Reifere Frankfurter entzaubern Tölzer „Buam“ gnadenlosAus für den Titelverteidiger

Reifere Frankfurter entzaubern Tölzer „Buam“ gnadenlosReifere Frankfurter entzaubern Tölzer „Buam“ gnadenlos
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Nach zwei klaren Niederlagen in den ersten Viertelfinalspielen merkte man Team und Anhang der Tölzer „Buam“ die Verunsicherung deutlich an. Die sonst wie selbstverständlich rollenden Angriffslawinen wirkten eher ängstlich und verzagt, und auch von den Rängen zündete kein Signal zum Aufbruch. Dennoch gelang es den Jungs von Cheftrainer Florian Funk, zum ersten Mal in der Serie in Führung zu gehen: Leo Pföderl drang zentral ins Drittel der Hessen ein und ließ Danijel Kovacic im Tor mit einem ansatzlosen Handgelenkschuss in den Stockhandwinkel nicht gut aussehen. Doch wer glaubte, dass dadurch mehr Sicherheit in die Reihen der Hausherren einziehen würde, sah sich schnell getäuscht. Nur eine Minute später konnte Christoph Ziolkowski mit einem Schlagschuss aus der linken Ecke unter gütiger Mithilfe von Viona Harrer im Gehäuse der Isarwinkler den Ausgleich wieder herstellen. Franz Mangold sorgte danach gleich zweimal für Chancen zur neuerlichen Führung des Titelverteidigers: Jedes Mal zog er von rechts vor das Tor der Gäste, scheiterte zuerst aber an Kovacic und konnte beim zweiten Versuch nur durch ein Foul gebremst werden. Das folgende Überzahlspiel der Hausherren blieb jedoch ebenso wirkungslos wie ein gleich doppel-köpfiger Vorteil zu Beginn des Mittelabschnitts.

Und während beide Teams nun ihre Chancen entwickelten, Tölz mit mehr offensivem Aufwand und Risiko, Frankfurt immer wieder mit brandgefährlichen Kontern, riss der bisweilen kleinlich pfeifende Hauptschiedsrichter Haupt das Geschehen der eigentlich fairen Partie nun an sich. 43 der insgesamt 57 Strafminuten verteilte er allein in diesem Drittel, allerdings recht ungleich: Während ein Bandencheck gegen Thomas Merl unbestraft blieb, führte eine vergleichbare Szene auf der Gegenseite zu  einer Fünfminuten- und Spieldauerdisziplinarstrafe gegen den erst 17-jährigen Tölzer Andreas Schwarz. Und ebenso wie Nils Liesegang eiskalt einen Fehler von Anton Pommersberger auf der eigenen blauen Linie mit dem Treffer zum 1:2 bestrafte, indem er Harrer in einer 1:0-Situation den Puck durch die Beine schob, nutzten die Mannen aus der Bankenmetropole ihre fünfminütige Überzahl zu zwei entscheidenden Treffern.

Beispielhaft für den Unterschied beider Teams war das Geschehen in der 43. Minute: Zunächst beging Stephan Kreuzmann einen ähnlichen Fehler wie zuvor Pommersberger auf Tölzer Seite, doch Mangold konnte im Gegensatz zu Liesegang kein Kapital daraus schlagen. Stattdessen versenkte Roland Mayr die Scheibe nach dem direkten Konter mit einem Rückhand-Schlenzer im Tor der Oberländer. Und damit nicht genug, markierte Patrick Schmid gleich darauf den fünften Frankfurter Treffer im Nachschuss aus kurzer Distanz. Fast ein Abziehbild davon war der Anschlusstreffer durch Dennis Neal. Liesegang stellte kurz danach mit einem Schuss aus spitzem Winkel, aus ca. fünf Meter Torentfernung den alten Abstand sogleich wieder her, bevor Pommersberger mit einem Hammer von der blauen Linie Wiedergutmachung für seinen vorherigen Fehler betrieb. Aber nachdem Tölz die Chancen verstreichen ließ, mithilfe zweier Überzahlspiele kurz vor Spielende doch noch für eine Wendung zu sorgen, gelang Schmerda mit der Schlusssirene der schon obligatorische siebente Treffer gegen die Hausherren.

Diese Gegentorflut bemängelte auch Funk anschließend: „Drei eigene Tore sind ok, aber sieben Gegentreffer einfach zuviel. Wir waren die klar schlechtere Mannschaft, die für jeden Fehler stets sofort gnadenlos bestraft wurde. Frankfurt hat sich das Weiterkommen deutlich verdient, und in dieser Form haben wir heute vermutlich den alten und den neuen Meister im Spiel gegeneinander erlebt“, schob er seinem Kontrahenten Martin Jiranek gleich die Favoritenrolle in der Play-off-Serie zu.

„Unser Überzahlspiel funktioniert immer besser und war heute wichtig für unseren Sieg gegen eine bis zum letzten Tropfen Blut kämpfende junge Tölzer Mannschaft“, sah Jiranek in der fünfminütigen Powerplay-Situation den Schlüssel zum Triumph und ließ auch nochmal den Respekt durchblicken, mit dem sein Team dem Titelverteidiger begegnet ist.

Für Bad Tölz ist die Saison nun vorzeitig beendet. Mit Frankfurt könnte der Titel-Nachfolger bald feststehen.

Tore: 1:0 (6.) Pföderl (Ketterer), 1:1 (7.) Ziolkowski (Schmerda, Martens), 1:2 (33.) Liesegang (Schoofs), 1:3 (40.) Schmid (Liesegang, Schoofs) 5-4, 1:4 (43.) Mayr (Kreuzmann, Ziolkowski) 5-4, 1:5 (45.) Schmid (Liesegang, Gare), 2:5 (47.) Neal (Walleitner, Florian Kolacny), 2:6 (51.) Liesegang (Schoofs, Schmid), 3:6 (54.) Pommersberger (Fischhaber), 3:7 (60.) Schmerda (Martens)

Strafen: Bad Tölz 19 + Spieldauer Schwarz, Frankfurt 18
HSR: Haupt, LSR: Kees, Wimberger
Zuschauer: 1.471