Lukas Miculka wird zum Löwen-DompteurEHC Waldkraiburg unterliegt dem ESC Dorfen

Lukas Miculka vom ESC Dorfen bot eine starke Vorstellung. (Foto: Paolo Del Grosso/EHC Waldkraiburg)Lukas Miculka vom ESC Dorfen bot eine starke Vorstellung. (Foto: Paolo Del Grosso/EHC Waldkraiburg)
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18:56 stand auf der Anzeigentafel im Dorfener Dr.-Rudolph-Stadion, mit einem Eisstadion hatte es zu diesem Zeitpunkt aber nicht mehr viel zu tun, vielmehr mit einer Zirkusmanege. Denn auf der Bande stand Dorfens tschechischer Top-Stürmer und gleichzeitiger Stadionwirt Lukas Miculka, reckte jubelnd seinen Schläger in die Höhe und ließ sich feiern. Wurde er zuvor mehr von einer Adrenalinwolke übers Eis getragen, hatte er jetzt, nach seinem zweiten Tor gegen seinen Ex-Klub, tatsächlich den Bodenkontakt verloren. Und es war wie immer, wenn Miculka gegen die Löwen spielt, denn die Waldkraiburgs Fans auf der gegenüberliegenden Seite pfiffen ihr liebstes Feindbild auf dem Eis gnadenlos auf- hielten dabei gleichzeitig alle einen Getränkebecher in der Hand, den sie zuvor in „seiner“ Gaststätte  gekauft hatten. Eine kleine, aber feine Ironie des Schicksals, Miculka schenkte an diesem Abend eben gerne öfter ein.

Doch der Reihe nach: Der EHC Waldkraiburg trat bis auf  Florian Ullmann und Daniel Schmidt mit der vollen Kapelle beim Mitfavoriten der Gruppe an und in den ersten Minuten zeigte sich bereits, dass die Löwen das Spiel machen müssen, denn die Gastgeber standen lieber kompakt und setzten auf Konter. Nicht ganz einfach für ein Team wie den EHC Waldkraiburg, das in der abgelaufenen Oberligasaison eigentlich nie selbst das Spiel machen musste. Gerade gegen eine körperlich gute und kompakte Defensive wie die des ESC Dorfen mit dem starken Torhüter Kevin Yeingst- pikanterweise Schwiegersohn von Waldkraiburgs Manager- der allerdings keine Familiengeschenke verteilte. Die Löwen begannen druckvoll, doch Dorfen stand hervorragend und Yeingst hielt alles, was ihm um die Ohren flog. Zwar hielt ESC-Trainer John Samanski nach dem Spiel fest, dass es leicht anders hätte laufen können, wenn Waldkraiburg in den ersten Minuten ein Tor macht, doch dies geschah nicht. Und so war Rainer Zerwesz Ärger verständlich: „Ist ja toll und vielleicht für die Fans schön, wenn Du im ersten Drittel 18 Minuten die Scheibe hast, aber das bringt halt nichts!“

In der zwölften Minute schlug Miculka mit dem dritten erwähnenswerten Schuss auf Korbinian Sertl erstmals zu: Einen Handpass, mit dem er sich die Scheibe im EHC-Drittel selbst vorlegte,  wollten einige zwar erkannt haben, jedoch nicht der Schiedsrichter - und der entscheidet bekanntlich letztendlich – und auch Sertl sah nicht ganz gut aus (11:06). Kurz vor der ersten Pause ließ der Löwen-Dompteur die Scheibe erneut im Netz zappeln und erklomm anschließend die Bande (18:56). Es war seine Manege an diesem Abend und auch Tomas Rouseks Anschlusstreffer im Gegenzug (19:24) zeigte nur ein kurzes Aufbäumen der Löwen, die in der Folge keine ihrer Überzahlgelegenheiten nutzen konnten, kaum Schüsse aus der zweiten Reihe und von der blauen Linie abgaben und an diesem Abend keinen Spieler in ihren Reihen hatten, der Verantwortung übernehmen konnte und wollte.

Anders dagegen der ESC Dorfen, der mit einem Traumtor von Florian Brenninger vor der zweiten Pause auf 3:1 erhöhte (39:46) und im Schlussdrittel durch Andreas Attenberger im Powerplay den Endstand erzielte (56:22).

Tore: 1:0 (11:06) Miculka L. (Waldhausen M.), 2:0 (18:56) Miculka L. (Brenninger F.), 2:1 (19:24) Rousek T. (Kaltenhauser M.), 3:1 (39:46) Brenninger F. (Mayer F., Fengler T. PP1), 4:1 (56:22) Attenberger A. (Brenninger F., Miculka L. PP1). Strafen: Dorfen 10 + 10 (Miculka L.), Waldkraiburg 10. Zuschauer: 800.