Selber Wölfe kassieren ein 3:7 beim Höchstadter ECDeutliche Packung im Frankenderby

(Foto: Mario Wiedel/Selber Wölfe)(Foto: Mario Wiedel/Selber Wölfe)
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„Ab dem zweiten Drittel haben wir völlig den Faden verloren, unsere zu einfachen Scheibenverluste nutzte der Gegner eiskalt aus“, so Wölfe-Coach Henry Thom. Alleine die Niederlage den Ausfällen zuzuschreiben, war Thom zu einfach: „Nein, dann muss man eben das Spiel einfacher halten und nicht zu kompliziert agieren wollen.“ Die Alligators entschieden die Partie in den Special Teams: Drei Überzahltore und ein Shorthander besiegelten die deutliche Wölfe-Niederlage an der Aisch.

Nach dem „Befreiungsschlag“ gegen Riessersee wollten die Wölfe beim Aufsteiger und Tabellennachbarn nachlegen und sich für die 5:6-Hinspielniederlage am neunten Spieltag revanchieren. Trotz Personalsorgen – Geigenmüller und Müller fehlten verletzungsbedingt – kamen die Selber schwungvoll in die Partie und starteten druckvoll nach vorne. Bereits nach 23 Sekunden setzte sich McDonough durch und fand in Schnierstein seinen Meister. Die Wölfe weiter stürmisch unterwegs, zweimal Gare und McDonald hatten die Führung auf dem Schläger, aber die Scheibe wollte nicht ins Tor. Der Gastgeber bis dahin sehr passiv, kam aber mit seiner zweiten Chance zum Führungstor und stellte damit Spielverlauf auf den Kopf. Die Gäste bekamen den Puck vor dem Tor nicht unter Kontrolle, Deske parierte den ersten Schuss, war aber gegen Mikesz im zweiten Versuch machtlos. Die Wölfe schüttelten sich kurz und gaben Vollgas bei ihren Offensivbemühungen, mussten aber stets höllisch bei den brandgefährlichen Kontern der Hausherren aufpassen. Dreimal rettete Deske in höchster Not gegen einschussbereite Stürmer der Hausherren. Aber auch auf der Gegenseite brannte es – McDonald mit einer Riesenchance, aber er vergab völlig ungehindert gegen HEC-Goalie Schnierstein. Es war wie verhext, aber dann fiel der Ausgleichstreffer. Schiener bediente McDonough mustergültig und dieser hämmerte in Überzahl den Puck zum 1:1 in die Maschen. Die Mittelfranken wollten dem in nichts nachstehen und antworteten prompt auch in Überzahl: Routinier Aab, mit einem Querpass clever in Szene gesetzt, ließ Deske erneut keine Abwehrmöglichkeit.

Der Mittelabschnitt dürfte einer der kuriosesten in der bisherigen Saison gewesen sein. Zweimal bat das Schiedsrichtergespann die Teams vorzeitig in die Kabine – einmal nach gut zehn Minuten wegen zwei defekter Plexiglasscheiben und kurz vor Drittelende wegen eines nicht mehr feststehenden Tores. Dazwischen wurde auch Eishockey gespielt, aber nur von den Gastgebern. Bei Selb lief nicht viel zusammen, auch in Überzahl fand man kein richtiges Mittel, um zum Erfolg zu kommen. Zu allem Überfluss musste Böhringer nach einem bösen Check, der nicht geahndet wurde, verletzungsbedingt aus der Partie ausscheiden. Höchstadt traf hingen mit seinen Blitztoren die Wölfe voll ins Mark. Blitztor Nummer eins. Das zweite Drittel war 35 Sekunden jung, da musste Deske hinter sich greifen. Einen superschnellen Angriff der Gastgeber schloss Nedved unhaltbar in den rechten oberen Winkel ab. Schnell ging es auch beim vierten Streich der Alligators. 18 Sekunden nach der ersten größeren „Plexiglasscheiben-Unterbrechung“ schlug es erneut im Selber Kasten zum 4:1 ein – bei zahlenmäßiger 3:5-Unterlegenheit der Wölfe. Die zwei längeren Pausen waren keineswegs förderlich für den Spielfluss, aber Höchstadt kam mit den Pausen besser zurecht. Kurz nach dem zweiten Wiederbeginn war erneut Petrak zur Stelle. Die Selber Defensive dabei völlig unsortiert macht es den tschechischen Routinier leicht, zum Torerfolg zu kommen.

Das Spiel war vorzeitig entschieden, entsprechend rannten die Wölfe mit dem Mute der Verzweiflung an. Gute Torchancen durchaus vorhanden, aber an einem Tag, an dem vieles schief lief, war auch kein Scheibenglück vorhanden. Als Kolb auf 2:5 verkürzte, keimte nochmals kurz Hoffnung auf, aber anstatt das 3:5 nachzulegen – Kolb alleine hatte mehrere gute Szenen – fingen sich die Selber durch einen Konter das 2:6 ein – bei eigener Überzahl. Danach brachen die Dämme, der Frust saß tief und Strafzeiten die Folge. Alleine Deske war zu verdanken, dass Höchstadt nicht höher führte. Er war jedoch machtlos, als der Ex-Selber Neugebauer bei 5:3-Überzahl das 7:2 markierte. Den Schlusspunkt unter eine enttäuschende Wölfe-Leistung setzte McDonald mit dem 3:7.


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