Vorfreude auf den SpitzenreiterSelber Wölfe

Vorfreude auf den SpitzenreiterVorfreude auf den Spitzenreiter
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Die Stimmung ist nach vier Siegen in Folge angenehm locker im Kabinentrakt der Oberliga-Mannschaft des VER Selb. Eine kleine Diskussion zwischen Peter Hendrikson und Teambetreuer Oliver Kremenovic über den richtigen Standort der Kaffeemilch gehört da schon zu den größeren Aufregern. Es läuft eben derzeit einfach bei den Wölfen. Nicht nur in Selb. Auch bei den Freiburger Wölfen herrscht eitel Sonnenschein. Die Breisgauer haben neun Spiele in Folge gewonnen und grüßen von der Tabellenspitze – fünf Punkte vor dem VER. Der will und kann diese Machtverhältnisse am kommenden Sonntag (18 Uhr) wieder zurechtrücken, wenn Freiburg in der Netzsch-Arena seine Visitenkarte abgibt. Zuvor aber müssen die Holden-Schützlinge am Freitag (20 Uhr) mit einem Sieg im Derby beim 1. EV Weiden die Voraussetzungen für ein echtes Spitzenspiel am Sonntag schaffen. Eine proppenvolle Netzsch-Arena sollte dann garantiert sein.

Die Vorfreude ist groß beim VER. Auf beide Spiele. „Wir müssen auch beide Gegner gleich ernst nehmen“, sagt Stürmer Achim Moosberger, der damit schon einmal Vielen den Wind aus den Segeln nimmt, die an eine leichte Aufgabe in Weiden denken. Die Oberpfälzer haben zwar sechs Mal in Folge verloren und liegen bereits acht Punkte hinter den Play-off-Plätzen. Aber spätestens seit Bayreuth sollten Schadewaldt & Co. wissen, dass Derbys ihre eigenen Gesetze haben. Der Kapitän hat sich von einigen Anhängern ohnehin falsch verstanden gefühlt mit Aussagen über „Freunde aus Bayreuth“. „Das war alles ganz anders gemeint. Aber ich verspreche, dass in Weiden eine andere Selber Mannschaft auf dem Eis stehen wird.“

Genau das wünscht sich auch der Cheftrainer. „Wir müssen die Einstellung der vergangenen vier Spiele mit in den Koffer nach Weiden packen“, sagt Holden. Denn auch wenn der VER die letzten fünf Derbys gegen die Blue Devils gewonnen hat: Es waren meist enge und hartumkämpfte Spiele. Und was gäbe es Schöneres für den Gastgeber, als gerade gegen den Rivalen aus Selb die Niederlagenserie zu beenden. Eine Leistungssteigerung hat der mittlerweile umstrittene Weidener Trainer Victor Proskurjakow schon bei den jüngsten Niederlagen gegen Klostersee (2:3) und Freiburg (2:5) erkannt. „Und ich bin überzeugt, irgendwann wird das Glück zurückkommen.“

Für den VER Selb geht es in Weiden nicht nur um wichtige Punkte, er will auch Eigenwerbung betreiben für das Schlagerspiel am Sonntag gegen die Wölfe aus Freiburg. Der Respekt ist groß vor dem souveränen Tabellenführer. „Die spielen richtig stark“, erinnert sich VER-Coach Cory Holden nur ungern an das 0:5 Anfang Oktober im Breisgau. „Freiburg ist defensiv richtig gut und hat die Qualität, die Fehler der anderen ausnutzen.“ Der Respekt vor der Truppe um Trainer Leos Sulak soll freilich nicht in Angst umschlagen, schließlich haben die hochfränkischen Wölfe ähnliche Qualitäten und die besten Fans der Liga im Rücken. „Jede Mannschaft ist schlagbar. Auch Freiburg“, sagt Holden, der personell fast aus dem Vollen schöpfen kann. Selbst Ronny Schneider wird wohl dabei sein. Dessen Nasenbeinbruch nach dem Regensburg-Spiel entpuppte sich „nur“ als starke Prellung. „Er hat noch etwas Probleme mit der Luft, will aber unbedingt spielen“, weiß der Trainer um den Ehrgeiz des 31-jährigen Verteidigers.

Nicht zur Verfügung stehen Marco Verhoeven (Rückenprobleme), Phillip Hechtfischer (Innenbandanriss) und Eric Neumann, der nach seinem Lendenwirbelbruch aber schon wieder mittrainiert und nach der Länderspielpause ins Geschehen eingreifen will.

Die 1b-Mannschaft des VER Selb erwartet am Freitag (20 Uhr) den EC Bad Kissingen in der Netzsch-Arena.