„Matchpuck“ für die Starbulls Rosenheim am Dienstag5:1-Sieg am Essener Westbahnhof

(Foto: dpa)(Foto: dpa)
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Es war ein sehr hartes Stück Arbeit, das die Starbulls Rosenheim im zweiten Aufeinandertreffen mit den Moskitos Essen zu bewerkstelligen hatten, um mit einem Auswärtserfolg die Führung in der Achtelfinalserie auf 2:0 auszubauen. Das gastgebende Team forderte den Grün-Weißen vom ersten Bully an alles ab. Doch die Starbulls hielten kampfstark, diszipliniert und – mit wenigen Ausnahmen – überaus clever dagegen. Die Moskitos konnten ihre Dominanz der Anfangsphase deshalb auch zunächst nicht in klare Torchancen ummünzen.

Als Starbulls-Keeper Lukas Steinhauer dann gegen Thomas Zuravlev, Nicholas Miglio und Julian Airich stark parierte und ein erstes Essener Powerplay ungenutzt blieb, schlugen die Starbulls im Stile eines Spitzenteams eiskalt zu: Michael Fröhlich überwand Essens Torwart Patrik Cerveny nach Rückpass von Robin Slalina zum 0:1 (10.). Gut drei Minuten später erhöhte Slalina, der zu Saisonbeginn ja noch beim Kontrahenten unter Vertrag stand, auf 0:2. Nach einem kurzen Solo mit schöner Finte versenkte er den Puck sehenswert im rechten oberen Eck (13.).

Dann unterlief Rosenheims Verteidiger Felix Linden ein Fauxpas, als er unnötiger Weise die Scheibe von hinter dem eigenen Tor über die Plexiglasumrandung beförderte und folglich von Hauptschiedsrichter Patrick Gogulla mit einer kleine Strafe wegen Spielverzögerung belegt wurde. Und das nutzten die Hausherren aus: Julian Airich staubte erfolgreich ab, nachdem Steinhauer einen Schuss von Marcel Pfänder noch entschärfen konnte (16.). Bei einem Schuss von Arthur Lemmer, der in der Fanghand des Starbulls-Schlussmannes landete, und einem Alleingang von Zuravlev, der im Getümmel vor dem Rosenheimer Tor endete, lag der 2:2-Ausgleich in der Luft. Doch stattdessen legten die Grün-Weißem nach. Alexander Höller setzte Manuel Neumann ein und der Verteidiger vollstreckte mit Übersicht aus der Halbdistanz ins rechte untere Eck zum 1:3 (18.). Mit diesem Spielstand – summa summarum war die Rosenheimer Führung nicht unverdient – ging es in die erste Pause.

„Im zweiten Drittel war ich dann schon sehr überrascht von den Entscheidungen des Unparteiischen“, zeigte sich Starbulls-Coach Manuel Kofler auch noch nach der Partie ziemlich irritiert. In der nun von beiden Seiten intensiv, hart und sicher nicht immer in den Grenzen des Erlaubten geführten Partie wanderten in schöner Regelmäßigkeit ausschließlich Starbulls-Akteure auf die Strafbank. Die Hausherren konnten auch deshalb den Druck lange Zeit hoch halten. Jetzt war Lukas Steinhauer erst recht gefordert – und der Rosenheimer Keeper zeigte sich ausnahmslos souverän. Herausragend waren seine Paraden gegen zwei Nachschüsse von Veit Holzmann und Airich binnen weniger Momente (34.). Erst danach konnten die in die Defensive gedrängten, dabei aber leidenschaftlich verteidigenden Starbulls ihre seltenen Entlastungen wieder effektiver gestalten mit eigenen Abschlüssen garnieren.

Auch im letzten Spielabschnitt stand zunächst Steinhauer im Fokus. Erst entschärfte er einen satten Schuss von Pfänder, dann auch noch den Nachschuss von Lemmer. Essen schien am Rosenheimer Schlussmann nun endgültig zu verzweifeln. Und als dann nach über 43 Spielminuten zum erst zweiten Mal im Verlauf der Partie ein Essener Spieler in die Kühlbox geschickt wurde, schlugen die Starbulls sofort zu. Keine halbe Minute war die Rosenheimer Überzahlphase alt, als Michael Fröhlich den perfekten Abschlussmoment wahr nahm und Chase Witala im Slot zum 1:4 abfälschte (44.). Dieser Treffer des 23-jährigen Kanadiers, der zwei Tage zuvor beim Overtime-Sieg im emilo-Stadion alle drei Rosenheimer Tore erzielte, demoralisierte die Moskitos auffallend. Das Gästegehäuse geriet fortan kaum noch in Gefahr. Stattdessen gelang Witala auch noch der finale Treffer zum 1:5, diesmal klassisch abstaubend, nachdem Fröhlich in Überzahl aufreizend, aber letztlich effektiv lange zockte, bevor er abschloss (54.).

„Im letzten Drittel hat sich gezeigt, dass unsere Top-Kondition ausschlaggebend für den Erfolg war. Es hat sich ausgezahlt, dass wir konsequent über das komplette Spiel mit vier Reihen agiert haben“, freute sich Manuel Kofler – wohl wissend, dass die Serie noch längst nicht gewonnen ist: „Der dritte Sieg im Spiel am Dienstag wird definitiv der schwerste. Wir werden alles dafür tun, dass er uns gelingt.“