Selb mit einem Bein im ViertelfinaleSelber Wölfe

Selb mit einem Bein im ViertelfinaleSelb mit einem Bein im Viertelfinale
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Angespannte Stimmung herrschte vor dem ersten Bully des vierten Spiels der Play-Off-Serie am Kobelhang in Füssen, wie Euroherz-Sportchef Thomas Ploss in der Eiszeit zu berichten wusste. Die Vorzeichen gegenüber dem hochverdienten Sieg am Sonntag vor heimischer Kulisse waren nämlich andere. Zwar konnte man auf Förderlizenzspieler Moosberger zurückgreifen, doch durch den Spieltag unter der Woche musste Trainer Cory Holden neben dem langzeitverletzen Kapitän Schadewaldt und den gesperrten Meier auch auf den beruflich gebundenen Fischer verzichten. Die Füssener freilich konnten aber beinahe auf alle in Selb noch verhinderten Leistungsträger zurückgreifen und so einen fast kompletten Kader aufbieten. Nichtsdestotrotz wollten die „Wölfe“ natürlich einen Sieg mit in die Porzellanstadt nehmen, um am Freitag die Serie im Vorwerk zu ihren Gunsten entscheiden zu können.

Und das Spiel begann verheißungsvoll. Der VER legte ein hohes Tempo vor und kam so gleich zur ersten hochkarätigen Möglichkeit. Mudryk scheiterte in aussichtsreicher Position vor dem Füssener Kasten aber an sich selbst. In der Folge standen die Wölfe zwar defensiv sicher, im Angriff aber fehlte es an der nötigen Durchschlagskraft und so blieb auch ein erstes Powerplay ungenutzt. Zum Ende des ersten Abschnittes gerieten die Gäste dann aber zwischenzeitlich mehr und mehr in Bedrängnis und mussten vor allem in Unterzahl druckvolle Leoparden aus Füssen mehrfach abwehren. Dennoch hätte man durchaus in Führung gehen können. Erst war es wieder einmal Mudryk der sich gekonnt gegen zwei Füssener Verteidiger durchsetzte und letztlich aber genauso wie wenig später Moosberger und Heilman am glänzend reagierenden Schlussmann der Gastgeber scheiterte.

Einen ebenso schwungvollen Start wie in den ersten zwanzig Minuten legten die Wölfe auch im Mittelabschnitt hin. 20 Sekunden waren gespielt als die erste Formation in Überzahl einmal mehr zu glänzen wusste und die heißersehnte Führung durch Piwowarczyk erzielte. Das Spiel blieb auch in der Folge auf hohem Niveau. Es ging auf und ab, um jeden Zentimeter Eis wurde aufopferungsvoll gekämpft und beide Sturmreihen zwangen die Torhüter zu Schwerstarbeit. Hinter sich greifen musste aber wieder Irrgang als es abermals Piwowarczyk war der vier Minuten vor Ende des zweiten Drittels für zumindest spielerisch deutlich überlegene Gäste einnetzte und seine Farben so mit einer komfortablen Zwei-Tore-Führung in die Pause führte.

Im letzten Abschnitt wurden nicht nur die heimischen Zuschauer merklich ruhiger, auch das Geschehen auf dem Eis beruhigte sich zusehends und der VER kontrollierte die Partie nach Belieben. Ratlose Füssener verzweifelten schier an clever agierenden Selbern, denn richtig gefährlich wurden die Hausherren so gut wie nie vor dem Gehäuse des Deutsch-Finnen Suvelo, dem wie gewohnt sicheren Rückhalt zwischen den Pfosten des VER. Die endgültige Entscheidung besorgte schließlich Hördler 44 Sekunden vor Schluss mit einem Schuss ins leere Tor.

Somit haben die Schützlinge von Trainer Cory Holden nach einem beeindruckend souveränen Sieg das Weiterkommen selbst in der Hand, wenn man am Freitag vor heimischer Kulisse endgültig den Deckel auf die Serie setzen möchte. Bully in der Autowelt-König-Arena ist um 20 Uhr.