Spieldauerdisziplinarstrafe bricht ECDC Memmingen das Genick Niederlage der Indians in Landsberg

(Foto: Alwin Zwibel/ECDC Memmingen)(Foto: Alwin Zwibel/ECDC Memmingen)
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Vor über 1600 Zuschauern, darunter gut 500 rot-weiße Fans, erwischten die Gefro Indians einen Start nach Maß. Genau 58 Sekunden waren gespielt, als Förderlizenspieler Lillich mit einem platzierten Handgelenksschuss die Führung für die Gäste erzielte. Landsberg schien geschockt, Memmingen ließ mit geschickter Verteidigungsarbeit nur wenige Chancen der Gastgeber zu. Folgerichtig die 2:0-Führung in der fünften Spielminute, als erneut Lillich goldrichtig stand. Obwohl sie im Gegensatz zum Freitagsheimsieg gegen Erding wieder auf die angeschlagenen Verteidiger Benda und Schirrmacher verzichten mussten, schien zunächst alles für die Indianer zu laufen. Erst recht, als nach knapp 15 Minuten die Scheibe erneut den Weg in HCL-Tor fand. Wer weiß, wie das Spiel gelaufen wäre, hätte der Schiedsrichter dem Treffer wegen hohen Stocks nicht die Anerkennung verweigert. Statt einer beruhigenden 3:0-Führung ging es „nur“ mit 2:1 in die erste Pause, weil der überragende Dennis Neal  18 Sekunden vor Drittelende das erste HCL-Powerplay eiskalt zum Anschlusstreffer abschloss.

Gleich zu Beginn des zweiten Drittels das nächste „Unglück“: Martin Jainz musste die Partie verletzungsbedingt beenden, den ohnehin arg dezimierten Indians standen nun nur noch vier Verteidiger zur Verfügung. Dennoch gab es nach 25 Minuten nochmals Grund zum Jubeln für die zahlreichen ECDC-Fans, als Kirils Galoha einen schnellen Angriff über Daniel Huhn in Überzahl zum 3:1 abschloss. Keine 30 Sekunden später aber die spielentscheidende Szene, die der Partie eine andere Wendung geben sollte. Der bis dato überragende Lillich wurde wegen unkorrekten Körperangriffs mit Verletzungsfolge vorzeitig zum Duschen geschickt, Landsberg bekam eine fünfminütige Überzahl zugesprochen. Und die nutzte der HCL gnadenlos aus: Zunächst erzielte erneut Neal den Anschlusstreffer, und nur 22 Sekunden später gelang Thomas Fischer der 3:3-Ausgleich (27. Minute). Die Memminger, denen nun nur noch 13 Feldspieler zur Verfügung standen, liefen in der Folge meist nur noch hinterher, weitere Strafzeiten waren die Folge.

Dennoch stand das Spiel weiter Spitz auf Knopf, mit einem Unentschieden ging es in die letzten 20 Minuten. Die Vorentscheidung dann in der 48. Minute, als Bohumil Slavicek die 4:3-Führung für die Gastgeber gelang. Erneut saß ein Memminger auf der Strafbank, erneut schlugen die Lechstädter kompromisslos zu und erzielten ihren vierten Überzahltreffer an diesem Abend. Trotzdem ergab sich für die Indianer nach 49 Minuten nochmals die Gelegenheit zum Anschluss, als der Neu-Landsberger Jan Jarabek für vier Minuten auf das Sünderbänklein geschickt wurde. Doch anders als die Hausherren konnte der ECDC mit einem Mann mehr auf dem Eis kaum Gefahr ausstrahlen. „Unser Überzahlspiel hat kaum stattgefunden“, musste im Anschluss auch Indians-Coach Waldemar Dietrich konstatieren. „Wir hatten einfach zu viele verletzte Spieler, die sonst in der Powerplay-Formation stehen. Den anderen fehlt da noch ein bisschen die Erfahrung.“ Und so kam es, wie es kommen musste: Menge gelang in der 52. Minute mit dem 5:3 die endgültige Entscheidung, das 6:3 eine Sekunde vor Ende durch Neal ins leere ECDC-Tor hatte nur noch statistischen Wert. „Wir haben mit Herz und Seele gespielt, so stelle ich mir das vor“, hatte Landsbergs Trainer Randy Neal am Ende ein dickes Lob für seine Mannen parat, während Waldemar Dietrich auf die Rückkehr weiterer verletzter Spieler am kommenden Wochenende hofft. Die Partien gegen Bayernliga-Vizemeister Dorfen am Freitag zuhause am Hühnerberg (20 Uhr) und am Sonntag beim Oberliga-Elften in Waldkraiburg (17.15 Uhr) haben bereits richtungsweisende Bedeutung – uns spätestens in Landsberg haben die Indians vor Augen geführt bekommen: Für das Unternehmen Klassenerhalt ist jeder Mann nötig – auf dem Eis und auf den Rängen.

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