Kommt der Vorjahresfavorit Regensburg zurück?Die Teams der Oberliga Süd (1/2)

Trainer Doug Irwin will mit dem EV Regensburg durchstarten. (Foto: Imago)Trainer Doug Irwin will mit dem EV Regensburg durchstarten. (Foto: Imago)
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EV Regensburg (Vorjahr: 1. Oberliga Süd)

In der vergangenen Saison gab es zwei große Favoriten – den EV Duisburg im Norden, den EV Regensburg im Süden. Und beide scheiterten in den Play-offs vorzeitig. Die Rot-Weißen schieden gegen Bayreuth aus, das trotz der Finalniederlage gegen die nicht aufstiegsberechtigten Tilburg Trappers den Sprung in die DEL2 schaffte. Und das ist nun einmal die Liga, in die auch Regensburg zurück will. Das Stadion gibt es natürlich in jedem Fall her.

Und das Team? Coach Doug Irwin vertraut auf zwei junge Torhüter – mit Cody Brenner und dem aus Peiting gekommenen Daniel Fießinger. Das ist natürlich eine mutige Entscheidung. Die weiteren Verstärkungen sind punktuell – doch die Zusammenstellung des Kaders verlief nicht störungsfrei, denn auf der zweiten Kontingentstelle musste nachjustiert erden. Adam Stuart wurde gewogen und als leicht genug für einen Rückflug nach Kanada befunden. Erst kurz dem Saisonstart holten die Regensburger nun Brandon Wong, der in der vergangenen Saison für die Tulsa Oilers und Indy Fuel in der ECHL sowie für die Newcastle North Stars in Australien spielte. Als weiterer Ausländer blieb der Tscheche Nikola Gajovsky. Ein weiterer kurzfristiger Neuzugang ist der Deutsch-Tscheche Svatopluk Merka, der aus Leipzig zurückkehrt. Ebenfalls aus dem Osten der Republik kam Marco Habermann (Halle), der die meiste Zeit der Vorbereitung verletzt ausfiel, aber auf einen Einsatz zum Saisonstart hofft. Neuzugang in der Verteidigung ist Sebastian Wolsch aus Weiden. Regensburg hofft darauf, wieder zweitklassig zu werden. Der große Vorteil ist sicher, dass sich viele Spieler bestens in Regensburg auskennen.

EC Peiting (Vorjahr: 3. Oberliga Süd)

Das Endergebnis des Vorjahres zu erreichen, ist fast schon zu vermessen für Headcoach Sebastian Buchwieser. Am Ende unterlag man im Halbfinale dem späteren Meister aus Tilburg nur hauchdünn in 2:3 Spielen. Kann der ECP diese Leistung mit dem aktuellen Kader wiederholen?

Das Torhüter-Gespann des Vorjahres ist geblieben. Noch bleibt die eindeutige Nr. 1 Florian Hechenrieder. Der Peißenberger Magg ist der Back-up, sehr talentiert und wird dieses Jahr mit Sicherheit einige Spiele für den ECP bestreiten. Wenn sich Hechenrieder nicht verletzt, sieht es gut aus. Magg ist ein unbeschriebenes Blatt, dass aber in der Not stechen kann. Das Ausländergespann Miller, Morgan ist in der Verteidigung geblieben. Der routinierteste Abwehrspieler, Zeck, blieb ebenfalls. Neu hinzugestoßen aus der Kaufbeurer Jugend ist Mewes. Eingespielt sind Altenhofen, Feuerecker, Rohrbach, Weyrich  und Winkler. Die Verteidigung gehört zu den stärkeren Mannschaftsteilen des ECP und wird nur schwer zu überwinden sein.

Stürmer Warda kam während der Saison, siegte und überzeugte die Verantwortlichen um Trainer Buchwieser. Ihm zur Seite steht noch der Deutsch-Kanadier Ty Morris, der früher in Landshut wirkte. Äußerst routiniert agieren noch Saal, Maier und Krabbat. Der Rest ist teilweise unter 25 Jahre alt, talentiert und wird seinen Weg machen. Dazu zählen Bartsch, Dietz, Gohlke, Höfler, Lautenbacher  und Radu. Fakt: Der ECP kann nur über die Mannschaftsleistung wirkliche Erfolge abrufen, da die Qualität im Sturm in der Breite zu schwach erscheint.

