brenner keine Chance ließ und zum verdienten 1:1-Ausgleich traf. Mit diesem Spielstand gaben sich beide Mannschaften aber nicht zufrieden – es sollten noch vier weitere Treffer bis zur ersten Pausensirene folgen. Und diese innerhalb von nur 137 Sekunden. Gajovsky mit der 2:1-Führung, die 18 Sekunden später Maaßen wieder egalisierte. Aber auch die erneute Gästeführung durch Stähle hatte nur 14 Sekunden bestand, ehe Geisberger mit seinem zweiten Treffer auf 3:3 stellte. Wahnsinn, was für eine Schlussphase!

Die Kabinenansprache von EVR-Trainer Irwin schien laut und deutlich gewesen zu sein, denn wesentlich engagierter präsentierte sich seine Mannschaft im Mittelabschnitt. Die Gäste drückten aufs Tempo und hatten ihrerseits gute Möglichkeiten, die jedoch VER-Goalie Suvelo vor keine großen Schwierigkeiten stellte. Es entwickelte sich eine spannende, intensive Partie. Die Wölfe nun seltener vor dem EVR- Tor, aber Geisberger hatte nach einem Querpass von Maaßen die Führung auf dem Schläger – traf den Puck aber nicht richtig. In zahlenmäßiger Überlegenheit – die Trumpfkarte des EVR – bissen sich die Gäste am abermals sehr gut umgesetzten Penaltykilling sprichwörtlich die Zähne aus. Auch wenn keine weiteren Tore fielen, wurde den Zuschauern ein offener Schlagabtausch geboten, mit einem Chancenplus für die Gäste aus der Donaumetropole. Dass es auch nach 40 Minuten beim 3:3 blieb war der gut stehenden Wölfe-Defensive um Goalie Suvelo zu verdanken. Hördler hätte kurz vor Schluss berühmt werden können – der Routinier scheiterte aber.

Reichen die Kräfte der Wölfe für die greifbare Sensation gegen den Meister? In Unterzahl – noch dazu ohne den mit einer Zehn-Minuten-Disziplinarstrafe fehlenden Gare, mussten die Wölfe in den Schlussabschnitt starten, notwendige Umstellungen die Folge. Und dann kam es leider knüppeldick. Genau vier Minuten waren gespielt, da sorgte Smith mit seinem 25. Saisontreffer für die abermalige Führung. Anstatt in Überzahl auszugleichen – Böhm saß für hohen Stock auf der Strafbank – sorgte der EVR-Paradesturm mit einem blitzsauberen Konter in Person von Stähle in Unterzahl zum 5:3. Als Verteidiger Noe Suvelo sogar zum sechsten Mal an diesem Abend überwand, dachten viele an die Vorentscheidung. Mitnichten. Die Wölfe nahmen nochmals alle verfügbaren Kräfte zusammen und wurden belohnt. Neumann verkürzte auf 4:6 und als 99 Sekunden vor Ende Hördler sogar noch der fünfte Treffer gelang, stand die Halle Kopf. Spannend die letzten Minuten, taktische Geplänkel auf beiden Seiten. Die Wölfe setzten nach einer Auszeit 46 Sekunden vor Ende alles auf eine Karte – ohne Erfolg. Drews per Empty-Net-Goals sicherte den 26. EVR-Erfolg in Serie und sorgte für Ernüchterung bei den Wölfe-Fans, die aber dennoch stolz auf die Leistung ihrer Mannschaft sein konnten und diese frenetisch feierte.

Tore: 0:1 (7.) Böhm (Drews, Vogel), 1:1 (15.) Geisberger (Gare, Piwowarczyk/5-4), 1:2 (17.) Gajovsky (Stähle, Komnik), 2:2 (17.) Maaßen (Gare, Hendrikson), 2:3 (18.) Noe (Gajovsky, Stähle/5-4), 3:3 (19.) Geisberger (Gare, Maaßen), 3:4 (44.) Smith (Gajovsky, Noe), 3:5 (46.) Stähle (Smith, Gajovsky/4-5), 3:6 (51.) Noe (Smith,Gajovsky), 4:6 (56.) Neumann (Eickmann, Hördler), 5:6 (59.) Hördler (Gare, Hendrikson), 5:7 (60.) Drews (Trew, Stiefenhofer/ENG). Strafzeiten: Selb 16 + 10 (Gare) + 10 (Heilman), Regensburg 18 + 10 (Flache ). Zuschauer: 1912.

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