Tölzer Power entscheidet Viertelfinal-Krimi gegen Nauheim

Andreas Jenike entschied das Duell zweier Klasse-Torhüter zu seinen Gunsten. (Foto: Daniel Fischer - www.stock4press.de)Andreas Jenike entschied das Duell zweier Klasse-Torhüter zu seinen Gunsten. (Foto: Daniel Fischer - www.stock4press.de)
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Einigkeit herrschte zwischen den Trainern Florian Funk auf Bayern- und Fred Carroll auf Hessenseite bei der Bewertung dieser wiederum schnell und intensiv geführten finalen Begegnung der beiden Spitzenteams. „Ein vorweggenommenes Finale“ sei dies gewesen, fügte Löwen-Präsident Josef Hintermaier an. „Ober-Teufel“ Wolfgang Kurz würdigte vor allem die „heute tadellose Schiedsrichterleistung“ und glaubt, wie in den vergangenen Jahren erneut gegen den späteren Meister ausgeschieden zu sein. „Wir hatten im zweiten Drittel unsere Chancen, haben Latte und Pfosten getroffen, aber letztlich hat uns heute die Kraft gefehlt, gegen ein Team, das mit vier Reihen jeden Check zuende fährt“, musste Carroll letztlich vor geballter Power der Isarwinkler kapitulieren. Funk bemängelte lediglich die mangelnde Chancenverwertung, „aber da haben ja schließlich keine Deppen im Tor gestanden auf beiden Seiten“, zollte er den erneut herausragenden Leistungen von Andreas Jenike und „Teufel“ Markus Keller ein Extra-Lob.

Möglicherweise wies bereits das nach 25 Sekunden verhängte, aber durch die Nauheimer nicht genutzte erste Überzahlspiel die Richtung für den weiteren Spielverlauf. Besser machten es die Oberländer wenige Minuten später, als Kapitän Christian Urban im Slot von Yasin Ehliz freigespielt wurde und die Weichen mit seinem 1:0-Hammer auf Sieg stellte. „Das frühe Tor hat uns natürlich geholfen, Ruhe in die eigenen Aktionen zu bringen, und Nauheim musste dadurch natürlich auch offensiver agieren“, sah Funk hierin eine Schlüsselszene. Weitere Chancen vereitelten die glänzenden Torleute im Anfangsdrittel: zunächst zweimal Jenike, gegen Lavallee im Slot und Kujala nach Alleingang, dann Keller gegen Dubé und Lindlbauer jeweils aus kurzer Distanz.

Zu Beginn des Mittelabschnitts drängten die Wetterauer, begünstigt durch zwei Überzahlspiele kurz hintereinander, auf den Ausgleich. In dieser Phase bewies Jenike mehrfach sein ganzes Können, entschärfte Schüsse aus kurzer Distanz und lenkte einen Versuch von Lavallee gegen die Latte. Das Spiel wurde nun härter und nickeliger, doch Ulpi Sicorschi erwies sich als souveräner Play-off-Schiedsrichter, der großzügig hartes Spiel erlaubte, doch mit einer Strafe gegen Nauheims Lanny Gare wegen Simulierens sofort klar machte, sich keine Unsportlichkeiten bieten zu lassen. Die Akteure dankten es ihm durch zunehmende Selbstbeschränkung. Zur Spielmitte stabilisierten die Oberbayern wieder ihr Spiel und schraubten das Ergebnis in einer Doublette des ersten Tores, diesmal durch Toni Pommersberger, in Überzahl auf 2:0. Kurz vor der letzten Pausensirene umkurvte Johannes Sedlmayr Feind und Tor, legte mustergültig zurück auf den völlig frei stehenden Yanick Dubé, der aus zwei Metern Entfernung Keller keine Chance ließ. Kurz darauf fuhren die Teufel eine 2:1-Situation, trafen dabei nur den Posten und so war das Spiel vorentschieden.

Schnell gelang Thomas Merl im Schlussdrittel aus spitzem Winkel mit einem Schuss, bei dem Keller einmal nicht gut aussah, die endgültige Entscheidung  zum 4:0. Danach ließen es die „Buam“ ruhiger angehen, nutzten auch eine doppelte Überzahl zwei Minuten lang nicht und verwehrten so ihrem Keeper auch einen verdienten Shutout: Nauheims dritte Reihe gelang der Ehrentreffer. Wenig später besiegelte Pascal Sternkopf mit dem dritten Verteidigertreffer des Abends das Endergebnis, als er einen schönen Rückpass aus der linken Ecke mit einem Direktschuss aus Drittelmitte knallhart und konsequent vollendete.

Aufgrund eines Nachwuchsturniers in Halle starten die Tölzer mit zwei Heimspielen am Dienstag und Freitag, jeweils um 19:30 Uhr, ins Halbfinale gegen die Saale Bulls. Am kommenden Sonntag findet das erste Spiel bei den Bullen statt. Bad Nauheim beendet die Saison mit einer Party am kommenden Wochenende und wird sich dabei auch von seinem Trainer Fred Carroll verabschieden müssen, der nach viereinhalb erfolgreichen Jahren in der Wetterau neue Herausforderungen bei einem anderen Club sucht.

Tore: 1:0 (6.) Urban (Ehliz, Sternkopf) 5-4, 2:0 (34.) Pommersberger (Mangold, Pföderl) 5-4, 3:0 (39.) Dubé (Sedlmayr, Urban), 4:0 (43.) Merl, 4:1 (50.) Striepeke (Franz), 5:1 (54.) Sternkopf (Sedlmayr, Fischhaber)

Strafen: Bad Tölz 12, Bad Nauheim 20
SR: Sicorschi, LR: Hofer, Sauer
Zuschauer: 2.845


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