Schritt für Schritt zum TitelSelber Wölfe

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Was war nicht alles geunkt worden nach den beiden Heimniederlagen zum Jahreswechsel gegen Bad Tölz und Füssen. „Einige wenige Nörgler und Schwarzseher haben das Selber Eishockey schon wieder in der Krise gesehen“, schrieb Vorsitzender Jürgen Golly am vergangenen Wochenende in seinem Vorwort zum Peiting-Spiel in der Stadionzeitung der Wölfe. Doch die Holden-Schützlinge lehrten wieder einmal allen Pessimisten eines Besseren. Erst der kaum für möglich gehaltene 3:0-Sieg in Bad Tölz, dann das mitreißende 8:3 in Bayreuth und schließlich ein souveränes 4:0 gegen Peiting: Der VER ist nicht nur in Oberfranken, sondern auch in der Oberliga Süd wieder die Nummer eins. Und diese Position wollen sich die Selber an den restlichen zwölf Spieltagen nicht mehr nehmen lassen.

„Ja natürlich, wir wollen als Hauptrunden-Meister in die Play-offs gehen“, sagt Stürmer Dan Heilman, der in Bayreuth und gegen Peiting in der ersten Sturmreihe zu überragender Form aufgelaufen ist. Der 38-Jährige hatte sichtlich Spaß an der Seite von Kyle Piwowarczyk und Herbert Geisberger, wird aber an diesem Wochenende – Freitag (20 Uhr) beim EV Regensburg und Sonntag (18 Uhr) gegen Deggendorf Fire – wohl wieder die „jungen Wilden“ im dritten Block führen. Jared Mudryk kehrt nach überstandener Krankheit voraussichtlich wieder zurück ins Team und an seine angestammte Position. Auch Ricco Warkus steht wieder im Kader. Tim Schneider ist zwar ebenfalls wieder im Training, muss sich nach sechswöchiger Verletzungspause aber erst wieder langsam heranarbeiten. Ebenfalls noch pausieren wird Dennis Schiener (Schulterprobleme). Verzichten muss Trainer Cory Holden heute auch auf Niki Meier (krank).

Das Wort Meisterschaft will der Coach noch nicht in den Mund nehmen. „Wir müssen Schritt für Schritt machen.“ Den ersten in Regensburg. Dort hat das vergangene Wochenende für Ernüchterung gesorgt. Der 2:6 Klatsche in Erding ließen die Oberpfälzer eine 1:5-Heimpleite gegen Deggendorf Fire folgen und sind damit auch aus den Play-off-Rängen gerutscht. Die Art und Weise, wie die Niederlagen zustande kamen, sorgt derzeit für viel Gesprächsstoff in Regensburg. Trainer Rob Leask vermisste die nötige Leidenschaft seiner Spieler und ließ den amerikanischen Neuzugang Chris Capraro im Schlussdrittel der Partie gegen Deggendorf auf der Bank schmoren. „Er hat nichts gebracht“, erklärte der Trainer – und wurde im Internet-Fanforum für diese klare Äußerung überwiegend kritisiert. Der sportliche Leiter Martin Ancicka gab Leask aber Rückendeckung: „Wir haben einen geholt, von dem wir gehofft haben, dass er die Leistung bringt, die wir erwarten. Aber dann war er als U-Boot unterwegs, einfach unsichtbar.“ In der Kritik steht in Regensburg auch der tschechische Verteidiger Tomas Schmidt. Er führt zwar die interne Scorerwertung bei den Defensivspezialisten an, doch immer wieder unterlaufen ihm unerklärliche Fehler in der eigenen Zone. Der unter der Saison aus Weiden geholte Routinier David Musial hat sich dagegen bereits zum Leistungsträger entwickelt und ist an beinahe jeder gefährlichen Aktion beteiligt.

Im Kampf um einen Play-off-Platz zurückgemeldet hat sich Deggendorf Fire mit fünf Punkte aus den Partien gegen Klostersee und in Regensburg. Beim Tabellenzehnten feierte der 47-jährige Peter Gulda am vergangenen Wochenende sein Comeback in Deutschland. Der ehemalige Nationalspieler gab der Fire-Abwehr gemeinsam mit Jan Benda (41) den gewünschten Halt und fuhr einige sehenswerte Checks. Für VER-Trainer Cory Holden steht der Schlachtplan für dieses Heimspiel bereits, um die beiden Eishockey-Oldies in der Deggendorfer Defensive vor Probleme zu stellen. „Wir müssen konzentriert unser Spiel machen und viel Druck ausüben.“ Aber auch auf die gefährlichen Fire-Angreifer Andrew Schembri und Stefan Ortolf immer ein Auge werfen.

Auch wenn die Wölfe in beiden Spielen die Favoritenrolle einnehmen, dürfte dem Tabellenführer harte Arbeit bevorstehen. „Es geht jetzt langsam in die heiße Phase im Kampf um die Play-off-Plätze“, sagt Holden. „Und sowohl für Regensburg als auch für Deggendorf geht es da um die Wurst.“

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