Selb besiegt den Breisgau-FluchSelber Wölfe

Selb besiegt den Breisgau-FluchSelb besiegt den Breisgau-Fluch
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Gute Erinnerungen sehen anders aus: Fünf Mal war der VER seit dem Wiederaufstieg in die Oberliga zu Gast in Freiburg, fünf Mal verließ er den Breisgau als Verlierer bei einem Torverhältnis von 15:29. Am Freitag beendeten die Selber Wölfe beim selbst ernannten Aufstiegsanwärter, der denselben Tiernamen trägt, diesen Fluch. Die Holden-Schützlinge nahmen zwei Punkte mit nach Hause, drei hätten es aber werden können. Bis 17 Sekunden vor der Schlusssirene führten die Selber mit 1:0, ehe der Gastgeber in einem packenden Spitzenspiel zurückschlug.

Schon im ersten Drittel konnten die Freiburger Wölfe von Glück reden, dass sie gegen den ohne Schadewaldt, Schütt, Schwarzmeier (alle verletzt) und Schiener (beruflich) angereisten Titelverteidiger in den ersten zehn Minuten nicht in Rückstand gerieten. Die Holden-Schützlinge waren nach der langen Busfahrt hellwach und heizten EHC-Keeper Mathis kräftig ein. Die Hausherren befreiten sich vom Druck ihrer Gäste erst, als der diesem Spitzenspiel oft nicht gewachsene Schiedsrichter mit seiner Strafzeitenorgie begann. Doch der VER verteidigte stark und ließ kaum gute Möglichkeiten zu.

Das Wölfe-Duell wurde auch im Mittelabschnitt sehr bissig geführt. Und weil der Unparteiische aus Ottobrunn nicht immer ganz unparteiisch leitete und teilweise komplett die Kontrolle über das Spiel verlor, gab es auch viel Redebedarf für das Selber Geburtstagskind Dan Heilman, gestern mit dem „C“ für den Kapitän auf der Brust. Die Wölfe ließen sich aber nicht beirren, verteidigten in Unterzahl stark. In der Schlussphase des zweiten Drittels war der VER sogar wieder am Drücker. Zunächst traf Heilman nur den Außenposten, wenig später parierte EHC-Keeper Mathis im Selber Powerplay reaktionsschnell Schüsse von Herbert Geisberger und Tim Schneider.

Das Schlussdrittel dieses packenden Spitzenspiel sollte dann auch die bis dahin vermissten Tore fallen. Mitten hinein in eine Freiburger Sturm- und Drangphase schlug in der 49. Minute der VER Selb in Person von Peter Hendrikson zu. War der Breisgau-Fluch damit beendet? Bis 17 Sekunden vor der Schlusssirene schien es so. Torwart Suvelo avancierte nun zum Turm in der Schlacht gegen verzweifelt anrennende Hausherren. Und als 66 Sekunden vor dem Ende der Freiburger Steven Billich, der ebenso wie sein Bruder Chris mehrfach unangenehm auffiel, in die Kühlbox musste, war der Selber Sieg ganz nahe. Es folgte allerdings eine unnötige Strafzeit von Mudryk – und Freiburg, das längst den Torwart vom Eis genommen hatte – traf doch noch zum Ausgleich. Verlängerung. In der mussten die Gäste zwei weitere Unterzahlspiele überstehen. Den Lohn für die ganz starke Vorstellung der Selber brachte das anschließende Penaltyschießen. Kyle Piwowarczyk verwandelte für den VER, während Freiburg drei Mal an Suvelo scheiterte. Wenigstens zwei Punkte waren noch unter Dach und Fach.

„Natürlich ist es bitter, so kurz vor Schluss noch ein Gegentor zu kassieren. Aber es war ein unglaublicher Auftritt meiner Mannschaft“, sagte Trainer Cory Holden nach dem packenden Spiel bei der Euroherz-Eiszeit. Der VER ist also gerüstet für das große Derby gegen den EHC Bayreuth am Sonntag. Auch wenn die Verteidiger langsam ausgehen. Neben Schadewaldt und Schütt fehlt nun auch noch Tim Schneider, der sich in der Verlängerung eine Matchstrafe einhandelte.

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