Starbulls empfangen am Sonntag den SpitzenreiterRosenheim trifft auf den ECDC Memmingen

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Neben Kapitän Mund Goalgetter Michael Baindl, der in den letzten drei Partien fehlte, könnte auch Michael Fröhlich am Sonntag sein Comeback im Team der Starbulls feiern. Der 33-jährige Offensive-Stratege war zwei Monate lang zum Pausieren gezwungen, nachdem er Anfang Oktober beim Auswärtsspiel in Regensburg vom Puck im Gesicht getroffen wurde und sich dabei Frakturen an Kieferhöhle und Nase zuzog. Die endgültige Entscheidung fällt bei beiden Spielern allerdings erst nach dem Abschlusstraining am Samstag.

Im und nach dem Training wird die Rosenheimer Mannschaft auch Unterstützung von Josh Mitchell erhalten – allerdings nur als Zuschauer und Motivator. Der Spielgestalter muss sich erst noch einigen weiteren Untersuchungen unterziehen, ehe er an eine Rückkehr auf das Eis denken darf. Mitchell war unmittelbar nach dem Training am Montagabend bewusstlos zusammengebrochen. Mit diesem Schockmoment und vielen Ungewissheiten ob des Zustandes ihres sofort ins Krankhaus eingelieferten Teamkollegen im Kopf kassierten die Starbulls im vorgezogenen Spiel am Dienstag in Sonthofen eine 5:9-Niederlage. Nach dem ersten Drittel lagen die Grün-Weißen bereits mit 0:5 im Rückstand.

Auch an Sonntagsgegner Memmingen Indians haben die Starbulls in dieser Saison keine guten Erinnerungen. Im ersten Vergleich Ende Oktober im Memminger Stadion am Hühnerberg unterlag das Rosenheimer Eishockeyteam mit 0:4. Spielentscheidend damals war ein Memminger Dreierpack genau zur Hälfte der Spielzeit, den die Starbulls in rekordverdächtigen 44 Sekunden hinnehmen mussten. Die Mannschaft aus der „Mausstadt“ am Tor zum Allgäu, die bereits gut in die Saison gestartet war, ist seither so erfolgreich unterwegs, wie noch nie in ihrer Oberliga-Historie. Von den letzten acht Spielen gewannen die Indians sieben, dabei mit 4:0 auch deutlich gegen den Top-Meisterschaftsfavoriten Deggendorf. Die einzige Niederlage (3:4 in Regensburg) kam auch erst in der Verlängerung zu Stande. Die logische Folge war die Übernahme der Tabellenführung, welche die von Sergej Waßmiller trainierte Mannschaft jetzt auch nicht mehr so schnell hergeben möchte.

Eine große Überraschung ist der aktuelle Memminger Erfolg freilich nicht. Personell bereits zu Saisonbeginn sehr gut aufgestellt, haben sich die Indians mit Linus Svedlund zusätzlich verstärkt. Der 26-jährige Schwede ist variabel als Verteidiger und Stürmer einsetzbar und hat in bisher elf Spielen bereits zwölfmal gepunktet. Gefährlichster Akteur ist aber der aus Herne nach Memmingen gewechselte Kanadier Brad Snetsinger (33 Scorerpunkte in 20 Spielen), der meist sehr unauffällig, aber clever und effektiv agiert. Neben den beiden genannten Importspielern stehen Trainer Waßmiller mit Patrik Beck (ursprünglich aus Tschechien), Lubor Pokovic (Slowakei) und Antti-Jussi Miettinen (Finnland) zudem hochkarätige eingedeutschte Akteure zur Verfügung.

Ebenfalls in Top-Form präsentieren sich die Torhüter. Jochen Vollmer blieb nicht nur bei den 4:0-Siegen gegen die Starbulls und Deggendorf, sondern auch jüngst in Höchstadt ohne Gegentor. Davor gelang auch Backup Marc-Michael Henne beim 4:0-Auswärtssieg in Selb ein Shutout. In den letzten drei Partien kassierten die Indians lediglich ein einziges Gegentor (beim 4:1-Sieg gegen Füssen)! Allenfalls die fehlende Breite im Kader, die auch der momentan etwas stockenden Versorgung mit Förderlizenzspielern aus Kaufbeuren und Augsburg geschuldet ist, stellt ein Memminger Manko dar. Doch das fällt angesichts der aktuellen Formstärke der Leader derzeit überhaupt nicht ins Gewicht.

Die sonntägliche Herausforderung für die Starbulls, die neben Josh Mitchell auch auf Stürmer Kevin Slezak definitiv verzichten müssen, ist also riesengroß. Doch die vor dem Wochenende auf Tabellenplatz vier stehenden Grün-Weißen gehen die interessante Aufgabe hochmotiviert an. „Die Negativerlebnisse der letzten Tage auf und neben dem Eis müssen aus dem Kopf“, fordert Chefcoach John Sicinski. „Und es gibt doch für uns keinen besseren Zeitpunkt als jetzt, gegen den Tabellenführer vor den eigenen Fans ein Zeichen zu setzen.“

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