Spektakulärer 8:4-Heimsieg im Topspiel gegen DeggendorfErfolg für die Starbulls Rosenheim

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Schon nach elf Sekunden löste Fabian Zick mit dem ersten Rosenheimer Treffer den Kuscheltierregen auf die Eisfläche aus. Nach zwischenzeitlicher Rosenheimer 4:1-Führung konnten die Gäste vom Deggendorfer SC –Absteiger aus der DEL 2 und Topfavorit auf den Wiederaufstieg –mit drei Toren binnen zweieinhalb Minuten zum 4:4 ausgleichen. Doch die Starbulls hatten den längeren Atem, erzielten vier weitere überaus sehenswerte Tore und rückten somit im Klassement bis auf einen Zähler an den Tabellenzweiten aus Deggendorf heran. Für ein Ausrufezeichen sorgte Rosenheims Stürmer Tadas Kumeliauskas: Ihm gelang ein Hattrick!

Die spannende Frage unter den 4.008 Zuschauern im Rosenheimer ROFA-Stadion, darunter auch rund 500 überwiegend per Sonderzug angereiste Fans aus Deggendorf, wie lange es dauern würde, bis Hunderte von Kuscheltieren als Spende für soziale Einrichtungen auf das Eis fliegen werden, war ganz schnell beantwortet. Kapitän Michael Baindl gewann das Eröffnungsanspiel und die Scheibe wanderte sehenswert über Fabian Zick, Tobias Draxinger, Alexander Höller und Baindl wieder auf Zick, der sie freistehend vor Gästetorwart David Zabolotny per Rückhand unter die Latte hebelte. Ganz elf gespielte Sekunden zeigte die Stadionuhr an.

Und das Spitzenspiel des Tabellendritten gegen den Tabellenzweiten hielt das, was der spektakuläre Beginn versprach, über die gesamte Spieldauer. Die Gäste aus Niederbayern zeigten sich wie schon in den ersten beiden Saisonvergleichen, aus denen sie mit glücklichen Siegen gegen die Starbulls (6:4 und 5:4 nach Verlängerung) hervorgingen, erneut meist clever und effektiv. Auch das Fehlen von Thomas Greilinger, Christoph Gawlik und Andreas Gawlik (alle verletzt) und Kyle Osterberg (gesperrt wegen eines Wurfvergehens gegen das Schiedsrichterteam im letzten Spiel gegen Regensburg) war dieser besonderen Qualität nicht abträglich. So konnte der DSC trotz deutlicher Rosenheimer Scheibenbesitz-Vorteile und Torschuss-Überlegenheit rasch ausgleichen. Jan-Ferdinand Stern kalkulierte erfolgreich, als er von hinter der Grundlinie Rosenheims Torwart Luca Endres anschoss und die Scheibe zum 1:1 über die Torlinie rutschte (6.). Doch die weiterhin sehr engagiert spielenden Hausherren schlugen zurück. Nach toller Vorarbeit von Josh Mitchell, der im Slot Gästeverteidiger Yannick Kischer vernaschte und dann uneigennützig querlegte, schloss Tadas Kumeliauskas direkt und unhaltbar flach ins kurze Eck ab (16.). Auch in dieser Situation hatte der Torschütze zuvor das Bully selbst gewonnen.

Wenige Momente nach dem Rosenheimer Treffer zum 2:1 rutsche Gästeverteidiger Thomas Schmid nach einem Check des Ex-Deggendorfers Dimitrij LItesov in die Bande. Schmid ging nach der Szene in die Kabine, war aber mit Beginn des zweiten Drittels wieder mit von der Partie. Litesov aber wurde mit einer Spieldauer-Disziplinarstrafe zum Duschen geschickt (17.). Deggendorfs Kischer, der Litesov mit dem Schläger anging und ihm einen Zahn abbrach, erhielt dagegen lediglich eine kleine Strafe. Die daraus resultierende dreiminütige, pausenübergreifende Überzahlphase konnten die Niederbayern aber nicht nutzen. Besser machten es die Gastgeber im zweiten Drittel. Im Powerplay schlenzte Tobias Draxinger von der blauen Linie maßgenau, und weil Daniel Bucheli den Gästekeeper effektiv irritierte, segelte die Scheibe zum 3:1 ins Netz. Es sollte die letzte Überzahlsituation und damit auch das einzige Überzahltor der Partie bleiben.