EV Landshut (Vorjahr: 4. Oberliga Süd)

Der Zwangsabstieg vor einem Jahr traf die Niederbayern förmlich ins Mark und der erhoffte Wiederaufstieg fiel aus. Schuld war der spätere Meister aus Tilburg, der sich im Viertelfinale mit 3:1 Siegen durchsetzte. Nun soll ein neuer Versuch gestartet werden, wobei Trainer Bernhard Englbrecht besonders auf die Verjüngung achtete. Von 25,1 auf 23,8 Jahre sank der Altersschnitt und auch das Gewicht senkte sich auf 81 Kilogramm.

Trainer-Sohn Maximilian bleibt die Nr. 1 im Tor, als Ersatz für den nach Hamburg abgewanderten Kristian kam Eigengewächs und U18-Nationalkeeper Patrick Berger. Ein gutes Gespann, das nicht zu unterschätzen ist. In der Verteidigung ging Draxinger nach Frankfurt, Pozivil nach Kaufbeuren und auch Mayr ist weg. Für Pozivil kam Bendik. Der 31-jährige Tscheche kam aus der britischen EPIHL und hier aus Bracknell. Ein kompromissloser Verteidiger mit Scorerqualitäten. Mit Baumgartner und Geipel besitzt der EVL sehr routinierte Leute, die die jungen Wilden wie z.B. Gröger, Heiß, Rotzinger und Wagner führen sollen. Ein Mannschaftsteil, der schwer zu überwinden sein wird.

Das Alterspräsidium im Sturm besteht aus Abstreiter, Doyle und Hammer. Alle drei immer noch rüstig und gut für mindestens 40 Punkte. Neu verpflichtet wurde Sean McGovern. Er kommt aus der NCAA und hat laut seinem neuen Trainer viel Potenzial. Fischhaber, Forster, Hofbauer und Michl sind gute Oberliga-Stürmer, die noch Luft nach oben haben. Wie üblich hat der EVL wieder jede Menge DNL-Spieler übernommen. Der Bekannteste ist Leon Abstreiter, der mit seinem Onkel Peter stürmen wird. Dazu kommen noch Baßler, Döring, Retzer, Zitterbart und der 16-jährige Ehl. Die Landshuter haben genug Routine und jugendliche Kraft, um jeden Gegner über den Haufen rennen zu können. Vermutlich der beste Mannschaftsteil des EVL.

Selber Wölfe (Vorjahr: 5. Oberliga Süd)

Wird diese Saison wieder erfolgreicher für die Selber Wölfe? Das ist gut möglich, wenngleich der VER wohl nicht der Topfavorit der Südgruppe ist. DEL-Erfahrung haben die Selber allerdings gleich auf zwei Positionen geholt. Für Marko Suvelo, der nun Teammanager ist, steht fortan Sebastian Stefaniszin zwischen den Pfosten. Der ruhige Vertreter seines Fachs war lange Zeit meist Backup in der Topliga, ehe er in der vergangenen Saison die Nummer eins beim EV Duisburg war. Dort bot er nach durchwachsenem Beginn sehr gute Leistungen im weiteren Verlauf der Saison, die für Stefaniszin und die Füchse allerdings auch unerfreulich früh im Achtelfinale endete.

Der Top-Neuzugang in der Verteidigung heiß Florian Ondruschka und kommt von den Straubing Tigers direkt aus der DEL. Die weiteren beiden Neuzugänge in der Abwehr fallen allerdings in die Kategorie Talent: Ole Olleff spielte für FASS Berlin in der Nordstaffel; Mauriz Silbermann stammt aus dem eigenen Nachwuchs. Im Sturm tummeln sich viele Spieler, die schon lange für die Wölfe zum Schläger greifen. Neben Kyle Piwowarczyk, der schon seit 2011 für den VER spielte, besetzt nun der US-Amerikaner Michael Dorr die zweite Kontingentstelle. Früher für Bad Nauheim in der zweiten Liga aktiv (2013/14) lief es zuletzt für die Fife Flyers in Großbritannien und Perth Thunder in Australien auf.

