Selber Wölfe gewinnen in Sonthofen nach VerlängerungAchterbahn der Gefühle und zwei Punkte

(Foto: Mario Wiedel/Selber Wölfe)(Foto: Mario Wiedel/Selber Wölfe)
Lesedauer: ca. 2 Minuten

Zwei Punkte gewonnen oder einen Punkt verloren? Beide Rückschlüsse sind mit Blick auf die 64 Spielminuten im Allgäu durchaus möglich. Die Wölfe versäumten, nach einer 3:0-Führung den Sack vorzeitig zuzumachen und Sonthofen kam wieder zurück in die Partie. „Ab dem zweiten Gegentor wurden wir wieder unnötig nervös, aber für mich ist wichtiger, welchen Charakter meine Jungs bewiesen, einen Weg zu finden, dieses Spiel noch zu gewinnen“, so Wölfe-Trainer Henry Thom nach der Partie in der Euroherz-Eiszeit. Den zweiten Punkt für die Wölfe sicherte McDonald 91 Sekunden vor Ende der Overtime.

Ein Sieg für unsere Jungs war Pflicht, um mit einem guten Gefühl in die zehntägige Pause zu gehen. Nach holpriger Anfangsphase, in der viel Stückwerk beider Teams die Szene prägte und Torchancen Mangelware waren, wurde deutlich, wie befreiend ein Treffer für das zuletzt verlorengegangene Selbstvertrauen sein kann. Gollenbeck eröffnete per Powerplay den Torreigen für die Gäste, Bulls-Goalie Glatzel ohne Abwehrchance. Zuvor hatte Selb allerdings Fortuna auf seiner Seite, aus zwei haarsträubenden Fehlpässen im eigenen Drittel konnten die Allgäuer kein Kapital schlagen. Mit der Führung wich die letzte Anspannung bei den Gästen und eine stürmische Drangphase mit guten Einschussmöglichkeiten wurde eingeläutet. Ein Doppelschlag durch Moosberger sorgte für eine beruhigendes 3:0 und für lange Gesichter bei den Hausherren. Beim 2:0 fälschte Moosberger einen Schuss von McDonough unhaltbar ab, knapp zwei Minuten später stand Moosberger abermals goldrichtig und ließ seine Teamkollegen. Die Wölfe hatten – mit der Führung im Rücken – klares Oberwasser und alles im Griff, daran änderte auch der unnötige 1:3-Anschlusstreffer durch Kames nichts.

Die weiterhin sehr zurückhaltende Spielweise der Gastgeber spielte den Selbern in die Karten und diese übernahmen weiterhin die Spielkontrolle. Konzentriert und sehr diszipliniert hielten die Wölfe den Gegner vom eigenen Tor weg und alles was durchkam war sichere Beute von Deske. Einziges Manko: die Chancenverwertung. Es fehlte auf die letzte Konsequenz im Abschluss, zudem wirkte es oftmals zu verspielt. Anstatt einfach und geradlinig zum Erfolg zu kommen, versuchte man in „Schönheit zu sterben“. McDonald, McDonough oder Moosberger – Chancen zum Führungsausbau in Hülle und Fülle vorhanden. Die Bulls bestraften dies gnadenlos. Sinagl brachte seine Farben innerhalb von 76 Sekunden durch einen Doppelschlag wieder ins Spiel zurück und die Wölfe brauchten einige Minuten, um wieder Ruhe und Ordnung in die Partie zu bringen. Ein Treffer der Marke „kurios, aber drin“ bedeutet die abermalige und glückliche 4:3-Führung durch McDonough, der irgendwie den Puck abfälschte – in Unterzahl.

Fällt der vorentscheidende fünfte Wölfe-Treffer oder gleichen die Bulls aus und es kommt zum großen Zittern? Letzteres, denn gut zwölf Minuten vor Ende stellten die Hausherren auf 4:4. In Überzahl – Hördler saß eine Strafe wegen Hakens ab – leitete Kames eine hochspannende Schlussphase ein. Das große Zittern begann, die Wölfe ihrerseits steckten nicht auf, allerdings fehlte es wie so oft an der Präzision: McDonald traf nur den Außenpfosten. Beide Goalies standen nur mehrmals im Mittelpunkt, Deske noch mehr, da kurz vor Ende noch ein Unterzahlspiel überstanden werden musste. Deske war es auch, der mit einem Wahnsinns-Save gegen Slaventinsky seine Mannschaft in die Verlängerung rettete. Die Wölfe mit den ersten guten Szenen, McDonald zweiter Sieger gegen Goalie Glatzel, der sich aber kurz vor Ende der Overtime geschlagen geben musste. McDonald mit dem „Golden Goal“ sichert den zweiten Punkt.


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