Selber Wölfe verlieren zum achten Mal in FolgeViermalige Führung reicht nicht

Pavel Pisarik (2. von links) erzielte in seinem ersten Spiel für die Selber Wölfe gleich sein erstes Tor. (Foto: Mario Wiedel/Selber Wölfe) (PIXMAWI
Mario Wiedel)Pavel Pisarik (2. von links) erzielte in seinem ersten Spiel für die Selber Wölfe gleich sein erstes Tor. (Foto: Mario Wiedel/Selber Wölfe) (PIXMAWI Mario Wiedel)
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In einer schnellen und vom Kampf geprägten Partie sollte eine viermalige Führung nicht ausreichen, um als Sieger im Derby bei den Blue Devils Weiden hervorzugehen. Die Gastgeber versetzten 46 Sekunden vor Ende mit dem Siegtreffer Wölfe-Cracks und dessen Anhang gleichermaßen in Schockstarre und Fassungslosigkeit. Fehlenden Einsatzbereitschaft und Willen konnte dem Wölfe-Team nicht unterstellt werden, so standen die Gäste am Ende ohne Punkte und mit geknickten Köpfen da. Wölfe-Neuzugang Pavel Pisarik fügte sich gut ins Team ein und traf zur zwischenzeitlichen 2:1-Führung.

Schicksalsspiel in der Hans-Schröpf-Arena zu Weiden – für beide Teams stand extrem viel auf dem Spiel. Entsprechend bot sich den Zuschauern, darunter gut 300 mitgereiste Selber Fans, ein überaus ausgeglichenes, munteres Auftaktdrittel. Angsthasen-Eishockey von beiden Teams, was viele befürchteten, Fehlanzeige. Die Akteure auf beiden Seiten gingen forsch und offensiv ausgerichtet zur Sache. Keineswegs unverdient die zweimalige Wölfe-Führung, begründet mit leichten Vorteilen in der Schussstatistik, ehe die Blue Devils besser in die Partie fanden und auf die Gegentore immer die passenden Antworten fanden. Wölfe-Jubel zum Ersten. Bärs Hammer von der blauen Linie bedeutete die 1:0-Führung, welche jedoch nur 15 Sekunden Bestand hatte. Im Fokus bei den Wölfe-Fans Stürmer Neuzugang Pavel Pisarik, der neben Gare und McDonald auflief und mit Spielverständnis und guten Aktionen zu gefallen wusste. Dass der 26-Jährige weiß, wo das Tor steht, bewies er in der 13. Minute – unaufgeregt und humorlos sein erster Treffer im Wölfe-Trikot zum 2:1. Dem Vorhaben, mit diesem Ergebnis und Erfolgserlebnis in die Pause zu gehen, machte Devils-Stürmer Habermann einen Strich durch die Rechnung. Mit seinem zweiten Treffer – diesmal in Überzahl – ließ er bei einem Abpraller Deske keine Chance und glich zum 2:2 aus.

Parallelen zu Abschnitt eins. Weiterhin ein schnelles, munteres Spielchen, in dem sich keine der Mannschaften entscheidend absetzen kann. Die Wölfe starteten in zahlenmäßiger Überlegenheit, konnten aber keine Torgefahr ausstrahlen. Gefährlich wurde es auf der Gegenseite. Siller schmuggelte sich durch und hätte beinahe in Unterzahl seinen Anhang zum Jubeln gebracht, Deske aber auf dem Posten. Auffälligster Akteur Gelke immer wieder mit guten Szenen, aber im Abschluss ohne das gewisse Quäntchen Glück. Etwas mehr von Letzterem besaß Gare, der nach Gewühl vor Blue-Devils-Goalie Neffin den Überblick behielt und zum 3:2 einschoss. Die Führung gab Selb die dringend benötigte Sicherheit, jedoch nur kurzzeitig. Es war wie verhext. Bei einem ungefährlich aussehenden Gegenstoß überwand Piehler aus kurzer Distanz Deske zum 3:3. Leistungsgerecht unentschieden auch nach 40 Minuten, die Gäste überstanden eine 3:5-Unterzahl schadlos, Kabitzky vergab eine riesige Möglichkeit.

Wer macht den nächsten entscheidenden Fehler? Die Spannung war allgegenwärtig – ob auf dem Eis, als auch auf den Rängen. Torchancen nicht viele vorhanden, dafür eine Schrecksekunde auf Selber Seite. Müller traf bei einem Befreiungsschlag über die Bande Goalie Neuzugang Mechel an der Bande, der unglücklich von der Scheibe am Kopf getroffen wurde und behandelt werden musste (konnte wenig später wieder an die Bande zurückkehren). Sehenswert und unwahrscheinlich wichtig dann die 4:3-Führung acht Minuten vor Spielschluss. Gelke bediente den freistehenden Kabitzky, der eiskalt vollstreckte. War dies der Siegtreffer und der Befreiungsschlag nach der langen Niederlagenserie? Nein. Erneut kamen die Blue Devils zurück und glichen aus. Dem nicht genug. Als vieles schon auf Overtime deutete, folgte der Knock-Out für die Wölfe. 46 Sekunden vor Schluss, wurde der Puck unglücklich vom Schlittschuh abgefälscht und Heinisch vor die Füße gebracht – 5:4 für die Hausherren. Weiden jubelte, Selb am Boden zerstört.

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