Wochenende der Wahrheit: VER in der Pflicht

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Nach zuletzt drei Niederlagen vor heimischer Kulisse wird das Murren im Wolfsbau deutlicher. Ein wohltuender Sieg muss her, ehe die aktuelle Situation gar in eine Krise gleitet. Ganz klar, am Kampf lag es zuletzt nicht, schließlich holte man zwischendurch einen 0:3-Rückstand auf. Am Ende zählen aber nur die Punkte. „Uns fehlt dazu die Konstanz“, bemängelt Trainer Cory Holden. „In Grafing haben wir ein gutes Spiel gemacht, um dann in Peiting 40 Minuten lang nicht anwesend zu sein“, gibt er zur Kritik. Gegen Deggendorf konnte er im Vergleich zum Gegner keine großen Unterschiede ausmachen. Das Spiel seiner Mannschaft war zwar zeitweise etwas zerfahren, Fehlpässe waren an der Tagesordnung. „Nur hat Deggendorf aus den Chancen die Tore gemacht, während wir den Puck nicht reingebracht habe“, so die Sichtweise.

Ob sich die Fans auf zahlreiche Treffer nun am Freitag freuen dürfen? Der Statistik nach ja. Erding und Selb haben mit jeweils 4,7 Gegentoren im Schnitt pro Spiel bislang die meisten in der Liga kassiert. Auch im Hinspiel klingelte es beim 8:6-Erfolg des VER satte 14 Mal. Schon hier aber zeigte der Aufsteiger aus der Bayernliga gute Qualitäten. Das Durchhaltevermögen nach den ersten Pleiten zahlte sich aus. Nach einem Sieg über Peiting folgte vergangenes Wochenende gar ein Sechs-Punkte-Wochenende. Herausragend dabei eine glänzende Torhüterin Viona Harrer, die zuvor gegen Selb nicht zwischen den Pfosten stand. Für die Effizienz im Angriff sorgen insbesondere drei Angreifer. Ales Jirk steht mit 21 Punkten in der Liga-Scorerwertung ganz oben, gefolgt von Timo Borrmann (18 Punkte) und schließlich Daniel Krzizok. 13 Mal konnte der 23-Jährige Stürmer einnetzen – sooft wie kein anderer Spieler in der Runde. „Wir müssen also versuchen, hinten sicherer zu stehen und vorne die Dinger auch einmal rein zu machen“, lautet die mögliche und simple Erfolgsformel Holdens gegen einen „mit großem Selbstvertrauen nach Selb reisenden Gegners“.

Ein schweres Unterfangen für die Selber Wölfe, das es wohl aber auch in Regensburg werden dürfte. Mit 1:8 ging der VER noch vor drei Wochen in der Donau-Arena unter. Somit ist Wiedergutmachung angesagt. Andererseits: „Das deutliche Ergebnis dürfte auch in den Köpfen der Regensburger noch drin sein“, vermutet Holden einen gewissen Motivationsschub. Den benötigt der Kontrahent unbedingt, denn seit dem Sieg über die Franken lief beim EVR gar nichts mehr. Ein Tiefpunkt, ein sportlicher Offenbarungseid folgte dem nächsten. Damit hat das Team von Trainer Günther Eisenhut die „Rote Laterne“ nun in Händen. So hofft der Coach auf die Rückkehr des zuletzt verletzungsbedingt fehlenden Leaders Sven Gerike. Und: der Spielermarkt wird nach einer Verstärkung sondiert, eine Kontingentstelle steht den Oberpfälzern schließlich noch zur Verfügung. Aber so gilt vorerst die Hoffnung, die eigene Abschlussschwäche umgehend abzustellen und in die Erfolgsspur zurückzukommen.

Doch das wollen auch die Wölfe an diesem Wochenende. Vor den Gegnern sollte man gewarnt, die Mannschaft gefordert sein, ehe dann die heiß ersehnte Länderspielpause kommt. Erst am 20. November geht es für den VER mit dem Heimspiel gegen Füssen weiter. „Das ist wichtig, dass sich unseren angeschlagenen Spieler ihre Verletzungen auskurieren und dann bestmöglich wieder fit angreifen können“, meint Holden, der dann auch von mehr Erfolgen ausgeht. Noch aber gilt die volle Konzentration Erding und Regensburg an diesem Wochenende. Dabei muss auf die verletzten Piwowarczyk und Thielsch verzichtet werden. Wichtig aber: „Auch nach den Niederlagen haben unsere Spieler den Kopf nicht hängen lassen, zeigen Charakter und wissen, um was es an diesem Wochenende geht!“


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