Tölzer Löwen (Vorjahr: 6. Oberliga Süd)

Trainer Axel Kammerer hat – wie viele seiner Amtskollegen – die Aufgabe nach einem personellen Umbruch ein neues Team zu formen. Da ist es eine gute Sache, mit Markus Janka einen bärenstarken und erfahrenen Goalie zwischen den Pfosten zu haben. In der Defensive freut sich der Altmeister über die Verpflichtung von Josef Frank, der zuletzt für die Starbulls Rosenheim in de DEL2 spielte. Ein Rückkehrer ist der junge Johannes Huß, der zuletzt im U-20-Team von Red Bull Salzburg auflief. Keine der schlechtesten Adressen, wenn man sich vor Augen führt, wie sehr dort in die Nachwuchsarbeit investiert worden ist. Mit dem Finnen Iiro Vehmanen haben sich die Tölzer erst kürzlich endgültig geeignet.

In der Offensive sticht die Verpflichtung von Jordan Baker heraus, der in der vergangenen Spielzeit mit 74 Punkten für den ERC Sonthofen einer der besten Scorer der gesamten Liga war. Mit Michael Endraß kommt eine Menge DEL-Erfahrung nach Bad Tölz. Für Krefeld und Straubing stand der nun 28-Jährige in 329 Erstliga-Partien auf dem Eis und spielte zuletzt für die Dresdner Eislöwen. Gemeinsam mit den verbliebenen Spielern steckt eine Menge Potenzial im Tölzer Kader. Springt mehr heraus als der sechste Rang des Vorjahrs? Es scheint nicht unmöglich zu sein.

Deggendorfer SC (Vorjahr: 7. Oberliga Süd)

Langsam wuselt sich der DSC nach oben. Zumindest in den letzten drei Jahren und wenn es nach den Verantwortlichen geht, dann darf es gerne so weitergehen, wobei Minimalschritte gerne ausgelassen werden können. 2014 landete der DSC auf Platz zehn, 2015 auf Platz acht und im letzten Jahr auf Platz sieben. Nun darf es gerne das Viertelfinale sein und dafür wurde im Sommer Qualität geholt

Das fängt schon an der Bande an. Christian Zessack trat von einigen Ämtern zurück, fungiert nur noch als Sportmanager und Trainer Jiri Otoupalik wurde vom Kanadier John Sicinski abgelöst.

Die Nachwuchskeeper Heindl und Resch sind nicht mehr im Kader, Stammkeeper blieb Agricola, Back-up wird wiederum Filimonov sein, der über die Förderlizenzregelung von Straubing über Frankfurt nach Deggendorf ausgeliehen wurde. Beide Keeper sind guter Durchschnitt, können schon mal ein Spiel gewinnen. Verteidiger Koma verließ den DSC nach Dingolfing, dafür kamen zwei Nordamerikaner mit deutschen Pässen. Einer ist Martell. Mit 109 Kilogramm einer der schwersten Oberliga-Verteidiger mit guten Scorerwerten und auch für 100 Strafminuten gut. Der zweite ist Mychal Monteith. Erste Europa-Station für den US-Boy, der sein Augenmerk auf die Verteidigung legt und nicht auf Scorerpunkte. Dazu ist noch Andreas Gawlik zu erwähnen. Ansonsten setzt der DSC auf talentierte Eigengewächse. Hier kann man nur hoffen, dass die Leitwölfe ohne Verletzungspech spielen.

Aus der tschechischen Linie mit drei Deutsch-Tschechen wurde eine nordamerikanische. Der Kanadier Leinweber kam vom schottischen Dundee und der Amerikaner Gibbons aus Fayetteville in der SPHL. Der dritte Kanadier mit deutschem Pass ist Schembri, der ohne Probleme einen neuen Vertrag erhielt. Die Qualität sollen auch die Janzen-Brüder steigern, die aus Heilbronn kamen und zuvor DEL-Luft bei den Hannover Scorpions schnupperten. Unterstützt werden diese Akteure von erfahrenen Spielern wie Litesov und Ortolf. Fünf weitere Spieler kommen aus den verschiedensten Talentschuppen und sollen an die Oberliga herangeführt werden. Deggendorf wird sich anstrengen müssen, wenn eine weitere Steigerung am Ende stehen soll.

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Vorschau 2. Teil


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