Tölzer Löwen rupfen Passauer Black Hawks

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Wieder war viel Eishockey-Prominenz in der Bad Tölzer Hacker-Pschorr-Arena. So ließ sich Nürnbergs DEL-Manager Lenz Funk jun., zusammen mit seinem Cousin und Ex-Trainer Andreas Brockmann nicht nehmen, das Wirken der zahlreichen Ice-Tigers-Förderlizenzspieler auf dem Eis sowie seines Bruders Florian und Vaters Lenz sen. auf der Tölzer Trainerbank von der Tribüne aus zu verfolgen. Auch Ex-Nationalspieler Axel Kammerer, zuletzt Trainer der Schwenninger Wild Wings, verfolgte das Geschehen.

Und die Tölzer ‚Buam’ legten los, als gäbe es kein Morgen. Lediglich Marco Pfleger fehlte aus beruflichen Gründen, ansonsten war die ‚volle Kapelle’ angetreten. Und obwohl die Hawks keinen einzigen Ausfall zu beklagen hatten – auch Bastian Krämmer war von den Landshut Cannibals abgestellt worden -, blieb ihnen zunächst meist nur, sich im eigenen Drittel von den Löwen jagen zu lassen. Dennoch bedurfte es einer Einzelleistung des starken Franz Mangold, der sich am rechten Ende der blauen Linie den Puck erkämpfte und allein auf Keeper Martin Cinibulk zulaufen konnte, um das längst fällige Führungstor zu erzielen.

Wie aus dem Nichts gelang Passau nach elf Minuten der Ausgleichstreffer, dem jedoch aufgrund eines gefährlich hohen Stocks von Stephan Stiebinger nicht nur die Anerkennung verweigert wurde, sondern der auch die erste Strafzeit des Spiels nach sich zog. Diese zahlenmäßige Überlegenheit nutzte Tölz’ Top-Torjäger Johannes Sedlmayr mit einem Flachschuss aus spitzestem Winkel und etwa acht Metern Torentfernung von rechts zur 2:0-Führung. Cinibulk, mit freier Sicht auf den Schützen, sah unglücklich bei diesem Treffer aus, wobei einer seiner Vordermänner dem Puck die entscheidende Richtungsänderung verliehen haben könnte.

Es dauerte bis zur 14. Spielminute und bedurfte einer Strafzeit der Isarwinkler, dass es den Niederbayern erstmals gelang, sich im Drittel der Hausherren festzusetzen und dem anfangs etwas unsicheren Andreas Jenike im Löwen-Tor die ersten Prüfungen zu bereiten. Kurioserweise erhielten die Oberbayern diese Strafzeit, ebenso wie ihre zweite, für ein Vergehen, dass aufgrund des Spielverlaufs vom Betrachter dauerhaft zu vermuten war: sie waren ein Mann zuviel auf dem Eis.

Zu Beginn des Mittelabschnitts holte der Altmeister nach, was schon längst hätte geschehen können: er entschied die Partie. Während die Gäste ihre Blockadehaltung an der eigenen blauen Linie leicht lockerten, um den Anschlusstreffer zu erzielen, eröffnete sich den ‚Buam’ dreimal hintereinander eine zahlenmäßige Überlegenheit im Angriffsdrittel, die sie konsequent nutzten. Erst nutzte die starke dritte Tölzer Angriffsreihe zwei 3-1-Situationen konsequent zum 4:0, dann führte die zweite Formation die endgültige Entscheidung herbei - 5:0 nach 24 Minuten. Die Hawks konnten einem leidtun. Glücklicherweise war der Heißhunger der Löwen nun gestillt, oder wie ihr Trainer „Flocko“ Funk anschließend befand: sie haben ihr „Konzept nun völlig verlassen“. So konnte Jenike das Ende seiner Unsicherheiten glänzend mit einer Großtat gegen einen Schuss von Igor Bacek, freistehend aus dem Slot, beim zweiten Passauer Überzahlspiel des Abends beweisen. Auf der Gegenseite versprang Yanick Dubé der Puck bei einer 1-0-Situation vor dem Tor.

Erwähnenswert noch die schöne Übersicht von Yasin Ehliz beim Schlusspunkt des Abends durch Peter Lindlbauer, den er in höchster Bedrängnis zum 7:1-Endstand bediente. Bad Tölz wurde seiner Favoritenrolle eindrucksvoll gerecht und ist in dieser Form ein ganz heißer Meisterschaftsfavorit. Aber: „Es steht erst 1:0 im Play-off-Vergleich. Für die Höhe des Sieges können wir uns nichts kaufen“, bemerkte Florian Funk abschließend.

Tore: 1:0 (6.) Mangold (Merl), 2:0 (11.) Sedlmayr (Chr. Kolacny, Sternkopf) 5-4, 3.0 (22.) Pföderl (Mangold, Ehliz), 4:0 (23.) Merl (Pföderl, Mangold), 5:0 (24.) Urban (Chr. Kolacny, Strobl), 6:0 (45.) Strobl (Lindlbauer, Chr. Kolacny), 6:1 (47.) Piecha (Detterer), 7:1 (48.) Lindlbauer (Ehliz, Chr. Kolacny)
Strafen: Bad Tölz 6, Passau 4 + 10 Rehthaler + 10 Wiecki
SR: Piltz, LR: Büse, Velkoski
Zuschauer: 1.572

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