Selber Wölfe ringen Spitzenreiter nach Penaltykrimi niederVER schlägt Rosenheim

(Foto: Mario Wiedel/Selber Wölfe)(Foto: Mario Wiedel/Selber Wölfe)
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„Wir haben ein tolles und schnelles Spiel über 60 Minuten gesehen und ich bin stolz auf mein Team, das Charakter zeigte, nachdem es zweimal einen Zwei-Tore-Vorsprung abgeben musste“, so Wölfe-Coach Henry Thom. Der Sieg wurde teuer erkauft. Wölfe-Goalie Deske musste in der 30. Minute verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Eine genaue Diagnose zu seiner Verletzung werden erst die Untersuchungen in den nächsten Tagen bringen.

Von der der ersten Sekunde an bot diese Partie alles, was sich die Fans in der Netzsch-Arena erhofft hatten. Beide Teams boten beeindruckendes Kombinations- und Tempospiel und die Defensivabteilungen sowie die beiden Torhüter konnten sich nicht über mangelnde Arbeit beschweren. Die erste brenzlige Situation spielte sich im Drittel der Starbulls ab, als Kolb zum ersten Male an diesem Abend Gäste-Goalie Steinhauer prüfte. Im Gegenzug musste Deske sein ganzes Können aufbieten und mit teils akrobatischen Aktionen den frühen Rückstand verhindern. Als dann Piwowarczyk aus der Rundung den in der Mitte lauernden Gare bediente, verlud dieser den gegnerischen Keeper nach allen Regeln der Kunst und traf zum vielumjubelten 1:0. Doch die Sprechchöre der Selber Fans waren noch nicht verhallt, als Rosenheim durch Nättinen ausgleichen konnte.

Selb begann, wie es im ersten Drittel aufgehört hatte. Mit gutem Aufbauspiel und druckvollen Angriffen setzten sie den Klassenprimus immer wieder unter Druck. In der 23. Minute hatten die Wölfe-Fans den Jubel zum zweiten Male auf den Lippen, doch die Unparteiischen verweigerten den Führungstreffer, denn nicht nur der Puck, auch Goalie Steinhauer zappelte im Netz. Spätestens jetzt hatte sich die Partie das Prädikat Spitzenspiel verdient. Angepeitscht von den Zuschauern brachten beide Mannschaften nun auch Härte ins Spiel. Und das hatte Folgen. Im Powerplay zog Piwowarczyk in die Mitte, doch anstatt selbst zu schießen, passte er zum freistehenden McDonald, der zum viel umjubelten 2:1 erhöhte. Doch dann wurde es still in der Netzsch-Arena. Bei einem heftigen Zusammenprall verletzte sich der Selber Goalie Deske und konnte das Eis nur mit Hilfe der Sanitäter verlassen. Für ihn stand ab sofort Kümpel im Tor, der ebenfalls eine hervorragende Leistung zeigte. Wenige Sekunden vor der Pausensirene war es der Unparteiische, der den Unmut der 1677 Zuschauer auf sich zog. Erst wurde Mudryk klar, doch die Arme des Schiedsrichters blieben unten. Als er dann auch noch eine zweiminütige Bankstrafe gegen Selb verhängte, traf Rosenheim zum Ausgleich.

Zu Beginn des letzten Drittels mussten die Wölfe wieder in zahlenmäßiger Unterlegenheit agieren, denn bereits nach elf Sekunden durfte Schiener auf der Strafbank Platz nehmen. Im darauffolgenden Powerplay stand die Heim-Defensive aber immer gut und wenn doch ein Rosenheimer Stürmer vor dem Kasten auftauchte, entschärfte Kümpel. Angetrieben von den Rängen schalteten die Wölfe nochmals einen Gang hoch und boten Eishockey vom Feinsten. Dauerbrenner Mudryk nahm den Puck aus der Luft in vollem Lauf mit und erhöhte auf 3:2. Doch die Starbulls wollten sich keinesfalls ohne Punkte auf den Heimweg machen und konnten wieder ausgleichen.

Nach der torlosen Verlängerung musste das Penaltyschießen die Entscheidung bringen. Während die ersten vier Schützen beider Teams vergaben, traf im fünften Durchgang McDonald, doch auch die Bullen konnten einnetzen. Nach kurzer Beratung schickte Coach Thom nochmal McDonald aufs Eis, der mit seinem zweiten Treffer im Penaltyschießen den verdienten Sieg sicherte.