Selber Wölfe gehen in Weiden mit 3:9 badenPeinliche Derbyklatsche beim Tabellensiebten

Die Blue Devils Weiden hatten leichtes Spiel mit dem VER Selb. (Foto: Mario Wiedel/Selber Wölfe)Die Blue Devils Weiden hatten leichtes Spiel mit dem VER Selb. (Foto: Mario Wiedel/Selber Wölfe)
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Nach durchaus gutem Start brachen nach einem Doppelschlag alle Dämme. Ein katastrophales Mitteldrittel, das mit 6:1 an den Gastgeber ging, ließ nicht nur einem stinksauer wirkenden Wölfe-Coach Henry Thom die Zornesröte ins Gesicht steigen. „Wir leisteten uns individuelle Fehler, die nicht einmal einer Kleinschülermannschaft unterlaufen; keine Erklärung habe ich, wie wir uns heute präsentierten – mit Oberliga-Eishockey hatte dies nichts zu tun“, so Thom.

Der ausgegebene Gameplan war klar und unmissverständlich. Endlich mal in Weiden etwas mitnehmen, Letzteres ist nur über eine starke Defensivleistung möglich. Und der Auftakt der Wölfe verlief durchaus verheißungsvoll, in der Anfangsphase waren die Gäste das tonangebende Team. Bereits nach 42 Sekunden boten sich uns die ersten Torchancen durch Graaskamp und Moosberger, doch beide brachten die Scheibe nicht an Weidens Goalie Wiedemann vorbei. Die Selber spielten weiterhin schnell und gut nach vorne, ließen die Blue Devils gar nicht richtig ins Spiel kommen. Topscorer Gollenbeck scheiterte aussichtsreich vor Wiedemann, auf der Gegenseite zielte Waldowsky knapp über den Kasten von Deske. Der Gastgeber kam schwer in Fahrt, aber dann so richtig. Ein Doppelschlag innerhalb von 24 Sekunden stellte den bisherigen Spielverlauf auf den Kopf und sorgte für hängende Köpfe beim zahlreich mitgereisten Wölfe-Anhang. Heinisch eröffnete den Torreigen für seine Farben, Kirchberger ließ das 2:0 folgen, Proteste wegen eines angeblichen Schlittschuhtors blieben erfolglos. Die Hausherren obenauf, bei Selb lief fortan nichts mehr, zu verkrampft die Selber Bemühungen, zurück ins Spielgeschehen zu kommen. In der Schlussphase hatten die Blue Devils in Überzahl die Chance auf 3:0 zu erhöhen, aber Deske verhinderte einen höheren Pausenrückstand.

Geigenmüller hatte nach 22 Sekunden im zweiten Drittel den Anschlusstreffer auf dem Schläger, aber bezeichnend für das Wölfe-Spiel scheiterte er kläglich. Danach kam es knüppeldick und die zahlreichen Wölfe-Anhänger schämten sich in Grund und Boden ob der Leistungen ihrer Cracks auf dem Eis. Es folgte eine Demontage sondergleichen. Ohne viel Gegenwehr hatten die Blue Devils leichtes Spiel gegen ein total verunsichertes Wolfsrudel, das Ergebnis bis zur 34. Minute auf 7:0 (!) hochzuschrauben. Abercrombie nutzte einen Blackout in der VER-Defensive zum 3:0, das 4:0 – eine Art Höchststrafe – kassierten die Wölfe in eigener Überzahl. Nach einem haarsträubenden Abspielfehler an der blauen Linie sagte Rubes danke, zog auf und davon und ließ seine Farben erneut jubeln. Offensiv passierte bei Selb relativ wenig und die wenigen Versuche waren stets sichere Beute von einem eigentlich sehr beschäftigungslos wirkenden Goalie Wiedemann. Die Wölfe waren völlig neben der Spur und die Quittung folgte durch das 5:0. Der Arbeitstag von Deske war damit beendet – er hatte genug und machte Platz für Kümpel. Aber auch Letzterer wurde sträflich alleine gelassen und musste innerhalb kurzer Zeit zwei weitere Gegentore hinnehmen. Erneut, wie auch schon bei zahlreichen anderen Gegentoren zuvor, machten die Wölfe es dem Gegner zu einfach. Es fehlte jegliche Zuordnung und Weiden sagte danke. Der Jubel bei Schieners 7:1 fiel entsprechend verhalten aus, die mitgereisten Wölfe-Fans absolut bedient und stinksauer. Abercrombie stellte per Penalty den 8:1-Pausenstand her.

Das Abschlussdrittel lässt sich kurz zusammenfassen: Die Blue Devils im Gefühl des sicheren Sieges schalteten einige Gänge zurück, doch selbst das konnten die Gäste nicht entsprechend nutzen, um nochmals eine Art Aufholjagd zu starten. Das Spiel plätscherte so dahin, die Hausherren nutzten ein weiteres Überzahlspiel zum 9:1 durch Waldowsky. Zimmermann war es vorbehalten, Treffer Nummer zwei zu markieren, ehe Gare kurz vor Schluss mit einem satten Schlagschuss in den Winkel den dritten Treffer und letztendlich den 3:9-Endstand herstellte. Ein aus Selber Sicht sehr bitterer Abend in der Oberpfalz, wo die Wölfe jegliche Einstellung und nötigen Kampfgeist vermissen ließen.

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