Starbulls Rosenheim erzwingen Sonntagskrimi um den Finaleinzug4:1 gegen die Selber Wölfe

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Ein echter „Eishockey-Krimi“ ist zu erwarten. Bereits das vierte Duell war geprägt von hohem Tempo, bedingungslosem Kampf und intensiven Zweikämpfen von der ersten bis zur letzten Minute.

Bei den Starbulls war Verteidiger Maximilian Vollmayer, der in den letzten beiden Spielen zum Aussetzen gezwungen war, wieder mit dabei. Dafür fehlte der angeschlagene Dennis Schütt. Auch Stürmer Sebastian Stanik, der in der ersten Begegnung der Serie in Selb früh von Maximilian Otte aus der Partie gecheckt wurde, musste trotz Teilnahme am Abschlusstraining erneut passen. Bei den Sturmreihen nahm Rosenheims Chefcoach John Sicinski eine Änderung vor. Er stellte Enrico Henriques-Morales zu Michael Baindl und Alexander Höller, dafür rückte Kevin Slezak zu Simon Heidenreich und Tobias Meier. Und dieser Schachzug sollte sich als sehr effektiv erweisen, denn die Sturmreihe mit Höller, Baindl und Henriquez sorgte für viel Offensivpower und stellte die Abwehr der Gäste regelmäßig vor große Probleme. „Das hat uns den entscheidenden Push gegeben“, sagte Sicinski nach der Partie.

Die Starbulls kamen, von einer ganz frühen Schrecksekunde nach einem Scheibenverlust am eigenen Tor abgesehen, gut ins Spiel. Tobias Meier und Michael Baindl scheiterten in der dritten Minute binnen weniger Sekunden aus guten Positionen an Gäste-Torwart Michel Weidekamp. Nach einem gefährlichen Handgelenkschuss von Brad Snetzinger, den Starbulls-Keeper Mechel gerade noch um den Pfosten lenken konnte, waren aber auf einen Schlag die Gäste präsent. Jan Hammerbauer, der mit dem Zufall im Bunde zentral und völlig unbedrängt an die Scheibe kam, hatte das 0:1 auf dem Schläger, doch Mechel parierte stark (6.). In Führung gingen die Gäste, als Snetzinger seine ganze Klasse aufblitzen ließ, hinter dem Rosenheimer Tor Übersicht bewies, die Lücke erkannte und ausnutzte und durch den Torraum quer spielte, sodass Carl Zimmermann mit dem langen Schläger eindrücken konnte – 0:1 (12.).

Im Gegensatz zu den letzten beiden Niederlagen hatten die Starbulls dann auch einmal das Glück, ein „dreckiges“ Tor bejubeln zu dürfen. Alexander Höller hatte von der blauen Linie abgezogen und der von Baindl in einen Zweikampf verwickelte Snetzinger lenkte den Puck unhaltbar für seinen eigenen Torwart ab – 1:1 (15.). Unmittelbar vor der ersten Pause hatten die Starbulls dann eine überaus brenzlige Situation zu überstehen. Florian Krumpe wurde von Jan Hammerbauer mit dem Stock gecheckt und verlor dadurch den Schläger, das Spiel aber lief weiter und Selb feuerte in die entstehende Konfusität in der Rosenheimer Defensive Schuss um Schuss ab. Doch Andreas Mechel parierte hervorragend und schließlich schmiss sich Krumpe noch waghalsig in einen Schuss und verhinderte damit das mögliche 1:2.

Selb machte auch in den ersten Minuten des zweiten Spielabschnitts Druck, aber die Starbulls störten fast immer effektiv, standen gut in der Defensive und konnten sich bei den Schüssen aus seitlichen Positionen auf ihren souveränen Torwart Mechel verlassen. Die Intensität und die Anzahl der Zweikämpfe nahm zu. Die Hausherren erarbeiteten sich nach und nach eine Dominanz  – und immer bessere Torchancen. Krumpe, Henriquez-Morales, Dominik Kolb und Alexander Biberger scheiterten am ebenfalls sehr guten Torwart Michel Weidekamp, Bei einem exzellent ausgespieltem Tempogegenstoß brachte Henriquez-Morales am Ende den Puck aus nächster Nähe nicht über den Schoner von Weidekamp (30.). Davor und danach hätte aber auch Selb durch Dennis Schiener und Lukas Miculka erneut in Führung gehen können; beide Male war der stoisch ruhig wirkende Starbulls-Torwart Mechel Endstation.

Bei der ersten Rosenheimer Überzahlsituation visierte Kyle Gibbons den rechten Pfosten des Gästetores von außen an (33.), kurz nachdem die Hochfranken wieder komplett waren traf Tobias Draxinger den gleichen Pfosten von innen. Der Flachschuss des Rosenheimer Verteidigers von der blauen Linie fast von der Bande fand den Weg durch Freund und Feind hindurch über die Torlinie (34.). Die Starbulls führten mit 2:1 – und großen Anteil daran hatten die zuvor effektiv an der Bande arbeitenden Simon Heidenreich und Tobias Meier. Dominik Kolb hätte fast nachgelegt, doch Torwart Weidekamp brachte die Beine gerade noch rechtzeitig zusammen (35.). Im offenen Schlagabtausch ging es hin und her – mit den bessern Torchancen für die Gastgeber. Fast hätte Henriquez-Morales nach einem unwiderstehlichem Solo Keeper Weidekamp überlistet, der Nachschuss von Baindl flog knapp über die Latte (39.).

Mitte des letzten Drittels entschieden die Starbulls das Match endgültig für sich. Nachdem es zunächst ohne die ganz klaren Einschussmöglichkeiten hin und her ging, startete Höller aus dem eigenen Drittel, biss sich an der Bande erfolgreich gegen Snetzinger durch, fuhr bis zur Grundlinie und legt ab auf Henriquez-Morales, der Torhüter Weidekamp ins Leere täuschte und per Rückhand zum 3:1 vollstreckte (48.). Drei Minuten später legte der defensiv wie offensiv hervorragend spielende Vollmayer bei einem schnellen Gegenangriff perfekt quer auf Baindl und der Rosenheimer Kapitän bugsierte das Spielgerät unhaltbar unter das Tordach zum 4:1 (51.). Im Powerplay traf Tobias Meier später noch die Latte (55.). Die Grün-Weißen überzeugten aber nicht nur in der Offensive, sondern agierten auch defensiv bis zur Schlusssirene leidenschaftlich und konzentriert gegen ein keineswegs enttäuschendes und immer gefährliches Gästeteam.

Die zunehmenden Nickligkeiten in der Schlussphase des bislang intensivsten Duells der Serie waren ein Vorgeschmack auf das nun folgende alles entscheidende Spiel am Sonntag, das in der Selber Netzsch-Arena ausgetragen wird (Spielbeginn 17 Uhr, Liveübertragung auf Sprade TV). Der Sieger dieser Partie steht im Playoff-Finale gegen den Hauptrundenersten Eisbären Regensburg, der Verlierer hingehen in der Sommerpause. Ein echter Eishockey-Krimi ist zu erwarten.


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