Starbulls Rosenheim empfangen IndiansPlay-off-Auftakt am Freitagabend

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Frühestens nach drei, spätestens nach fünf Spielen steht fest, welcher der beiden populären Eishockey-Standorte ab dem 21. März auch im Viertelfinale vertreten sein wird. Der „Heimvorteil“ weist den Starbulls zwar unbestritten die Favoritenrolle in der Serie zu, doch die Indians haben weitaus mehr Potenzial, als ihre finale Platzierung in der Oberliga Nord suggeriert.

Als die Hannover Indians vor drei Wochen den Lokalrivalen Hannover Scorpions mit sage und schreibe 7:0 aus dem ausverkauften Stadion am Pferdeturm zurück in die Wedemark schossen, deutete alles darauf hin, dass die Blau-Weiß-Roten selbst mit einem Heimspiel in das Play-off-Viertelfinale starten könnten. In den restlichen fünf Spielen der Meisterrunde fuhren die Indians dann aber nur noch zwei von 15 möglichen Punkten ein – und fielen am letzten Spieltag nach einer 1:4-Niederlage in Duisburg sogar noch auf den siebten und damit letzten Tabellenplatz zurück. Dass in der Endabrechnung Tabellenplatz fünf (Moskitos Essen) nur einen und die Heimrechts-Tabellenplätze drei (Icefighters Leipzig) und vier (Hannover Scorpions) lediglich vier Zähler entfernt waren, relativiert die bloße Abschlussplatzierung der Indians sehr deutlich.

Mit ursächlich für den finalen Tabellensturz war eine Grippewelle, die den ein oder anderen Akteur schwächte oder ganz außer Gefecht setzte. Trotzdem gelang noch einmal ein echtes Ausrufezeichen. Im letzten Heimspiel drängten die Indians die mit Abstand das Klassement anführenden Tilburg Trappers an den Rande der Niederlage. Erst in der allerletzten Sekunde der Verlängerung erzielte der in den Niederlanden beheimatete Topfavorit auf den deutschen Oberliga-Meistertitel doch noch den Siegtreffer.

Wie schwer es ist, im altehrwürdigen, seitlich teilweise offenen und immer stimmungsgeladenen Stadion der Indians im Hannoverschen Stadtteil Kleefeld zu gewinnen, das haben auch Rosenheimer Mannschaften schon oft zu spüren bekommen. In den drei Spielzeiten nach dem Aufstieg in die zweite Bundesliga 2010 gelang den meist favorisiert angetretenen Starbulls in sechs Versuchen nur ein einziger Sieg, bei ebenfalls sechs Gastspielen in der Oberliga zwischen 2005 und 2009 überhaupt keiner. Insofern gilt es für die Grün-Weißen, im zweiten Spiel der nunmehrigen Serie auch einen Trend umzukehren. Spielbeginn vor sicher herausragender Kulisse im 4.608 Zuschauer fassenden Stadion am Pferdeturm ist am Sonntag um 19 Uhr.

Zunächst steht aber die mit Spannung erwartete Auftaktpartie am Freitag in Rosenheim auf dem Programm. Spielbeginn im emilo-Stadion ist um 19:30 Uhr. „Wir haben uns intensiv mit dem Gegner beschäftigt. Die Indians sind eine sehr gute Mannschaft, die durchaus auch auf dem zweiten Platz der Oberliga Nord landen hätten können. Aber wir wissen, wie wir ihnen begegnen müssen, um erfolgreich zu sein. Und unsere Mannschaft ist auf den Punkt topfit“, äußert sich Starbulls-Coach Manuel Kofler respektvoll, aber selbstbewusst. Über die tatsächliche Aufstellung wird er allerdings erst am Spieltag selbst entscheiden.

Der Kader der Hannover Indians ist im Gegensatz zu manch anderem Team der Oberliga Nord nicht mit übertrieben vielen „großen Namen“ gespickt. Stars sind die Mannschaft und der Trainer. Seit dieser Spielzeit hat Len Soccio das Regiment an der Bande inne. Der 50-jährige Deutsch-Kanadier war schon als Spieler (504 DEL-Spiele für die Wedemark bzw. Hannover Scorpions) „mit allen Wassern gewaschen“ und ist in Eishockey-Hannover eine Institution – allerdings aufgrund einer Vita, in denen die Indians bis zu dieser Spielzeit nicht auftauchten. Mit über 600 Spielen für diverse Teams noch mehr DEL-Erfahrung hat Andreas Morczinietz. Der aus dem bayerischen Wolfratshausen stammende Stürmer wird am Sonntag bereits 40 Jahre alt, ist aber noch immer ein echter Leistungsträger im Team.

Topscorer der Indians (58 Punkte in 43 Spielen) ist Kapitän Branislav Pohanka. Der slowakische Stürmer ist Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Blau-Weiß-Roten. Die zweite Ausländerposition bekleidet Lasse Uusivirta, der aktuell als einer der besten Oberliga-Verteidiger gilt. In 40 Spielen bereitete der Finne schon 42 Treffer vor und erzielte weitere vier selbst. Auch Deutsch-Slowake Igor Bacek (48 Scorerpunkte in 42 Spielen) und Tobias Schwab (38 Punkte in 41 Spielen) sind immer für gefährliche Offensivaktionen gut. Ein Makel, den die Indians schon seit Saisonbeginn mit sich herumschleppen, ist allerdings die schlechte Chancenverwertung. Kein Team der Meisterrunde der Oberliga Nord braucht mehr Chancen, um zu treffen. Auf der Torhüterposition ist Sebastian Albrecht die unumstrittene Nummer eins „am Turm“. Der 27-Jährige wurde in den letzten beiden Spielzeiten, in denen er allerdings noch für die Saale Bulls Halle spielte, jeweils zum besten Torhüter der Oberliga Nord gewählt.

Der Aufstieg in die DEL 2 ist für die Hannover Indians im Gegensatz zu den Starbulls Rosenheim definitiv kein Thema. Entsprechend befreit kann die Mannschaft das Projekt Play-offs angehen. Und dass die Kleefelder dabei für große Überraschungen sorgen können, haben sie in der Vorsaison bewiesen. Als Tabellenneunter erst über erfolgreich gestaltete Pre-Play-offs gegen den favorisierten Lokalrivalen Hannover Scorpions für das Achtelfinale qualifiziert, schalteten sie dort sensationell den Hauptrundenmeister Herner EV aus. Auch im Jahr davor starteten die Indians erfolgreich in die Ausscheidungsspiele und gewannen die Serie gegen Neuwied glatt mit 3:0. An Selbstbewusstsein dürfte es also auch den Gästen von der Leine am Freitag zum Play-off-Auftakt auf Rosenheimer Eis nicht mangeln. Zu einem prickelnden Eishockey-Abend im Emilo-Stadion werden auch die traditionell reisefreudigen und stimmgewaltigen Fans der Indians beitragen.


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Sonntag 25.02.2024
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