Topspiel-Wochenende für die Starbulls RosenheimBrisanz an der Spitze

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Die personell herausragend besetzten Gäste aus Oberfranken befinden sich in Topform und werden von bis zu 1000 Fans begleitet, die mit einem Sonderzug und mehreren Bussen anreisen. Neben reichlich Brisanz auf dem Eis ist daher auch eine außerordentliche Stimmung auf sehr gut gefüllten Rängen garantiert, wenn um 19:30 Uhr die Scheibe im Rosenheimer Emilo-Stadion zum ersten Mal eingeworfen wird. Zwei Tage später gastieren die Starbulls zu einem weiteren Spitzenspiel in Deggendorf. Spielbeginn am Sonntagabend ist um 18.30 Uhr.

Dank später Tore von Tobias Draxinger und Daniel Bucheli drehten die Starbulls beim ersten Punkspiel im Jahr 2018 am Dienstagabend in Memmingen einen 1:2-Rückstand noch und gewannen mit 3:2. Damit machten die die Grün-Weißen beste Werbung für das erste Heimspiel im Jahr 2018 und verteidigten ihre Tabellenführung, die nun aber auf einem echten Prüfstand steht: An den letzten vier Spieltagen der Hauptrunde stehen für die Mannschaft von Manuel Kofler die direkten Duelle gegen die vier Verfolger auf dem Programm. Den Beginn macht das Heimspiel gegen die Selber Wölfe, das am Freitagabend ab 19:30 Uhr im emilo-Stadion über die Bühne geht.

Die seit gut zwei Jahren vom 47-jährigen Henry Thom trainierte Selber Wölfe schwimmen derzeit auf einer Euphoriewelle. Fünf Siege in Folge, darunter zwei gegen den jüngst gestürzten wochenlangen Tabellenführer Deggendorf, haben die Oberfranken im Tableau weit nach oben gespült. Mit einem Sieg nach regulärer Spielzeit in Rosenheim würden die Porzellanstädter mit den Starbulls nach Punkten gleichziehen – und das bei einem absolvierten Spiel weniger. In der kommenden Woche holen die Wölfe nämlich noch ihr Mitte Dezember wegen Eisproblemen abgebrochenes Heimspiel gegen den Tabellenvorletzten EHC Waldkraiburg nach.

Dass die Oberfranken, die ihr achtes Oberliga-Jahr in Folge absolvieren, das Zeug zum Meistertitel der Südstaffel und wohl auch zum Aufstieg in die DEL 2 haben, steht außer Frage. Der Kader ist nicht nur mit höherklassig erfahrenen Akteuren im besten Eishockey-Alter gespickt, sondern auch mit schon seit vielen Jahren für die Mannschaft verlässlich scorenden bzw. verteidigenden Spielern. So trägt der kanadische Stürmer Kyle Piwowarczyk bereits in der siebten Saison das Selber Trikot. Inzwischen 34, hat er von seiner Gefährlichkeit nichts verloren. Vergangene Woche verbuchte er mit seinem bereits 41. Scorerpunkt der laufenden Saison seinen insgesamt 502. für die Selber Wölfe und seinen bereits 727. in der Oberliga (zehn Spielzeiten, 404 Spiele)!

Auf noch bessere Werte kommt der gleichaltrige und ebenfalls in der siebten Spielzeit für Selb aktive Deutsch-Kanadier Jared Mudryk: 53 Punkte in der laufenden Saison, 782 in der Oberliga total (in 428 Spielen, darunter zwischen 2006 und 2011 auch deren 175 für den EHC Klostersee). Mit dem US-Amerikaner Michael Dorr steht noch ein weiterer Ex-Klosterseer Stürmer bei den Selber Wölfen unter Vertrag, für den die laufende Saison aber bereits seit Anfang November wegen einer schweren Knieverletzung beendet ist. In Person des nachverpflichteten Kanadiers Ian McDonald hat Trainer Henry Thom aber rasch gleichwertigen  Ersatz gefunden: 22 Scorerpunkte in nur 14 Spielen sprechen eine deutliche Sprache.

40 Scorerpunkte in 27 Spielen der laufenden Spielzeit bzw. 412 Punkte in 247 Oberligaspielen insgesamt belegen die fast adäquate Torgefährlichkeit von Herbert Geisberger. Der 32-jährige, in Bad Aibling geborene und als Jungspund auch für die Starbulls aktiv gewesene Stürmer dürfte auf dem Rosenheimer Eis ganz besonders motiviert sein. Und auch der Deutsch-Kanadier Landon Gare als mit 32 Punkten in 25 Spielen nur viertbester Scorer der Selber Wölfe weist noch eine bessere Ausbeute auf als Rosenheims derzeit punktbester Akteur Michael Baindl (31 Scorerpunkte, 28 Spiele).

Für eine ebenfalls zur absoluten Ligaspitze zählende Defensivqualität im Selber Ensamble sorgen Teamkapitän Florian Ondruschka (elf Jahre DEL für Nürnberg und Straubimg) sowie der erfahrene Deutsch-Tscheche Lukas Pozivil (zuletzt Lausitzer Füchse und Crimmitschau). An der Tatsache, dass die Oberfranken die Tabellenführung im Visier haben, überrascht demnach eigentlich nur, dass dies erst zu diesem späten Zeitpunkt zum Ende der Hauptrunde der Fall ist.

Beim Hinspiel in Selb Anfang Dezember mussten sich stark erstgeschwächte Starbulls (ohne acht Spieler und mit zwei Nachwuchstorhütern) mit 4:8 geschlagen geben, wobei die Partie beim Stand von 4:4 bis ins letzte Drittel offen war und den Hausherren in der Schlussphase gleich zwei Empty-Net-Treffer gelangen. Diesmal sieht die personelle Lage auf Rosenheimer Seite etwas besser aus. So wird der rechtzeitig fit gewordene Lukas Steinhauer wieder das Tor hüten. Ansonsten rechnet Trainer Manuel Kofler mit dem gleichen Personal wie beim Sieg in Memmingen – also nicht mit Michael Fröhlich und nicht mit den beiden finnischen Stürmern. Während bei Jussi Nättinen und Fröhlich zumindest noch ein kleiner Hoffnungsschimmer auf einen eventuellen Einsatz am Wochenende besteht, fällt Petri  Lammassaari, den ein heftiger Grippevirus erwischt hat, definitiv aus. Gleiches gilt für den noch verletzen Andreas Nowak und natürlich für Peter Lindlbauer. Gegner Selb kann dagegen aller Voraussicht nach wie schon beim ersten Aufeinandertreffen vor vier Wochen in Bestbesetzung antreten.

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