Starbulls Rosenheim unterliegen Höchstadter EC in der OvertimeNur ein Punkt im Aischgrund

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Starbulls-Trainer John Sicinski hatte im Vorfeld eine sehr unangenehme Aufgabe prognostiziert – und er sollte Recht behalten. In der Anfangsphase lief allerdings zunächst alles nach Plan aus Rosenheimer Sicht. Kyle Gibbons brachte die Grün-Weißen mit der ersten klaren Chance nach Rückpass von Curtis Leinweber früh in Führung (4.); der 18-jährige Youngster Marc Bosecker, der neben den beiden Importstürmern auflief, hatte Anteil am Treffer indem er für Verwirrung vor dem Höchstädter Tor sorgte. Einige Minuten agierten die Starbulls dominant und souverän, ohne aber große Torgefahr zu entfachen. Und Höchstadt legte den Respekt vor dem favorisierten Gegner rasch ab, suchte mehr und mehr die Offensive und wurde belohnt. Der verdiente Ausgleich entsprang ebenfalls einem Rückpass. Den ersten Abschlussversuch von Michail Guft-Sokolov konnte Stettmer noch stark parieren, beim Nachschuss des gleichen Spielers war der Goalie aber machtlos – 1:1 (15.).

Die Partie war zerfahren – und die Partie blieb zerfahren. Beide Teams leisteten sich zahlreiche Konfusitäten im Spielaufbau. Die Geschenke des Gegners annehmen aber wollte niemand. Dominik Daxlberger schrammte zweimal binnen weniger Sekunden am erneuten Rosenheimer Führungstreffer vorbei (26.), ehe Stettmer gegen Jari Neugebauer und Anton Seewald in höchster Not retten musste. Ab Mitte des zweiten Drittels waren die Alligatoren das eindeutig bissigere Team. Und mit ihrem Deutsch-Kasachen Vitaly Aab hatten die Starbulls gewaltige Probleme. Der 41-jährige Oldie, der das 1:1 bereits vorbereitet hatte, scheiterte zunächst zweimal in bester Position (30.), ehe er in Überzahl viel Überblick bewies. Er setzte Milan Kostourek perfekt ein und der auch schon 37 Lenze zählende Tscheche stocherte aus kurzer Distanz zur Höchstädter Führung ein – 2:1 (32.).

Bei den Starbulls passte jetzt fast gar nichts mehr. Zu allem Überfluss musste der zuletzt so überzeugende Kilian Steinmann verletzt in die Kabine (33.). In den Minuten vor der zweiten Drittelpause waren die Gastgeber dem dritten Treffer deutlich näher als die Starbulls dem Ausgleich. Gleich zu Beginn des dritten Spielabschnitts aber trafen die Grün-Weißen zum 2:2: Michael Baindl schaltete nach einem Scheibenverlust der Hausherren-Abwehr hinter dem Höchstädter Tor am schnellsten und legte zurück auf den völlig allein stehenden Daxlberger, der das Spielgerät aus kurzer Distanz unter das Tordach hebelte (42.).

In der zweiten von insgesamt nur zwei Rosenheimer Überzahlsituationen hätte Leinweber seine Farben zweimal in Führung bringen können, doch Höchstadts Keeper Benjamin Dierksen, der wie sein Gegenüber Stettmer souverän und fehlerfrei auftrat, parierte jeweils gut (45.). Danach war es ein offener Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten. Durch zwei sich eine knappe Minute überlappende kleine Strafen brachten sich die Starbulls in arge Bedrängnis. Die Gastgeber machten viel Druck, schossen oft, doch Stettmer ließ sich nicht überwinden. Baindl, der sein erstes Saisonspiel bestritt, hatte bei einem Gegenstoß den dritten Rosenheimer Treffer auf der Schlägerschaufel, vergab aber frei aus kurzer Distanz (53.). Domentas Cypas schob bei einem überfallartigen Alligatoren-Angriff den Puck an Torwart Stettmer, aber auch um Millimeter am Pfosten des Rosenheimer Tores vorbei (57.). Wenige Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit scheiterte Tobias Meier bei einem Starbulls-Konter am stark reagierenden Dierksen.

Die Punkteteilung nach 60 Minuten ging in Ordnung – der Overtime-Erfolg der Hausherren ebenfalls. Denn der Zielstrebigkeit von Höchstadt-Kapitän Martin Voijak nach wenigen Verlängerungsmomenten setzten die drei Rosenheimer Feldspieler nichts entgegen, ließen ihn gewähren und erwiesen ihrem starken, nun aber machtlosen Torwart Stettmer einen Bärendienst.


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