Unbekanntes Talent für die Offensive der Selber WölfeVerpflichtung von Kenny Turner hängt von Einbürgerung ab

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Es hängt letztendlich davon ab, ob der der Kanadier Kenny Turner seine deutsche Staatsbürgerschaft, die ihm in Aussicht gestellt wurde aufgrund deutscher Vorfahren seiner Eltern, auch erhält.

Kenny Turner spielte zuletzt für die University of Waterloo Warriors und will sich den Selber Wölfe anschließen. Dies ist für den 24-Jährigen jedoch nur möglich, wenn er bis dahin seine deutsche Staatsbürgerschaft in Form seines deutschen Passes in Händen hält. Bekanntlich dürfen in der Oberliga pro Mannschaft nur zwei Kontingentspieler eingesetzt werden und diese beiden Stellen werden von Ian McDonald und Charly Graaskamp belegt. „Ein gültiger Vertrag kommt nur zustande, wenn er Deutscher wird“, so Wölfe-Boss Jürgen Golly.

Kenny Turner spielte zuletzt drei Jahre für die Warriors an der University Waterloo, wo er erfolgreich neben dem Sport auch sein Studium in Kinesiologie (Bewegungswissenschaft) abschloss. Vor seiner dortigen Universitätszeit stand er drei Jahre bei den Thunder Bay North Stars (SIJHL) unter Vertrag, bei denen er in 149 Spielen 27 Tore und 60 Vorlagen bei 74 Strafminuten verbuchte. Der Linksschütze gilt als spielstarker, junger und überaus talentierter Stürmer. Turner kann trotz seines jungen Alters schon Verantwortung übernehmen, bei den North Stars trug er einst sogar als Mannschaftskapitän das „C“ auf der Brust und heimste in einer Spielzeit zum Saisonende insgesamt drei Ligapreise (u.a. bester defensiver Stürmer, Spieler mit dem größten Entwicklungspotential) ein.

Wie kam der Kontakt zu Turner zustande? Trainer Henry Thom versucht aufzuklären: „Der Kontakt, wie bei vielen anderen Transfers, lief über den direkten Agenten. In diesem Fall war auch noch der dortige Assistenztrainer Mike Zettel, der selbst 2017/18 Headcoach der Warriors war, verwickelt.“ Mike Zettel dürfte deutschen Eishockeyfans ein Begriff sein. Der heute 65-Jährige erlangte als Trainer der Krefeld Pinguine große Bekanntheit in Deutschland. Die Rheinländer führte Zettel 1995 bis in das Play-off-Halbfinale der Deutschen Eishockeyliga. Weitere Trainerstationen von Zettel, der selbst als Aktiver Ende der 70er Jahre unter anderem für den EV Füssen und den ESV Kaufbeuren auf dem Eis stand, waren in Deutschland die Moskitos Essen und die Revier Löwen Oberhausen.

Zettel empfahl Wölfe-Headcoach Thom Turner. Letzterer sei aufgrund seiner Schnelligkeit und seiner Körpergröße („nur“ 1,65 Meter) prädestiniert für die größeren Eisflächen, zudem wird Turner als technisch  gut ausgebildeter junger Crack mit Biss und Zug zum Tor beschrieben. „Das klingt alles vielversprechend, die ersten Gespräche mit ihm waren durchweg positiv, jetzt schauen wir mal, wie er auftritt und ob alles mit seiner Einbürgerung klappt“, so Thom.