Sekeras schwere Verletzung überschattet den DerbysiegLindau gewinnt in Sonthofen

(Foto: Imago)(Foto: Imago)
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Nach zwei brutalen Checks gegen den Kopf in der dritten und zehnten Minute von denen nur einer – zudem lediglich als Bandencheck – mit zwei Minuten bestraft wurde, erlitt der 44-Jährige einen Halswirbelbruch und wurde sofort in eine Spezialklinik nach Kempten eingeliefert, wo er am Dienstag operiert werden soll. „Wir sind alle geschockt und hoffen, dass Martin wieder völlig gesund wird“, sagt EVL-Präsident Marc Hindelang. Die Ausfalldauer des Stürmers ist ungewiss, eine Rückkehr noch in dieser Saison aber fraglich.

„Sonthofen war absolut übermotiviert und hat in den Anfangsminuten ohne Rücksicht auf die Gesundheit des Gegners seine Checks gefahren“, sagte EVL-Geschäftsführer Sebastian Schwarzbart. „Körperspiel ist okay – aber das war über der Grenze.“

Rein sportlich war der ERC in dieser Phase eigentlich bereits im Vorteil. George Kink hatte schon nach 65 Sekunden mit einem verdeckten Schuss zur Führung der Bulls getroffen, die viel Druck in der Anfangsphase entwickelten. Allerdings nahmen die Islanders vor der enttäuschenden Derby- Kulisse von 701 Zuschauern, darunter rund 100 Lindauer Fans, den Kampf an und hielten dagegen. „Wir sind von Wechsel zu Wechsel zu besser ins Spiel gekommen“, sagte Schwarzbart. Das hatte Strafzeiten gegen die Gastgeber zur Folge, die die Islanders weiter ihren Rhythmus finden ließen. Mehr noch: Nach 13 Minuten zog Andreas Farny gefährlich ab und Jeff Smith war zur Stelle um den Abpraller zum Ausgleich einzuschießen.

In der Folge boten die beiden Teams eine zerfahrene Partie mit vielen Unterbrechungen, wenig Spielfluss und auch wenig Torchancen. Kein Team wollte ein Risiko eingehen, Fehlervermeidung stand im Vordergrund. Zudem waren bei den wenigen Möglichkeiten die Torhüter Martin Morczinietz (ERC) und Korbinian Sertl stets auf dem Posten. Dass die Lindauer dennoch mit einer Führung in die zweite Pause gehen konnten, hatten sie einer starken Aktion von Neuzugang Troy Bigam und Andreas Farny 25 Sekunden vor der Sirene. Bigam gewann noch in der eigenen Hälfte einen Zweikampf und spielte Farny frei, der sich im Laufduell mit seinem Gegenspieler durchsetzte und aus halbrechter Position mit einem knallharten Handgelenkschuss unhaltbar zum 1:2 traf. Es kam noch besser für die Gäste, die gleich nach Wiederbeginn in Überzahl agieren konnten. Tobi Fuchs war es dann, der in der 42. Minute eine starke Kombination über Petr Heider und Andreas Farny zum 1:3 abschloss.

Und doch machten es die Islanders noch einmal spannend. „Wahrscheinlich, weil es bisher ungewohnt für uns war, so in Führung zu liegen“, sagte EVL-Trainer Dustin Whitecotton. „Leider hat das bei uns zu einigen Fehlern geführt.“ Dazu kam, dass die Bulls recht schnell durch ihren neuen Kontingentspieler Michael Neal zum Anschluss kamen (44.). Dies ließ Sonthofen noch einmal aufkommen. In Überzahl hätten die Gäste die Lage beruhigen können, leisteten sich aber einen fatalen Fehler, den George Kink sogar zum Ausgleich nutzte (49.)

Davon ließen sich die Lindauer dann aber nicht mehr beeindrucken. Sie zeigten Nehmerqualitäten, kämpften verbissen um den Derbysieg und wurden zwei Minuten später belohnt. Ausgangspunkt war Sascha Paul, der sich im Zweikampf nicht nur gegen Andreas Neumann durchsetzte, sondern auch das anschließende Laufduell gegen ihn gewann. Seinen perfekt getimten Querpass nahm der mitgelaufene Johann Katjuschenko direkt und brachte ihn zur erneuten Lindauer Führung im ERC-Tor unter. Eine Führung die sich die Lindauer nicht mehr nehmen ließen. Leidenschaftlich fighteten sie als Team für den Erfolg, ließen bei einem Powerplay der Bulls so gut wie gar nichts zu und brachten das letztlich verdiente 4:3 über die Zeit.

Der Jubel währte allerdings nur kurz, denn die Sorgen um Martin Sekera standen über allem.

Tore: 1:0 (1:05) Kink (Sill, Neumann); 1:1 (12:12) Smith (Powerplay – Farny); 1:2 (19:35) Farny (Bigam, Heider); 1:3 (41:06) Fuchs (Powerplay – Bigam, Heider); 2:3 (43:18) Neal (Stanley, Hadrascshek); 3:3 (48:01) Kink (Unterzahl – Sill, Kames); 3:4 (50:14) Katjuschenko (Paul). Strafen: Sonthofen 12, Lindau 10. Zuschauer: 701.