Nicht schön, aber erfolgreich auf Platz 2Peiting dreht 1:3-Rückstand

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Das war eine echte Prüfung für den EC Peiting. Wie prognostiziert zeigte sich der EHV Schönheide 09 als unangenehmer Gegner, stark verbessert in den letzten Wochen und kämpferisch. Die Gäste aus dem Erzgebirge brachten Anton Saal und Co. beinahe eine schmerzhafte Niederlage bei. Doch am Ende gewann der ECP noch mit 4:3 (1:2, 0:1, 3:0). Damit rückte Peiting auf Rang zwei der Oberliga Süd vor.

Peiting begann gut und zielstrebig: Angriff auf Angriff rollte auf Gästegoalie Florian Neumann zu. Und schon in der dritten Spielminute – in Überzahl – stellte Anton Saal auf Pass von Ty Morris und Ben Warda auf 1:0. Morris sah, dass sich der Kapitän der Gastgeber an der langen Ecke frei geschlichen hatte, legte scharf quer und Saal musste nur noch „abtropfen“ lassen. Dann aber riss der Faden komplett. Schönheide zeigte clevere Angriffe und erntete Lob von Coach Victor Proskuryakov: „Defensiv sind wir die ganze Saison schon okay, aber jetzt spielen wir auch mit System nach vorne und schießen Tore.“ So geschehen in der siebten und 18. Minute. Zweimal Miroslav Jenka war’s, der erst einen 2:1-Konter abschloss und dann per Sonntagsschuss aus spitzem Winkel für die Gästeführung sorgte. Peiting wackelte, produzierte weiter Torchancen, ließ allerdings die zuletzt gezeigte Bissigkeit vermissen.

Ähnliches Bild im zweiten Drittel: Der ECP machte größtenteils das Spiel, die Pucks klatschten aber links und rechts oder oberhalb des Tores an die Bande, statt zwischen die Stangen. Ein Fehler in Überzahl und Kevin Piehler brachte seine Wölfe gar mit 3:1 in Führung. Erste Zweifel im Publikum (Dominic Krabbat hatte ja auch schon einen Penalty verschossen): Wird das einer dieser Abende, an denen gar nichts geht? Stellt der Neuling den Peitingern ein Bein? Der Eissportclub weiter mit wütenden Angriffen, aber ohne zählbaren Erfolg. Einmal rutschte die Scheibe Wölfe-Torwart Neumann am kurzen Pfosten durch, lag mit vollem Umfang mindestens eine Sekunde im Tor. Referee Markus Fischer stand eigentlich auch gut, um den Puck zu sehen, winkte überraschenderweise aber ab – Begründung: Tor verschoben. Die Peitinger monierten, das Tor sei erst später verschoben worden, die Entscheidung stand jedoch.

Im dritten Drittel wollte Peiting unbedingt und sichtbar die Niederlage vermeiden. Nach dem Motto „jetzt erst recht“ rannten Ben Warda, Simon Maier, Lukas Gohlke und Co. an. Schönheide wurden die Beine immer schwerer. In Minute 48 zog Verteidiger Brad Miller von der Seite vors Tor, spielte zwei Gästeverteidiger aus und jagte die Scheibe unter die Latte. Dieser Treffer öffnete die berühmte Ketchupflasche. Die Gäste waren nur noch bemüht, den knappen Vorsprung über die Zeit zu retten. In der 54. Minute hatte Anton Saal etwas dagegen: „Ich hatte mich schon das ganze Spiel geärgert, dass ich nicht getroffen hab’“, so der Bayersoier. Und genau so machte er den vielumjubelten Ausgleichstreffer: Laufduell über rechts, doch anstatt sich seitlich abdrängen zu lassen, zog der ECP-Kapitän mit aller Kraft nach innen und schob den Puck in arger Bedrängnis unter Florian Neumann hindurch – 3:3. Keine Minute später sollte Simon Maier der Siegtreffer gelingen, der Schönheider Wille war gebrochen: Anton Saal spielte auf Dominic Krabbat, der umkurvte das Tor und spielte auf Simon Maier, der aus dem Slot einschob. Jubel, Erlösung, Glück pur in der Jubeltraube und auf der Mannschaftsbank, denn es war deutlich, dass das der Endstand sein sollte. Viel passierte nicht mehr, Schönheide hatte keine Antwort mehr.

Damit hat der EC Peiting jetzt neun der letzten elf Spiele gewonnen und satte 27 Punkte geholt. Und weil die komplette Verfolgergruppe (Selb, Deggendorf, Bayreuth, Landshut) Federn ließ und Tölz frei hatte gelang der unglaubliche Sprung auf Platz zwei der Tabelle. Jetzt geht es am Sonntag Richtung Selb, die gestern mit 1:7 in Regensburg unter die Räder gekommen waren und derzeit acht der letzten elf Spiele verloren haben. Zudem kämpfen die Oberfranken mit Verletzungen und Sperren (Nikolaus Meier handelte sich gar eine Matchstrafe wegen Unsportlichkeit ein), möglicherweise sind die Karten für den ECP also nicht schlecht, Zählbares aus Selb zu entführen. Dies ist das letzte Spiel vor dem „Weihnachtskracher“ gegen Landshut am Samstag, 26. Dezember, um 18 Uhr.

Bis Sonntag steht auf Seiten der Schönheider Wölfe wohl die Regeneration an erster Stelle, welche immens wichtig ist, da mit dem Weihnachtsderby gegen die Bayreuth Tigers der nächste Kraftakt auf den EHV 09 wartet. Erschwerend kommt hinzu, dass neben den gesundheitlichen Ausfällen von Vincent Wolf und Kilian Glück zusätzlich noch Franz Bertholdt (Matchstrafe) und Kevin Piehler (dritte Zehnminutenstrafe) für das Spiel gegen Bayreuth gesperrt sind.

Tore: 1:0 (2:42) Saal (Morris, Warda/5-4), 1:1 (6:42) Jenka (Piehler, Gulda/6-5), 1:2 (17:14) Jenka (Rothemund, Neumann), 1:3 (25:39) Piehler (Jenka/4-5), 2:3 (47:51) Miller (Warda, Morris), 3:3 (53:32) Saal (Krabbat, Feuerecker), 4:3 (54:21) Maier (Krabbat, Saal). Strafen: Peiting 10, Schönheide 12 + 10 (Piehler) + Matchstrafe (Bertholdt). Zuschauer: 411.

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