Dann waren die Gäste zu einem Torwartwechsel gezwungen, nachdem Zabolotny und der von Thomas Schmidt bedrängte Mitchell zusammenprallten. Henning Schroth übernahm den Posten zwischen den Pfosten – und war wie sein abgelöster Teamkollege zu Spielbeginn ebenfalls elf Sekunden nach Dienstantritt schon zum ersten Mal geschlagen. Nachdem ein Schuss von Draxinger hängen blieb, zog Kumeliauskas verdeckt aus der Halbdistanz ab und traf trocken ins kurze Eck zum 4:1 (27.). Doch wie schon mehrfach in dieser Saison schenkten die Starbulls eine klare Führung binnen kürzester Zeit her. Erst traf Andrew Schembri mit einem perfekten Schlagschuss aus der Halbdistanz ins rechte obere Eck zum 4:2 (29.), ehe Filip Reisnecker nach Scheibenablage von Stern per Weitschuss ins linke Eck den Anschluss zum 4:3 herstellte (31.). Und ganz 19 Sekunden später war es erneut Schembri, der nach Doppelpass mit Curtis Leinweber zum 4:4 erfolgreich war (31.). Alle drei binnen zweieinhalb Minuten erzielter Gästetreffer fielen nach ähnlichem Strickmuster – eiskalt vollendet gegen viel zu inkonsequent verteidigende Gastgeber.

Rosenheims Trainer John Sicinski nahm eine Auszeit und wechselte den Torwart. Für Luca Endres kam Lukas Steinhauer. Der verhinderte gegen Stephané Döring die Deggendorfer Führung, nachdem unmittelbar zuvor Rosenheims Mitchell den Pfosten des Deggendorfer Tores getroffen hatte (34.). Dann leisteten sich die Niederbayern einen fatalen Fehler, indem sie schlampig wechselten und plötzlich hinten völlig offen waren. Mitchell schaltete schnell und bediente Simon Heidenreich, der eiskalt und unhaltbar hoch ins linke Ecke vollstreckte und die Starbulls wieder in Führung brachte (37.). Eine Minute später erhöhte Daniel Bucheli nach frecher Einzelleistung gegen Marcel Pfänder durch die Hosenträger von Torwart Schroth auf 6:4 (38.). Mehrfach verhinderte der Deggendorfer Keeper vor der zweiten Pausensirene dann aber noch den siebten Rosenheimer Treffer, unter anderem mit zwei tollen Reflexen in unmittelbarer Folge gegen Mitchell (39.).

In den Anfangsminuten des letzten Drittels bäumten sich die Gäste noch einmal auf. Döring hatte den Anschlusstreffer zum 6:5 auf dem Schläger, doch Steinhauer parierte souverän (43.). Zwei Minuten später war Deggendorfs Gegenwehr aber endgültig gebrochen. Kumeliauskas drang an der Bande in die Angriffszone ein, fuhr Nico Wolfgram und Marek Sonsky davon, zog in die Mitte – Pfänder schaute ehrfürchtig zu, anstatt störend einzugreifen –, spielte auch noch Torwart Schroth aus und machte seinen Hattrick perfekt – 7:4 (45.). Der letzte Treffer des Abends entsprang wie schon der erste schließlich einer schönen Kombination der Stürmer Höller, Baindl und Zick – letztlich drückte Höller das Spielgerät zum verdienten und dem Spielverlauf absolut gerecht werdenden 8:4-Endstand ins Netz (50.).

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