Selber Wölfe gewinnen beim SpitzenreiterOvertime-Erfolg beim Deggendorfer SC

(Foto: Mario Wiedel/Selber Wölfe) (PIXMAWI
Mario Wiedel)(Foto: Mario Wiedel/Selber Wölfe) (PIXMAWI Mario Wiedel)
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In einer temporeichen und unterhaltsamen Partie bewiesen die Wölfe große Nehmerqualitäten, boten dem DEL2-Absteiger einen großen Kampf und hatten am Ende das glücklichere Ende für sich: Rückkehrer Kolb war es vorbehalten, das Game-Winning-Goal in der Verlängerung zu erzielen. Großer Rückhalt in dieser sehr intensiven und für den Zuschauer toll anzuschauenden Oberligabegegnung war Goalie Deske, der in der Verlängerung nach einem unglücklichen Zusammenprall verletzt vom Eis musste.

Das Spitzenspiel der Oberliga Süd hielt was es versprach, in einem temporeichen Auftaktdrittel nahezu ohne Unterbrechungen kamen die Zuschauer voll auf ihre Kosten. Auch wenn die Gastgeber lange Zeit mehr Scheibenbesitz besaßen, waren es die Wölfe, die mit gutem Forechecking und aggressiver Arbeit gegen Mann und Scheibe dem Spitzenreiter das Leben sehr schwer machten. Torchancen anfangs Fehlanzeige, beide Teams egalisierten sich weitgehend. Deggendorf versuchte,  die Partie an sich zu reißen, das Spiel mit weiten Pässen auf die schnellen Stürmer zu verlagern. Gelke fing einen dieser Pässe ab und prüfte Zabolotny – die bislang größte Chance auf einen Treffer an diesem Abend. Der DEL2-Absteiger gefährlich mit seinen starken Offensive-Akteuren, aber Osterberg, Greilinger, wie auch später Christoph Gawlik scheiterten an Deske. Besser machten es die Gäste, die sich keineswegs chancenlos präsentierten und urplötzlich Oberwasser bekamen. Gelke leitete diese starke Phase mit einem Lattentreffer ein, ehe wenig später Schiener aus kurzer Distanz zur 1:0-Führung einnetzte. Ein Treffer, der in der Luft lag, waren es kurz vorher die Wölfe, die ein ums andere Mal die Deggendorfer Hintermannschaft narrten. Kurz vor Drittelende hatte Osterberg die Chance zum Ausgleich auf dem Schläger, vergab aber wie Graaskamp, der in letzter Sekunde fair bei einem Unterzahlbreak gestoppt wurde.

Die Niederbayern mit dem besseren Start. 53 Sekunden waren gespielt, als Ex-DEL-Akteur Greilinger seine ganze Klasse ausspielte und mit einem sehenswerten Treffer auf 1:1 stellte. Der schnelle Treffer spielte den Einheimischen voll in die Karten, die nun einen wahren Sturmlauf starteten. Deske unter Dauerbeschuss, der Spitzenreiter klar tonangebend, zum Glück für Selb fiel Greilingers zweiter Treffer dem Pfiff des Schiedsrichters zum Opfer. Der Druck der Gastgeber wurde stärker und Deggendorf nutzte ein 5:3-Überzahlspiel für den Führungstreffer – Andreas Gawlik vom Bully weg ins rechte obere Eck zum 2:1. Die Selber weiter unter Druck, konnten sich nur durch wenige Entlastungsangriffe von der Umklammerung des Gegners befreien. Einer dieser Konter hätte aber den Ausgleich bedeuten müssen – McDonald konnte die mustergültige Vorarbeit von Turner nicht verwerten. Die Gastgeber dem dritten Treffer ganz nahe, aber die Wölfe hielten dem Druck stand und kämpften sich in die Partie zurück. Nachdem Greilinger und Christoph Gawlik Großchancen liegen ließen, schlugen die Gäste eiskalt zu. Kabitzky schaltete nach einem Gewühl vor dem Tor am schnellsten und besorgte den Ausgleich. Die Niederbayern zeigten sich beeindruckt von den Nehmerqualitäten der Gäste. Gelke in Unterzahl mit einem Break knapp drüber, aber dann der Lucky Punch für die Wölfe: Nach Böhringers Distanzschuss, den Zabolotny nicht festhalten kann, brachte Schiener im Nachschuss per Rückhand seine Mannen wieder mit 3:2 in Front.

Das 3:3 für den DSC war umstritten, da die Wölfe reklamierten, dass der Puck bereits unter Deske begraben war, als er ins Tor gestochert wurde. Die Beschwerden der Wölfe blieben ohne Erfolg – der Treffer zählte. Spielfluss war nur noch selten vorhanden, zu viele Strafzeiten, zwischenzeitlich saßen fünf Deggendorfer zeitgleich auf der Strafbank. Allerdings schafften es die Selber es nicht, Kapital aus einem fast zweiminütigem 5:3-Überzahlspiel zu ziehen. Die Schlussphase war nichts für schwache Nerven, gute Chancen auf beiden Seiten. Graaskamp hätte noch in der regulären Spielzeit zum Helden werden können – von der Strafbank kommend scheiterte er freistehend an Zabolotny.

Mit offenem Visier ging es auch in die Overtime. Beide Mannschaften setzten – mit dem letzten Sprit im Tank voll auf Sieg. Schrecksekunde – durch einen unglücklichen Zusammenprall musste Deske verletzungsbedingt raus und Kümpel kam noch zu einem unverhofften Einsatz. Kümpel hatte nicht mehr viel zu tun, leitete aber den entscheidenden Spielzug ein, den Kolb final vollendete – mit seinem Game-Winner sicherte der Rückkehrer den Sieg und zwei Punkte.


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